Kolla

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Kolla (Begriffsklärung) aufgeführt.

Die Kolla (auch Coya) (Aussprache: koja oder koscha) sind ein indigenes Volk Südamerikas. Sie leben im nördlichen Chile, im nordwestlichen Argentinien und im südlichen Bolivien.

Die Kolla gerieten im 10.-12. Jahrhundert unter den Einfluss der Inkas und übernahmen deren Kultur, Sprache (Quechua, teilweise auch Aymara) und ihre fortgeschrittene Technologie. Im 16. Jahrhundert wurden sie von den einrückenden Spaniern kolonisiert und als billige Minenarbeiter ausgebeutet. Dennoch konnten sie sich erfolgreich dem Genozid widersetzen. Noch heute leben viele nach ihrer traditionellen Kultur.

Die Kolla kennen wie viele andere Indianerstämme kein Privateigentum, sondern betreiben eine kollektive Landwirtschaft. Ihre ureigenen Riten haben sich im Laufe der Zeit mit christlichen Elementen vermischt. So huldigen die Kollas nach wie vor dem Pachamama-Kult. Dieser ist jedoch in den letzten Jahrzehnten ebenso wie der Karneval zur Touristenattraktion degradiert.

In Argentinien haben sich die Kolla - außer mit den Weißen - teilweise mit den Guaraní und verwandten Völkern vermischt. Während der argentinischen Wirtschaftskrise 2001 geriet die Comunidad Kolla Guaraní in Orán (in der argentinischen Provinz Salta) in die Schlagzeilen, da sich deren Mitglieder als Piqueteros betätigten, d.h. aus Protest Straßensperren errichteten.

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