Kom(m)ödchen

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Eingang zum Kom(m)ödchen

Das Kom(m)ödchen ist eine Kabarettbühne in Düsseldorf mit gleichnamigem Kabarett-Ensemble. Das Haus befindet sich in der Altstadt am Kay-und-Lore-Lorentz-Platz. Die aktuelle Stammbesetzung bilden Christian Ehring, Maike Kühl und Heiko Seidel. Es gastieren viele weitere Künstler.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kom(m)ödchen wurde 1947 als politisch-literarisches Kabarett von Kay und Lore Lorentz gegründet. Weitere Mitwirkende des Programms „Positiv dagegen“, mit dem am 29. März 1947 Premiere gefeiert wurde, waren Werner Vielhaber, Bernd Nesselhut, Hans Walter Clasen, Eduard Marwitz, Iris Fanslau und Ruth Henrichs. Auch Hanne Wieder gehörte im Gründungsjahr bereits fest zum Ensemble. Im Juli 1947 nahm Mutter Ey das Kommödchen in ihrem wiedereröffneten „Kunstzentrum“ auf.[1]

Zu Beginn der fünfziger Jahre kamen Eckart Hachfeld und Martin Morlock als Autoren dazu. Charakteristisch für die Darbietungen wurde die Verbindung von gefälliger, unspektakulärer äußerer Form und anspielungsreichen Inhalten. Das Publikum stammte vorwiegend aus dem Bildungsbürgertum. 1959 wurden die Fernsehübertragungen des Programms nach Intervention des damaligen Verteidigungsministers Franz Josef Strauß für ein Jahr untersagt.[2][3]

Der Umzug des Theaters in die jetzigen Räume in der Kunsthalle Düsseldorf am 27. April 1967 wurde in der Pause einer Vorstellung mit den Gästen durchgeführt, die die Requisiten und Teile des Bühnenbildes in das neue Theater trugen. Die Deutsche Studentenbewegung der 1960er-Jahre kritisierte das Kom(m)ödchen zunehmend als „systemstabilisierend“.

1983 entschloss sich Lore Lorentz zu Soloauftritten und verließ das Ensemble des Kom(m)ödchens. Kay Lorentz begann ein neues, jüngeres Ensemble aufzubauen. Als er 1993 starb, gab Lore Lorentz ihre Solokarriere auf und übernahm die Leitung des Kom(m)ödchens, um die geplanten Vorstellungen umzusetzen. Sie übergab die Leitung an ihren Sohn Kay Sebastian Lorentz, der die Bühne seit dem Tod Lore Lorentz' 1994 weiterführt.

Der öffentliche Platz vor dem Theater wurde von der Stadt Düsseldorf in „Kay-und-Lore-Lorentz-Platz“ umbenannt, auch eine städtische Kollegschule trägt den Namen Lore-Lorentz-Schule.

Bekannte Mitglieder des Ensembles waren unter anderem Ernst Hilbich, Heinz von Cleve, Thomas Freitag, Harald Schmidt, Hugo Egon Balder, Jochen Busse, Volker Pispers, Mariele Millowitsch und Frank Lüdecke.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vinyl

  • Kom(m)ödchen-Platte. 1962, 10″-Langspielplatte, Telefunken LA 6233
  • Kom(m)ödchen-Platte 2. 1962, 10″-Langspielplatte, Telefunken LA 6270
  • Das Kommödchen. 1962, 10″-Langspielplatte, Telefunken C 107 (Zusammenstellung aus beiden o.g. Veröffentlichungen, Sonderauflage Dt. Schallplattenclub)
  • Zustände wie im alten Rom. 1963, Langspielplatte, Electrola E 83 428
  • Hast du zur Nacht gebetet, Ludwig?. 1964, Langspielplatte, Telefunken TSC 13 434
  • Prost Wahlzeit. 1965, Langspielplatte, Telefunken TSC 13 435
  • Prost Wahlzeit. 1965, 10″-Langspielplatte, Telefunken C 126 (Zusammenstellung aus o.g. Veröffentlichung, Sonderauflage Dt. Schallplattenclub)
  • Seit Adam und Eva. 196?, 7″-EP, IOS (ohne Nr.)
  • Neues aus Schilda – Mehr Phantasie am Rentenmarkt. 196?, 7″-EP, T 75 250 (herausgegeben vom Gemeinschaftsdienst der Boden- u. Kommunalkreditinstitute)

vertreten auf:

  • Bretter, die die Zeit bedeuten – Die Geschichte des deutschen Nachkriegs-Kabaretts von 1945 bis heute. 1968, 2 Langspielplatten, Polydor 47 832/3
  • Wir sitzen auf dem Pulverfaß – Deutsches Nachkriegs-Kabarett von 1945 bis heute. 1968, Langspielplatte, Polydor 79671 (Club-Sonderauflage)
  • Kabarett 1946–1969. 198?, 7 Langspielplatten, Polyphon 840 636-1

CD/DVD

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mehr Bilder als Backwaren. In: Der Spiegel. Nr. 28, 1947, S. 21 (online12. Juli 1947). Zitat: „Man hat es fertig gebracht, aber auch 1 1/2 Jahr gebraucht, in der trümmerreichen Düsseldorfer Altstadt 1000 cbm Schutt beiseite zu schaffen und, fast unbemerkt, die hellen, schönen Räume aufzubauen, in denen Mutter Ey und ihre Bilder und einiges mehr nun eingezogen sind. … Auch ihr mütterliches Gefühl für die Künstler ist unverändert. Es hat sich auch den Leutchen vom "Kommödchen", der kleinen Literaten-, Maler- und Schauspielerbühne Düsseldorfs, zugewandt. Sie werden vom Dienstag ab einen Monat lang auf der Bühne in Mutter Eys Ausstellungsräumen ein Gastspiel geben.“
  2. Gestorben: Lore Lorentz. In: Der Spiegel. Nr. 9, 1994 (online28. Februar 1994).
  3. Kalenderblatt: 12. September – Lore Lorentz, Deutsche Welle

Koordinaten: 51° 13′ 38″ N, 6° 46′ 32″ O