Kollagenose
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| M30-M36 | Systemkrankheiten des Bindegewebes |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Bei Kollagenosen (Bindegewebserkrankungen), seltener auch Kollagenopathie und Kollagenkrankheit, handelt es sich um eine uneinheitliche Gruppe von bestimmten Autoimmunerkrankungen, die sich bei systemischem Befall vorwiegend an Bindegewebe (histologisch fibrinoide Veränderungen) und Blutgefäßen abspielen. Im Prinzip kann jedes Organ befallen werden. Eine Rolle bei der Diagnosefindung spielen organunspezifische Autoantikörper gegen Zellkernmaterial (antinukleäre Antikörper). Die Ursache der Kollagenosen ist noch ungeklärt. Bei vielen besteht ein Zusammenhang mit erblichen Faktoren, z. B. HLA-Antigenen, Hormonen (Frauen sind häufiger betroffen), psychischem Stress, Viren und Sonnenbestrahlung. Es ist nicht geklärt, ob die antinukleären Antikörper Ursache, Folge oder Begleiterscheinung der Krankheit sind. Viele Kollagenosen haben ähnliche Symptome, weshalb sie häufig erst im weiteren Krankheitsverlauf voneinander unterschieden werden können.
Zu den Kollagenosen zählen:
- Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
- Polymyositis und Dermatomyositis
- Sjögren-Syndrom
- Systemische Sklerose (progressive systemische Sklerodermie, CREST-Syndrom)
- Sharp-Syndrom (sog. Mischkollagenose)
Nicht mehr zu den Kollagenkrankheiten werden die Polyarteriitis nodosa und die Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura gezählt.
Kollagenosen lassen sich mit immunsuppressiven Medikamenten behandeln.
Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Ludwig Heilmeyer, Wolfgang Müller: Die rheumatischen Erkrankungen. In: Ludwig Heilmeyer (Hrsg.): Lehrbuch der Inneren Medizin. Springer-Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1955; 2. Auflage ebenda 1961, S. 309–351, hier: S. 336–342: Die Kollagenkrankeiten (außer der Polyarthritis).