Kolbingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kolbingen
Kolbingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kolbingen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 3′ N, 8° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Tuttlingen
Gemeindeverwal­tungsverband: Donau-Heuberg
Höhe: 854 m ü. NHN
Fläche: 16,49 km2
Einwohner: 1232 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km2
Postleitzahl: 78600
Vorwahl: 07463
Kfz-Kennzeichen: TUT
Gemeindeschlüssel: 08 3 27 030
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 3
78600 Kolbingen
Webpräsenz: www.kolbingen.de
Bürgermeister: Konstantin Braun
Lage der Gemeinde Kolbingen im Landkreis Tuttlingen
Landkreis KonstanzLandkreis RottweilLandkreis SigmaringenSchwarzwald-Baar-KreisZollernalbkreisAldingenBalgheimBärenthalBöttingenBubsheimBuchheimDeilingenDenkingenDürbheimDurchhausenEgesheimEmmingen-LiptingenFridingen an der DonauFrittlingenGeisingenGosheimGunningenHausen ob VerenaImmendingenIrndorfKönigsheimKolbingenMahlstettenMühlheim an der DonauNeuhausen ob EckReichenbach am HeubergRenquishausenRietheim-WeilheimSeitingen-OberflachtSpaichingenTalheim (Landkreis Tuttlingen)TrossingenTuttlingenWehingenWurmlingen (Landkreis Tuttlingen)Karte
Über dieses Bild

Kolbingen ist eine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kolbingen liegt auf dem Heuberg, einer Hochfläche der Schwäbischen Alb zum Donautal hin, im Herzen des Naturparks Obere Donau.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Renquishausen, im Osten an Bärenthal, im Süden an die Städte Fridingen an der Donau und Mühlheim an der Donau sowie im Westen an Mahlstetten und im äußersten Nordwesten an Böttingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Kolbingen gehören das Dorf Kolbingen und das Gehöft Ziegelhütte. Im Gemeindegebiet liegen die Wüstung Hamburg, die abgegangenen Burgen Walterstein, Burghalde Kolbingen und Burgstall.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1805[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kolbingen wurde 1253 erstmals erwähnt. Der Name des Dorfes deutet darauf hin, dass ein alemannischer Herr namens Colbo sich mit seinen Leuten hier niederließ und eine Siedlung gründete. Kolbingen bedeutet so viel wie ‚bei den Leuten, die in der von Colbo gegründeten Siedlung wohnen‘. Kolbingen gehörte in fränkischer Zeit zum Scherra-Gau. Die Rechtsnachfolger der Scherra-Grafen waren die Grafen von Hohenberg, die ersten namentlich bekannten Besitzer des Dorfes. 1372 trug Graf Rudolf III. von Hohenberg unter anderem sein eigenes Dorf Kolbingen der Krone Böhmens zum Lehen an. Wegen finanziellen Schwierigkeiten versetzte er wenig später den Ort an die Herren von Ebingen und 1381 verkaufte er die ganze Grafschaft Hohenberg an Leopold von Österreich. Da auch die Österreicher in Geldnot steckten, übergab Leopold vor 1386 Kolbingen und Renquishausen mit der Feste Werenwag dem Hainrich von Heringen. Dieser bildete aus den Dörfern Schwenningen, Heinstetten, Hartheim, Ehestetten, Unterdigisheim, Kolbingen und Renquishausen die Herrschaft Werenwag. Kolbingen teilte von nun an die Geschicke dieser Herrschaft. Von 1467 bis 1629 waren die Herren von Laubenberg die Besitzer, von 1629 bis 1702 die Fürsten von Fürstenberg und von 1702 bis 1805 die Freiherren von Ulm. 1805 kam Kolbingen an das Königreich Württemberg.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahlen
1679 264
1749 465
1782 438
1802 467
1832 553
1. Dezember 1871 658
1. Dezember 1880 ¹ 695
1. Dezember 1900 ¹ 622
1. Dezember 1910 ¹ 644
16. Juni 1925 ¹ 680
16. Juni 1933 ¹ 683
17. Mai 1939 ¹ 717
Jahr Einwohnerzahlen
13. September 1950 ¹ 804
6. Juni 1961 ¹ 934
27. Mai 1970 ¹ 1102
31. Dezember 1975 1136
31. Dezember 1980 1102
25. Mai 1987 ¹ 1098
31. Dezember 1990 1113
31. Dezember 1995 1183
31. Dezember 2000 1265
31. Dezember 2005 1327
31. Dezember 2010 1297
31. Dezember 2015 1232

¹ Volkszählungsergebnis

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner von Kolbingen sind zu 81 % katholisch und zu 11 % evangelisch-lutherisch.[3]

Die katholische Gemeinde „Erlöser Jesus Christus“ gehört zum Dekanat Tuttlingen-Spaichingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart. Die heutige Pfarrkirche wurde in den 1970er-Jahren erbaut; die barocke St.-Xystus-Kirche wird noch bei Begräbnissen benutzt.

