Kolar (Distrikt)

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Distrikt Kolar
ಕೋಲರ ಜಿಲ್
Staat: Indien Indien
Bundesstaat: Karnataka
Division: Bengaluru
Verwaltungssitz: Kolar
Koordinaten: 13° 8′ N, 78° 8′ OKoordinaten: 13° 8′ 0″ N, 78° 8′ 0″ O
Fläche: 3 979 km²
Einwohner (2011):[1] 1.536.401
Bevölkerungsdichte: 386 Einwohner je km²
Religionen (2011):[1] 85,0 % Hindus
13,0 % Muslime
1,7 % Christen
0,3 % übrige und k. A.
Soziale Daten (Zensus 2011)[1]
Alphabetisierungsrate: 74,4 %
(M: 81,8 %, F: 66,8 %)
Geschlechterverhältnis: 1,022 (M:F)
Urbanisierungsgrad: 31,2 %
Scheduled Castes: 30,3 %
Scheduled Tribes: 5,1 %
Website:
Positionskarte des Distrikts Kolar

Der Distrikt Kolar (Kannada: ಕೋಲರ ಜಿಲ್ಲೆ) ist ein Distrikt des indischen Bundesstaates Karnataka. Verwaltungszentrum ist die namensgebende Stadt Kolar.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landschaft im Distrikt Kolar

Der Distrikt Kolar liegt im Südosten Karnatakas an der Grenze zu den Bundesstaaten Andhra Pradesh und Tamil Nadu. Nachbardistrikte sind Bengaluru Rural im Westen, Chikkaballapur im Nordwesten (beide gehören zu Karnataka), Chittoor (Andhra Pradesh) im Osten und Krishnagiri (Tamil Nadu) im Süden.

Der Distrikt Kolar hat eine Fläche von 3.979 Quadratkilometern. Die Landschaft besteht aus einer Hochebene im südlichsten Teil des Dekkan-Plateaus, die vom Fluss Palar durchflossen wird. Der Distrikt Kolar ist in die fünf Taluks Kolar, Bangarapet, Malur, Mulbagal und Srinivaspur unterteilt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mine in den Kolar Gold Fields

Während der britischen Kolonialzeit gehörte der Distrikt Kolar zum Fürstenstaat Mysore. Nach der indischen Unabhängigkeit vollzog Mysore 1949 den Anschluss an die Indische Union. Als die indischen Bundesstaaten 1956 durch den States Reorganisation Act nach den Sprachgrenzen neu formiert wurden, kam der Distrikt Kolar trotz seiner überwiegend Telugu sprechenden Bevölkerung wegen der Nähe zu Bengaluru zu dem kannadasprachigen Bundesstaat Mysore, der 1973 in Karnataka umbenannt wurde.[2] 2007 spaltete sich der nördliche Teil des Distrikts Kolar als Distrikt Chikkaballapur ab.

Während der Kolonialzeit begannen die Briten gegen Ende des 19. Jahrhunderts, die reichen Goldvorkommen in den Kolar Gold Fields auszubeuten. Die Minen verschafften der Gegend wirtschaftlichen Aufschwung und einen starken Bevölkerungszuwachs. Zeitweise wurde ein Großteil der indischen Goldes im Distrikt Kolar gefördert. 2003 wurde der Goldabbau aber schließlich eingestellt, weil die Vorkommen weitgehend erschöpft waren und die Förderung nicht mehr profitabel war.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2011 hatte der Distrikt Kolar 1.536.401 Einwohner. Zwischen 2001 und 2011 wuchs die Einwohnerzahl um 10,8 Prozent und damit etwas niedriger als im Mittel Karnatakas (15,7 Prozent). Die Bevölkerungsdichte lag mit 386 Einwohnern pro Quadratkilometer über dem Durchschnitt des Bundesstaates (319 Einwohner pro Quadratkilometer). 31,2 Prozent der Einwohner Kolars lebten in Städten. Der Urbanisierungsgrad war damit etwas niedriger als der Mittelwert Karnatakas (38,6 Prozent). Die Alphabetisierungsquote lag mit 74,4 Prozent etwas unter dem Durchschnitt des Bundesstaates (76,1 Prozent).[3]

