Komposition (Grammatik)

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Die Komposition oder Wortzusammensetzung ist in der Grammatik die Bildung eines neuen Wortes durch die Verbindung mindestens zweier bereits vorhandener Wörter bzw. Wortstämme. Ein zusammengesetztes Wort wird Kompositum (Pl.: Komposita), Zusammensetzung oder Doppelwort genannt.

Ein Kompositum, das ein Nomen (im Sinne von Substantiv) als Grundwort hat, wird zusammengesetztes Nomen oder Nominalkompositum genannt, in der Schulgrammatik zusammengesetztes Hauptwort. Dies ist im Deutschen der häufigste Typ; allerdings ist das Verfahren der Komposition als solches nicht auf eine bestimmte Wortart eingeschränkt.

Die Komposition ist neben der Derivation (Ableitung) die wichtigste Art der Wortbildung. Sie ist neben der Entlehnung – die allerdings nicht als Wortbildungsart gilt – das wichtigste Mittel, um bei Bedarf den bestehenden Wortschatz zu erweitern. Die Bildung von Komposita führt zu Informationsverdichtung, da eine Bedeutung, die sonst eine syntaktische Konstruktion aus mehreren Wörtern erfordern würde, in einem einzigen Wort ausgedrückt werden kann.

Begriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Begriffe „Grundwort“ und „Bestimmungswort“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In manchen Darstellungen wird für eine Komposition verlangt, dass die miteinander verbundenen Elemente selbständig vorkommen können, also Wörter sein sollen.[1] Beispiele:

  • der Fußball (Nomen) + das Stadion (Nomen) → das Fußballstadion (Nomen).
  • die Abfahrt (Nomen) + die Zeit (Nomen) → die Abfahrtszeit (Nomen).
  • fahr(-en) (Verb) + der Gast (Nomen) → der Fahrgast (Nomen).

Das Rechtsglied wird dann auch als das Grundwort des Kompositums bezeichnet, das Erstglied als sein Bestimmungswort. Eine solche Einteilung, die sich auf „Wörter“ bezieht, erfasst die typischen Fälle, jedoch verengt sie den Begriff der Komposition und schließt nicht alle infrage kommenden Fälle ein.

Komposition als Verbindung zweier Wortstämme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Üblicherweise werden unter dem Begriff der Komposition alle Verbindungen einbezogen, deren Teile den gleichen Status wie der Wortstamm eines Inhaltsworts haben (also im einfachen Fall lexikalische Morpheme sind), auch wenn sie nicht selbständig als Wörter benutzbar sein sollten. Als Komposita zählen somit auch Bildungen, die sogenannte Konfixe verwenden[2] wie in Biblio-thek oder Video-thek. Hier ist das Element -thek ein Konfix, d. h. kommt nicht frei vor, bildet aber einen Stamm für die Anfügung von Flexionsendungen, wie in Videothek-en. Im Gegensatz zu einem Affix trägt es auch inhaltliche Bedeutung bei (hier etwa: „Verwahrungs- und Benutzungseinrichtung für Medien“). Ein Kompositum mit (nicht-fremdsprachlichem) Konfix als Erstglied ist beispielsweise Schwieger-vater.[3] Ebenso ergibt sich dann Brombeere als Kompositum, analog zu Stachel-beere, auch wenn Brom- als Bezeichnung einer Pflanzenart weder frei noch sonst wo gebunden vorkommt (ein „unikales Morphem“).

Komposition lässt sich dann allgemein definieren als die Verbindung zweier Wortstämme, nicht zweier Wörter.[4] Diese Definition ist aus zwei Gründen präziser: Zum einen sind, wie gesehen, unselbständige Wortstämme zugelassen, wogegen Wörter immer frei stehen können. Zum anderen kann als Wort eine Einheit bezeichnet werden, die eine Flexionsform trägt; flektierte Wortformen sind jedoch innerhalb von Komposita normalerweise nicht möglich. Man sieht dies im obigen Beispiel fahr(-en) + Gast → Fahrgast: Das Kompositum kann nicht die Infinitivform benutzen wie: * Fahrengast. – Zu beachten ist, dass ein Wortstamm seinerseits zusammengesetzt sein kann; mehr dazu siehe im Abschnitt #Der innere Aufbau von Komposita.

