Colonnowska

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Colonnowska
Kolonowskie
Wappen von Kolonowskie
Colonnowska Kolonowskie (Polen)
(50° 39′ 0″ N, 18° 23′ 0″O)
Colonnowska
Kolonowskie
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Opole
Powiat: Strzelecki
Gmina: Colonnowska
Fläche: 55,84 km²
Geographische Lage: 50° 39′ N, 18° 23′ OKoordinaten: 50° 39′ 0″ N, 18° 23′ 0″ O
Einwohner: 3336 (31. Dez. 2016)
Postleitzahl: 46-057, 46-058, 47-110
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OST
Wirtschaft und Verkehr
Straße: ZawadzkieOzimek
Schienenweg: Zawadzkie–Opole
Nächster int. Flughafen: Katowice



Colonnowska, polnisch Kolonowskie ist eine zum Powiat Strzelecki der Woiwodschaft Opole gehörende Stadt mit etwa 3300 Einwohnern im südlichen Teil Polens. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde mit etwa 5900 Einwohnern.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Colonnowska liegt in Oberschlesien und in der Nähe der Grenze zur Woiwodschaft Schlesien. Die Stadt liegt rund 30 Kilometer östlich von Oppeln / Opole und 65 Kilometer nordwestlich von Kattowitz / Katowice an der Malapane.

Stadtteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fosowskie (Vossowska), seit 1973 Stadtteil von Colonnowska.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche
Katholische Kirche
Luftbildaufnahme von „Grafenweiler“, 1938

Die ersten Nachweise über die Orte Groß und Klein Stanisch stammen aus dem 14. Jahrhundert. Nachdem Stanisch in den Besitz der Grafen Colonna auf Groß Strehlitz gekommen war, entstanden in dem Waldgebiet an der Malapane Hochöfen zur Aufbereitung der dort lagernden großen Mengen an Raseneisenstein. Nachdem bereits 1773 der Ort Carmerau gegründet worden war, entstand eine Arbeitersiedlung um die 1780 von Philipp Graf Colonna an der Malapane errichtete Eisenhütte, die 1796 den Namen Colonowska erhielt. Die Malapane diente zum Betrieb der Eisenhämmer, ihr Wasser wurde über eine Schleuse in einem acht Kilometer langen Hüttenkanal von Zawadzki direkt zu den Hütten in Colonowska und Vossowska geführt. Die Produkte wurden nach Deschowitz gefahren und dort auf der Oder transportiert. Den zweiten Hochofen ließ Colonna im Jahre 1805 errichten.

Nach Colonnas Tod erbte Andreas Graf Renard die Herrschaft und Hütte. Unter ihm wurde die Hütte weiter vergrößert und es entstand 1836 die Renardchaussee zwischen Oppeln, Colonowska und Peiskretscham, die dem besseren Abtransport des Eisens diente. Dennoch sank Colonowska ab der Mitte des 19. Jahrhunderts als Eisenhüttenstandort hinter Zawadzki zurück.

1885 hatte Colonowska 341 Einwohner.

Der Gutsbesitzer Fürst Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode ließ 1907 eine große Kartonagenfabrik erbauen, zu der auch die Werkssiedlung Palästina gehörte.

1921 wurde die Hütte stillgelegt, auch die Gießerei mit 180 Arbeitern ging 1926 pleite.

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten 799 Wahlberechtigte für einen Verbleib bei Deutschland und 491 für Polen.[1] Kolonnowska verblieb beim Deutschen Reich. 1933 lebten im Ort 3249 Einwohner. Am 3. Juli 1936 wurde der Ort im Zuge einer Umbenennungswelle in Schlesien während des Nationalsozialismus in Grafenweiler umbenannt. 1939 hatte der Ort 3291 Einwohner. Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Groß Strehlitz. Kolonnowska war bis 1945 eine evangelische Diaspora.

1945 kam der bisher deutsche Ort an Polen, wurde in Kolonowskie umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. Ein Teil der Bevölkerung wurde vertrieben, aber ein Teil der Bevölkerung entging der Vertreibung, wodurch es noch heute im Ort einen großen Anteil einheimischer Einwohner gibt. 1950 kam der Ort zur Woiwodschaft Opole. 1973 wurde der Nachbarort Fosowskie (Vossowska) eingemeindet und Kolonowskie, das bereits seit 1956 als stadtartige Siedlung galt, erhielt Stadtrecht.