Unter den Einwohnern des Distrikts Kolar stellten nach der Volkszählung 2011 die Hindus mit 85,0 Prozent die große Mehrheit. Zum Islam bekannten sich 13,0 Prozent der Bevölkerung, Christen stellten mit 1,7 Prozent eine kleine Minderheit dar. Der indische Zensus 2011 klassifizierte 5,1 Prozent der Einwohner des Distrikts als Angehörige der Stammesbevölkerung (scheduled tribes, vgl. Adivasi). Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Angehörige der Naikda.[4]

Nach dem Zensus 2011 sprachen etwas mehr als die Hälfte der Einwohner des Distrikts (791.465 Personen, 51,5 %) Kannada als Muttersprache, gefolgt von Telugu (348.256, 22,7 %), Urdu (197.848, 12,9 %) und Tamil (168.866, 11,0 %).[5] Urdu wird wie in den meisten Teilen Karnatakas von Muslimen gesprochen. Die Sprecher des Tamil (7,9 Prozent) sind größtenteils Nachfahren von Arbeitsmigranten aus Tamil Nadu, die in die Kolar Gold Fields einwanderten.[6] Das Urdu besitzt im Taluk Kolar des Distrikts Kolar aufgrund des hohen Bevölkerungsanteils seiner Sprecher den Status einer beigeordneten Amtssprache.[7]

Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste schließt auch diejenigen Städte mit ein, die seit 2007 zum Distrikt Chikkaballapur gehören:

Stadt Einwohner
(2001)[8]
Bagepalli 20.120
Bangarapet 38.684
Chikkaballapur 54.938
Chintamani 65.456
Gauribidanur 30.530
Gudibanda 8.794
Kolar 113.299
Malur 27.791
Mulbagal 44.031
Robertsonpet 141.294
Sidlaghatta 41.105
Srinivaspur 22.926

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Imperial Gazetteer of India. Band 15: Karāchi to Kotāyam. New edition. Clarendon Press, Oxford 1908, S. 368–376, Stichwort: Kolār District.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kolar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c 1. District Census 2011. Census of India, abgerufen im Jahr 2021 (englisch).
    2. Population Enumeration Data (Final Population): A Series Including Primary Census Abstract Data (Final Population) > Primary Census Abstract Data Tables (India & States/UTs - District Level) (Excel Format). (XLS) Office of the Registrar General & Census Commissioner, India, archiviert vom Original am 23. April 2022; abgerufen im Jahr 2022 (englisch).
  2. Report of the States Reorganisation Commission, New Delhi 1955, S. 93.
  3. District Census Hand Book - KARNATAKA > Kolar. Office of the Registrar General & Census Commissioner, Ministry of Home Affairs, Government of India, abgerufen am 11. Februar 2022 (englisch).
  4. Census of India 2001: Basic Data Sheet. District Kolar (19), Karnataka (29). (PDF; 54 kB)
  5. C-16 Population By Mother Tongue > Karnataka. Office of the Registrar General and Census Commissioner, Indisches Inneministerium, abgerufen am 11. Februar 2022 (englisch).
  6. Kolar District Gazetteer, 2005, S. 159. (In Kannada). (Memento des Originals vom 13. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.karunadu.gov.in (PDF; 278 kB)
  7. A. R. Fatihi: Urdu in Karnataka. In: M. S. Thirumalai, B. Mallikarjun, Sam Mohanlal, B. A. Sharada (Hrsg.): Language in India. Band 2, 9. Dezember 2002, ISSN 1930-2940 (englisch, online).
  8. Census of India 2001: Population, population in the age group 0-6 and literates by sex - Cities/Towns (in alphabetic order) (Memento vom 16. Juni 2004 im Internet Archive)