Die Lutheraner gehören zur Christuskirchengemeinde Mühlheim an der Donau und damit zum Kirchenbezirk Tuttlingen zur Evangelischen Landeskirche in Württemberg. In Kolbingen existiert ein Gottesdienstraum der Mühlheimer Gemeinde.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rathaus in der Ortsmitte

Verwaltungsverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied des Gemeindeverwaltungsverbandes Donau-Heuberg mit Sitz in Fridingen an der Donau.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Gemeinderat besteht aus zehn Mitgliedern. Es sind zwei Listen vertreten: CDU und Freie Wähler mit jeweils fünf Mandatsträger (Stand 2008).

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vögte, Schultheißen und Bürgermeister von Kolbingen:

  • 1642–1647 Hanß Mattes
  • 1647–1675 Matheuß Mathas
  • 1675–1680 Georg Stengele
  • 1682–? Johannes Stengele
  • 1695–1696 Hans Georg Mathes
  • 1696–1698 Hanß Georg Stengele
  • 1698 Hans Georg Mathes
  • 1698–1707 Georg Schad
  • 1707–1727 Mathias Schreiber
  • 1727–1728 Jakob Stengele
  • 1728–1743 Michael Hipp
  • 1743–1780 Joseph Stengele
  • 1780–1797 Joseph Schreiber
  • 1797–1799 Johannes Stengele
  • 1800–1811 Johannes Wachter
  • 1811–1812 Johannes Wachter
  • 1812–1822 Balthas Pflüger
  • 1822–1833 Meinrad Gaugel
  • 1833–1843 Andreas Schad
  • 1843–1848 Xaver Straub
  • 1848–1850 Johannes Stengele
  • 1850–1857 Leopold Hipp
  • 1857–1870 Johann Baptist Schreiber
  • 1870–1895 Alois Deufel
  • 1895–1916 Engelbert Hipp
  • 1916–1930 Roman Schad
  • 1931–1940 Eugen Bucher
  • 1941–1945 Leo Schreiber
  • 1945–1946 Engelbert Hipp
  • 1946 Matthias Hipp
  • 1946–1965 Alois Deufel
  • 1966–1986 Hubert Kopp
  • seit 1986 Konstantin Braun

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Kolbingen zeigt in Rot eine silberne Zickzackleiste, darunter ein, darüber zwei schräggestellte silberne Lindenblätter.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kolbingen pflegt seit 1975 intensive partnerschaftliche Beziehungen zu der französischen Gemeinde L’Huisserie im Département Mayenne, etwa fünf Kilometer entfernt von der Stadt Laval.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • historische Kirche St. Xystus

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Käppelelinde am Ortsausgang von Kolbingen Richtung Renquishausen

Etwa drei Kilometer südöstlich von Kolbingen liegt die Kolbinger Höhle, auch Stefanshöhle genannt. Die (teilweise) begehbare Karsthöhle enthält einige eindrucksvolle Tropfsteinformationen. Die Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins betreut die Höhle und die darin heimischen Fledermäuse. Eine Begehung der Höhle ist an den Wochenenden von Karfreitag bis Ende Oktober mit ortskundiger Führung möglich. Weitere eingetragene Naturdenkmale sind die Käppelelinde beim Lindenhof und die Linde im Gewann "Böses Ried"[4][5].

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Vereine veranstalten am Wochenende vor Beginn der Schulferien jedes Jahr rund um den Alois-Deufel-Platz ein Dorffest.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kolbingen befindet sich der Unternehmenssitz von Schako, einem Hersteller von Komponenten und Systeme für die Lüftungs- und Klimatechnik. Die Firmenbezeichnung ist ein Akronym, das sich aus den beiden Worten Schad und Kolbingen zusammensetzt. Die Produktion erfolgt in Kolbingen auf 15.000 m². Weitere Standorte sind Heudorf bei Meßkirch, San Mateo (Spanien) und Budapest (Ungarn).

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mehrzweckhalle an der Wachtfelsenstraße
Das Feuerwehrhaus im Gewerbegebiet Thennenbühl

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptschulbereich der Wachtfelsschule
  • Wachtfelsschule (Nachbarschaftsgrund- und Hauptschule mit Werkrealschule)
  • Kindergarten St. Vinzenz
  • Arbeitsgemeinschaft Erwachsenenbildung

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg. Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2, S. 651.
  3. Zensus 2011
  4. Käppelelinde – Eintrag in der Naturdenkmal-Datenbank der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg
  5. Linde im Gewann "Böses Ried" – Eintrag in der Naturdenkmal-Datenbank der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kolbingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Wikisource: Kolbingen in der Beschreibung des Oberamts Tuttlingen von 1879