Die Abgrenzung zwischen Komposition und Derivation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Wortbildung zählen sowohl Komposition als auch Derivation. Während Komposition als Verbindung aus zwei Stämmen definiert wurde, ist die Derivation (Ableitung) eine Verbindung aus einem Stamm und einem Affix, wobei Affixe als grammatische, nicht lexikalische Elemente zählen. In der Bezeichnung abgeleiteter Begriffe können aber manchmal beide Verfahren mit ähnlichem Ergebnis benutzt werden, z. B. ist die Wortableitung Empfänger in einer Lesart bedeutungsgleich mit Empfangsgerät (einem Kompositum).

Die Unterscheidung zwischen Komposition und Derivation weist jedoch auch einen Übergangsbereich auf, und zwar sowohl was die Sprachgeschichte betrifft als auch die gegenwärtige deutsche Grammatik.[5] Dies liegt daran, dass ehemals selbständige Wörter, die in Komposita vorkommen, verblassen können und später als Derivationsaffixe aufgefasst werden.

Ein Beispiel für einen historischen Übergang ist das heutige Wortbildungs-Affix lich, wie in feind-lich. Es geht zurück auf das althochdeutsche Wort lich = Körper, Gestalt (vgl. im heutigen Deutsch das Substantiv Leiche). Auf dieser Stufe wären Konstruktionen mit lich demnach als Komposita aufzufassen. Im heutigen Deutsch besitzt -lich keinen Wortstatus mehr und ist vielmehr ein Affix. Die inhaltliche Entwicklung verlief entsprechend von einer Bedeutung „Gestalt (wie ...)“ hin zu einer abstrakteren Funktion, etwa: „in der Art von...“.[6]

Im Gegenwartsdeutsch gibt es ebenfalls Fälle von unsicherem Status zwischen Grundwort eines Kompositums oder Affix. Zum Beispiel wird in dem Handbuch von Fleischer & Barz[7] das Element -wesen wie in Finanzwesen, Hochschulwesen, Gesundheitswesen als Suffix eingestuft, die genannten Bildungen seien also keine Komposition, jedoch ist das Substantiv Wesen in der Bedeutung „kennzeichnende Eigenschaft“ darin noch erkennbar.

Ein häufiger Fall sind auch Wortbildungen, in denen der erste Teil eines Kompositums eine Bedeutungsveränderung erfährt, die in Richtung einer reinen Bewertung führt (eine expressive Bedeutung). Beispiele sind: Riesenproblem, Bombenerfolg, Traumurlaub. Diese Bildungen beziehen sich nicht wörtlich auf Riesen, Bomben oder Träume, wenngleich Metaphern, die auf diesen Wörtern basieren, beteiligt sind. Hier liegt formal ein Kompositum vor, ein Bestandteil ist aber inhaltlich so geschwächt, wie es für Derivationselemente eher typisch ist (hier also Präfixe). Solche Zwischenformen werden als Affixoid bezeichnet (aber eben nicht als Affix eingeordnet).[8][9]

Der innere Aufbau von Komposita[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Kopf“ und „Kern“ bei der Komposition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der grammatikalische Kopf einer Konstruktion überträgt seine grammatischen Eigenschaften auf das ganze Wort und steht beim Kompositum im Deutschen (und anderen germanischen Sprachen) in der Regel rechts außen (man sagt daher, das Kompositum sei rechtsköpfig). Bei Determinativkomposita (siehe im Abschnitt „Kompositionstypen“) wird der Kopf auch als das Determinatum bezeichnet. Für eine ausführliche Darstellung mit Beispielen von Komposita siehe den Hauptartikel.

Fuge und Fugenelement (im Deutschen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nahtstelle zwischen den Wortstämmen, die die Glieder eines Kompositums bilden, wird Fuge oder Kompositionsfuge genannt. Diese kann durch ein spezielles Fugenelement gekennzeichnet sein.[10]

Als Fugenelemente erscheinen im Deutschen hauptsächlich -(e)s-, -e-, -(e)n- und -er- wie in Liebeslied, nötigenfalls, Wartezimmer und gewissermaßen. Die Fugenelemente im Deutschen sind aus Flexions­endungen oder andernorts geschwundenen Teilen des Wortstamms entstanden, wurden aber später in Analogie dazu gebildet. Man unterscheidet paradigmatische Fugenelemente, d. h. Laute oder Lautverbindungen, die dem Flexionsparadigma des Erstglieds entsprechen, z. B. Genitiv-/Plural-Morphologie (Geistesblitz, Geisterfahrer) und unparadigmatische Fugen, die nicht zum Flexionsparadigma des Erstglieds gehören, z. B. Liebesbrief, Beobachtungssatellit.[11] Auch bei äußerlicher Gleichheit zählen Fugenelemente jedoch in keinem Fall als Flexion, da sie keine grammatischen Merkmale ausdrücken. Sie erfordern also keine Ausnahme zu der Regel, dass im Inneren von Komposita keine Flexionsformen vorkommen.

