Kollnburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kollnburg
Kollnburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kollnburg hervorgehoben

Koordinaten: 49° 3′ N, 12° 52′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Regen
Höhe: 655 m ü. NHN
Fläche: 59,51 km2
Einwohner: 2767 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94262
Vorwahl: 09942
Kfz-Kennzeichen: REG, VIT
Gemeindeschlüssel: 09 2 76 128
Gemeindegliederung: 103 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstr. 1
94262 Kollnburg
Website: www.kollnburg.de
Erster Bürgermeister: Herbert Preuß (FW)
Lage der Gemeinde Kollnburg im Landkreis Regen
Landkreis ChamLandkreis Straubing-BogenLandkreis DeggendorfLandkreis Freyung-GrafenauZwieselZachenbergViechtachTeisnachRuhmannsfeldenRinchnachRegen (Stadt)PrackenbachPatersdorfLindbergLangdorfKollnburgKirchdorf im WaldKirchberg im WaldGotteszellGeiersthalFrauenauDrachselsriedBöbrachBodenmaisBischofsmaisBayerisch EisensteinArnbruckAchslachTschechienKarte
Über dieses Bild
Die Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit
Das Rathaus von Kollnburg

Kollnburg ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Regen. Ein Teil des Gemeindegebietes, darunter das gleichnamige Pfarrdorf, ist staatlich anerkannter Erholungsort.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Region Donau-Wald inmitten des Bayerischen Waldes nördlich des 1050 m hohen Pröller zwischen Viechtach (fünf Kilometer) und Sankt Englmar (sechs Kilometer). Die beiden Städte Bogen und Regen sind jeweils 27 km entfernt, während es nach Deggendorf und Cham jeweils 31 km sind.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 103 Gemeindeteile:[2]

Kollnburg besteht aus den Gemarkungen Allersdorf, Kirchaitnach, Kollnburg und Rechertsried.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsgeschichte ist eng mit der gleichnamigen Burg verbunden, die 1153 erstmals als Chalnberch erwähnt wurde. Noch 1685 hieß es Kalmperg, während es von Bernhard Grueber und Adalbert Müller in ihrem 1846 erschienenen Buch Der bayrische Wald als Kohlenburg bezeichnet wird. In den "Beiträgen zur Statistik des Königreichs Bayern" wird der Ort bereits ab dem Heft XXI aus dem Jahr 1869 Kollnburg bezeichnet.[3][4]

Kollnburg gehörte den Freiherrn von Kastner. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern, bildete aber eine geschlossene Hofmark, deren Sitz Kollnburg war. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurden am 1. Oktober 1971 die Gemeinde Rechertsried[5] und am 1. Mai 1978 die Gemeinden Allersdorf und Kirchaitnach in die Gemeinde Kollnburg eingegliedert.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 stagnierte bzw. sank die Einwohnerzahl minimal von 2800 auf 2795 um 5 Einwohner bzw. um 0,2 %.

  • 1867: 1027 Einwohner[3]
  • 1871: 1060 Einwohner[4]
  • 1961: 2764 Einwohner
  • 1970: 2695 Einwohner
  • 1987: 2786 Einwohner
  • 1991: 2838 Einwohner
  • 1995: 2905 Einwohner
  • 2000: 2970 Einwohner
  • 2005: 2891 Einwohner
  • 2010: 2894 Einwohner
  • 2015: 2787 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl vom 15. März 2020 wie folgt zusammen:[7]

  • CSU: 4 Sitze (33,42 % der Stimmen)
  • FW: 5 Sitze (35,09 % der Stimmen)
  • Bürger für Kollnburg: 3 Sitze (18,76 % der Stimmen)
  • GPÖ: 2 Sitze (12,73 % der Stimmen)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2020 Herbert Preuß (FW).[8] Bei den Kommunalwahlen 2020 gewann dieser mit 55,1 Prozent die Stichwahl am 29. März 2020 gegen die bisherige Amtsinhaberin Josefa Schmid,[9] die seit 2008 erste Bürgermeisterin war.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Gde. Kollnburg
Blasonierung:Geteilt durch einen von Silber und Blau in drei Reihen gerauteten Balken; oben gespalten von Silber und Rot und zinnenförmig geteilt in verwechselten Farben, unten gespalten von Silber und Rot.“[10]

Dieses Wappen wird seit 1983 geführt.

Wappenbegründung: Das Gemeindewappen von Kollnburg verbindet Elemente aus den Familienwappen von Adelsgeschlechtern, die für die Geschichte des Gemeindegebiets von Bedeutung waren. Die weiß-blauen Rauten erinnern sowohl an die Kollnburger (Kallenberger, Chalmberger), das erste, vom 12. bis zum 14. Jahrhundert in Kollnburg nachweisbare Geschlecht, als auch an die Nußberger, die 1363 auf die Kollnburger folgten und die Burg bis zu ihrem Scheitern im Böcklerkrieg 1468/69 und zum Erwerb Kollnburgs durch Herzog Albrecht IV. 1472, dann später nochmals von 1531 bis 1551 innehatten. Die Kollnburger und die Nußberger gehörten ursprünglich zu den Ministerialen der 1242 ausgestorbenen Grafen von Bogen und führten deshalb deren Rauten im Wappen. Die formale Gliederung des Schildes orientiert sich daran, dass die Kollnburger die Rauten im gespaltenen Schild, die Nußberger in einem Balken führten. Die Rauten gingen mit dem Bogener Erbe 1242 an die Wittelsbacher über und wurden zum bayerischen Landeswappen. Der Zinnenschnitt oben symbolisiert die vermutlich im 11. Jahrhundert als Ministerialensitz der Grafen von Bogen errichtete Feste Kollnburg, von der noch Überreste erhalten sind.

Bau- und Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 10, im produzierenden Gewerbe 136 und im Bereich Handel und Verkehr 17 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 137 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 895. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe 6 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 181 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2735 ha, davon waren 2178 ha Dauergrünfläche.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Erholungsort staatlich anerkannt sind die Gemeindeteile Kollnburg, Bach, Baierweg, Gnad, Hochstraß, Höfen, Hornhof, Kagermühle, Karglhof, Marktbuchen, Oed, Ogleinsmais, Reichsdorf, Reisach, Sattel, Schreinermühle, Steffelhof, Tafertshof, Unterdornach, Waldhof, Weggütl, Wieshof und Windsprach.[11]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergarten mit 75 Kindergartenplätzen und 67 Kindern
  • Eine Grundschule mit 5 Klassen und 8 Lehrkräften im Zentrum von Kollnburg

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kollnburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Kollnburg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 20. August 2018.
  3. a b Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 72 (Digitalisat).
  4. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 645, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 584.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 623.
  7. wahl.info – Kandidaten & Ergebnisse
  8. Grußwort des Bürgermeisters. Gemeinde Kollnburg, abgerufen am 2. September 2020.
  9. Die Stichwahlen am Sonntag, 29. März 2020. In: Wahl.info. 30. März 2020, abgerufen am 30. März 2020.
  10. Eintrag zum Wappen von Kollnburg in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  11. Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der anerkannten Kurorte, Luftkurorte und Erholungsorte in Bayern. 26. Januar 2021, S. 23 (PDF).