Kommission für Geoinformationswirtschaft

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Die Kommission für Geoinformationswirtschaft (auch GeoBusiness, GIW-Kommission) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie dient als Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Verwaltung zur Verbesserung der Rahmenbedingungen zur Nutzung von staatlichen Geoinformationen.

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründungssitzung fand am 17. November 2004 unter der Leitung des damaligen Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Rezzo Schlauch statt.[1] Die Geschäftsstelle der Kommission ist der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover angegliedert.[2]

Die Kommission wurde eingerichtet, um die Kooperation zwischen Wirtschaft und Verwaltung hinsichtlich der Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-DE) zu fördern, da das Marktpotenzial für die Nutzung staatlicher Geodaten im Rahmen einer Studie des Wirtschaftsministeriums auf mehrere Milliarden Euro geschätzt wurde.[3]

Die Projekte der Kommission sollen die Rahmenbedingungen im Umgang mit Geodaten verbessern:

  • Die Kommission stellt unter dem Namen GeoInfoMarkt ein Verzeichnis von geobasierten Internet-Diensten der öffentlichen Verwaltung und anderer Anbieter zur Verfügung.[4]
  • Mit GeoLizenz.org stellt die Kommission eine einheitliche Lizenz für die Nutzung von Geodaten bereit.[5][6]
  • Gemeinsam mit dem Verein Selbstregulierung Informationswirtschaft e.V. hat die Kommission einen Verhaltenskodex für die datenschutzkonforme Nutzung von Geodaten erarbeitet.[7]
  • Im Rahmen des GeoNetz-Projekts sollen die Anforderungen INSPIRE-Richtlinie der EU-Kommission einheitlich umgesetzt werden.[8][9]
  • Unter dem Projektnamen GeoRohstoff werden Informationen für die Rohstoff-Gewinnung aufbereitet.[10] Zusammen mit deutschen Rohstoffverbänden stellt GeoBusiness dazu ein Geoinformationssystem (GisInfoService) bereit.
  • Mit weiteren Projekten soll die Kommission dazu beitragen, die Effizienz im Gesundheitswesen zu steigern (GeoMore[11]), Überflutungsgefahren zu verringern (GeoRisiko[12]) und die Forstwirtschaft zu erleichtern (GeoWaldwirtschaft[13]).

Die Kommission ist regelmäßig auf der CeBIT und der Intergeo, der weltweit führenden Kongressmesse für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement, vertreten. Seit 2009 vergibt GeoBusiness den mit 10.000 Euro dotierten GeoBusinessAward für innovative Geschäftsmodelle im Bereich der Geodaten.[14]

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die GIW-Kommission ist im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) angesiedelt und setzt sich aus Vertretern der deutschen Wirtschaftsverbände zusammen. Zu den Mitgliedern gehören:[15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Digitaler „Rohstoff“ Geoinformationen – ein Beitrag zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland (Memorandum der Kommission für Geoinformationswirtschaft). 15. April 2005, abgerufen am 14. August 2015.
  2. Organisationsplan der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Abgerufen am 25. Juli 2015 (PDF, Fachbereich 4.2).
  3. MEMORANDUM 2010. Kommission für Geoinformationswirtschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, 4. März 2010, abgerufen am 14. August 2015 (PDF).
  4. GeoInfoMarkt.org. GeoBusiness, Februar 2015, abgerufen am 14. August 2015 (PDF).
  5. Geolizenz.org – Eine Lizenz für Alle. GeoBusiness, Oktober 2014, abgerufen am 14. August 2015 (PDF).
  6. Christiane Schulzki-Haddouti: Diskussion über neue Open-Data-Geolizenz. In: heise online. 9. Oktober 2013, abgerufen am 14. August 2015.
  7. GeoBusiness Code of Conduct (CoC) – „GeoBusiness und Datenschutz“. SRIW und GeoBusiness, 13. Januar 2015, abgerufen am 14. August 2015 (PDF).
  8. INSPIRE-Richtlinie in der Versorgungswirtschaft einheitlich umsetzen. GeoBusiness, Juni 2015, abgerufen am 14. August 2015 (PDF).
  9. Tobias Haar: Neues Geodatenzugangsgesetz tritt in Kraft – Zugänglich. In: iX. April 2009, abgerufen am 14. August 2015.
  10. Staatliche Geodaten für die mineralische Rohstoffsicherung nutzen. GeoBusiness, Juni 2015, abgerufen am 14. August 2015 (PDF).
  11. Mehr Effizienz im Gesundheitswesen durch den Einsatz von staatlichen Geodaten. GeoBusiness, Februar 2015, abgerufen am 14. August 2015.
  12. Risiken besser abschätzen mit staatlichen Geodaten. GeoBusiness, Juni 2015, abgerufen am 14. August 2015.
  13. Privatwald effizient bewirtschaften durch den Einsatz von staatlichen Geodaten. GeoBusiness, Februar 2015, abgerufen am 14. August 2015.
  14. GeoBusiness AWARD wird erstmalig vergeben. BMWi, 2. Dezember 2009, abgerufen am 14. August 2015.
  15. Kommission für Geoinformationswirtschaft – Mitglieder. Abgerufen am 25. Juli 2015.