1999 kam der Ort zum wiedergegründeten Powiat Strzelecki. Am 22. September 2006 wurde in der Gemeinde Colonnowska Deutsch als zweite Amtssprache eingeführt und am 14. November 2008 erhielt der Ort zusätzlich den amtlichen deutschen Ortsnamen Colonnowska. Im Januar 2011 wurden in der Gemeinde Colonnowska die zweisprachigen Ortstafeln aufgestellt.[2]

Die holzverarbeitende Industrie ist nach wie vor in Colonnowska ansässig, die Kartonagenfabrik Packprofil ist der größte Arbeitgeber der Stadt. In den letzten Jahren wirbt die Stadt verstärkt als Erholungsort.

Etymologie des Stadtnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinskulptur des Gründers Philipp Graf Colonna

Benannt wurde der Ort nach Philipp Graf Colonna[3]. Der Ortsname besteht aus dem Namen Colonna und wie auch die Namen der ehemaligen Nachbarorte Vossowska und Harraschowska aus dem weiblichen Suffix -owska. Die älteste Form des Ortsnamens war Colonowska, die im Gegensatz zum Namensgeber vereinfacht mit einem L geschrieben wurde. Ende des 19. Jahrhunderts wandelte sich der Ortsname in Kolonnowska ab. Diese Form bestand bis 1936 als der Ort in Grafenweiler umbenannt wurde. Der neue Name mit dem Suffix -weiler nahm dabei wohl wie auch der alte Name Bezug auf den Grafen Colonna.

Nach 1945 erhielt der Ort den polnischen Namen Kolonowskie mit dem neutralen polnischen Suffix -owskie.

Während die letzte Form des deutschen Namens vor 1936 mit K geschrieben wurde, erhielt die Stadt im November 2008 den deutschen Namen Colonnowska mit C, wodurch diese Form am ehesten dem Namen des Namensgebers Colonna entspricht.

Ehemalige Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet des heutigen Colonnowska befanden sich ehemals die Orte Bendawitz (ab 4. September 1936 Malapanestraße), Brzinitzka (ab 4. September 1936 Feldstraße), Harraschowska (ab 4. September 1936 Feldstraße), Kowolowska (später Schmiedewerk), Renardshütte, Rogolowa/Rogolowietz, Schroll und Vossowska (ab 1936 Vosswalde).

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl
1939 3.293 1961 3.463 1970 4.000 2005 3.437

Bevölkerung/Nationalitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Colonnowska lebten im Jahr 2002 laut der im selben Jahr durchgeführten Volkszählung 6582 Einwohner. Davon gaben 3370 Einwohner (51,2 %) die polnische Nationalität an. 3203 Personen (48,7 %) gaben eine andere Nationalität an. Darunter: 2836 Einwohner (43,1 %) mit deutscher Nationalität und 358 (5,4 %) mit der nicht anerkannten „schlesischen“ Nationalität. 0,1 % der Bevölkerung (9 Einwohner) gaben bei der Befragung keine Nationalität an.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Bahnstrecke Tarnowitz–Oppeln / Tarnowskie Góry–Opole, im Ortsteil Fosowskie liegt ein Knotenbahnhof, wo die Bahnstrecke Kielce–Fosowskie auf die Bahnstrecke Tarnowitz–Oppeln trifft. Früher wurde der Bahnhof auch auf der Bahnstrecke Kędzierzyn-Koźle–Kluczbork und auf der Kleinbahn AG Guttentag–Vosswalde bedient.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Partnerschaft mit Wolfsgraben wurde Colonnowska auch an Klimaschutz interessiert. Offiziell wurde sie 2010 dadurch in die Gruppe der niederösterreichischen Klimabündnisgemeinden aufgenommen, an der in der Zwischenzeit auch andere Ort in Oberschlesien Interesse zeigen.[4]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Stadt Colonnowska umfasst die Stadt-und-Land-Gemeinde (gmina miejsko-wiejska) drei Dörfer, unter ihnen mit Staniszcze Wielkie den früheren Sitz der Gemeinde (1945–1950).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Colonnowska – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Ergebnisse der Volksabstimmung in Oberschlesien von 1921 (Memento vom 21. Januar 2017 im Internet Archive)
  2. NTO.pl: Dwujęzyczne tablice stanęły w Kolonowskiem
  3. Auf den Spuren der Grafen von Völs-Colonna in Oberschlesien. In: Völser Zeitung, Nov./Dez. 2005, S. 16 (PDF; 1,2 MB)
  4. Gemeindepartnerschaft mit Kolonowskie (Memento des Originals vom 10. Oktober 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gemeinde-wolfsgraben.at abgerufen am 24. April 2010