Kolumne

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Dieser Artikel erläutert die journalistische Form; zur Kolumne im Zusammenhang mit Schriftsatz siehe Spaltensatz.

Die Kolumne (von der Kolumne des Drucksatzes, aus lat. columna „Stütze“, „Säule“) bezeichnet in der Presse sowie im Online-Journalismus einen kurzen Meinungsbeitrag als journalistische Kleinform. Der Autor einer regelmäßig erscheinenden Kolumne wird auch Kolumnist genannt.

Begriff[Bearbeiten]

Axel Hacke, Kolumnist der SZ

In den Printmedien steht der Begriff vor allem für eine journalistische Form. Es handelt sich um einen kurzen Meinungsbeitrag, der sich meist über nicht mehr als eine Zeitungsspalte erstreckt. Diese Kolumnen erscheinen meist regelmäßig an gleicher Stelle mit gleichem Titel, wie das berühmte, in Auswahl als eigenes Buch erschienene Streiflicht auf der ersten Seite der Süddeutschen Zeitung. Häufig gibt es sie auch als Namenskolumne eines einzelnen Autors. Die die tageszeitung (taz) hat beispielsweise in jeder Ausgabe eine feste Namenskolumne, die jeden Wochentag wechselt. Gelegentlich gelten Kolumnen als wichtiges Traditions- und Kundenbindungsmotiv für Zeitungsleser, so zum Beispiel bei der Dubliner Qualitätszeitung The Irish Times. Oft wird die Kolumne auch vom Herausgeber der Druckschrift in Form eines Editorials zur Darlegung der Blattlinie und als Stellungnahme zu aktuellen Ereignissen benutzt.

Der Kolumne nahestehend und nicht immer klar von ihr zu unterscheiden sind die Glosse, die Causerie und der Kommentar.

Geschichte[Bearbeiten]

Der erste Zeitungskolumnist war John Hill, der am 11. März 1751 mit einer täglichen Kolumne im London Advertiser und der Literary Gazette begann. Er schrieb unter dem Pseudonym „The Inspector“ (Der Inspektor). Der erste in Österreich aktive Kolumnist war Wolfgang Kornke in den Jahren von 1810 bis 1818.

Viele später bekannt gewordene Schriftsteller waren als Kolumnisten tätig, bevor ihnen der Durchbruch als Autor gelang; bereits arrivierten Schriftstellern werden andererseits von Zeitungsverlagen lukrative Honorare geboten, um den Werbeeffekt eines berühmten Namens zu nutzen. Ähnliches gilt für nicht mehr aktive Politiker.

Außerhalb des deutschen Sprachraums, insbesondere in den USA und in den romanischen Ländern sowie in Lateinamerika, arbeiten häufig auch erfolgreiche Schriftsteller gleichzeitig und nicht primär aus finanziellen Gründen als Kolumnisten, entweder regelmäßig für ein und dasselbe Blatt oder als Gastkolumnisten in verschiedenen Medien.

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Nowag, Edmund Schalkowski: Kommentar und Glosse (Reihe Praktischer Journalismus; Bd. 33). UVK-Medien, Konstanz 1998, ISBN 3-89669-212-7.

Weblinks[Bearbeiten]