Vollständige Regeln für ihr Auftreten gibt es nicht. Ein regelmäßiges Muster ist, dass bestimmte Derivations-Suffixe das Anhängen eines Fugen-s verlangen, wenn sie das Erstglied des Kompositums abschließen, so etwa bei -keit, -heit, -schaft, -ung, -ut, -ion, -tät, -tum.

Beispiele
Freiheitsliebe; Landschaftsgärtnerin; Meinungsbildung, Komposition-s-fuge
Ausnahme ohne Fugen-s
Stellungnahme.

Komplexe Komposita[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn ein Kompositum als Verbindung zweier Stämme definiert wird, kann hierbei jeder beteiligte Stamm in sich zusammengesetzt sein. Es kann also wiederum ein Kompositum als Erst- oder Zweitglied auftreten oder jede andere Art von Wortbildung enthalten sein.

Beispiele:

  • Töpfereibetriebseröffnung = {Töpfereibetrieb} + {s} + {Eröffnung}. Rechtsglied: (die) Eröffnung ist der Kopf und macht das ganze Wort zu einem Femininum.
  • Töpfereibetrieb = {Töpferei} + {Betrieb} (wiederum Komposition)

Wortbildungsmorpheme wie das -ei in Töpferei sind hier zwar als Bestandteil im Inneren des Erstglieds sichtbar, sind aber als solche nicht am Vorgang der Komposition beteiligt. Die Ableitung von Töpferei letztlich aus Topf ist ein Wortbildungsprozess, der insgesamt zur Bildung eines komplexen Wortstamms Töpferei führt:

  • Töpferei = {Töpfer} + {-ei} (Derivation mit Sufix {-ei})
  • Töpfer = {Topf} + {-er} (Derivation mit Suffix {-er})

Nur der so gebildete komplexe Wortstamm Töpferei als ganzer wird jedoch von der Kompositionsregel in der Bildung Töpferei+betrieb benutzt.

Kompositionstypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Sprachwissenschaft werden verschiedene Typen und Arten von Komposita unterschieden.

Herkömmliche Typisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkömmlich werden Komposita (XY) nach semantischen Kriterien typisiert als:

  • Determinativkompositum (X bestimmt Y näher, z. B. um Baum näher zu klassifizieren, wird das Kompositum Apfelbaum gebildet)
  • Possesivkompositum (X bestimmt Y näher, wobei XY nicht das Benannte Y ist, sondern pars-pro-toto fungiert, z. B. Glatzkopf)
  • Rektionskompositum (X bestimmt Y näher, wobei Y sich wie eine Ergänzung verhält, die vom Grundwort verlangt wird, analog wie bei einem grammatischen Objekt, das von einem Verb regiert wird, z. B. Frauenkenner)
  • Kopulativkompositum (X und Y sind semantisch gleichwertig, z. B. süß-sauer)

Beim Determinativkompositum bestimmt (determiniert, spezifiziert) ein Wortglied das andere. Possesivkomposita und Rektionskomposita werden dabei als Unterformen von Determinativkomposita verstanden.[12]

Typenbildung nach Jacob oder Wilhelm Grimm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während die Typenbildung in Determinativ-, Possessiv- und Kopulativkomposita als synchronisch qualifiziert wird,[13] hat Grimm unter historisch-genetischem Aspekt echte/eigentliche Komposita durch Juxtaposition, Kasuskomposita (uneigentliche/unechte Komposita) und verdunkelte („versteinerte“) Zusammensetzungen unterschieden.[14]

Typisierung nach den beteiligten Wortarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die unmittelbaren Konstituenten eines Kompositums können unterschiedlichen Wortarten angehören. „Fast alle Wortarten können miteinander kombiniert werden.“[15] Es gibt „grundsätzlich keine Einschränkungen.“[16] Allerdings kann ein Kompositum auch einer Wortart angehören, die keines seiner Bestandteile hat. So sind Zusammensetzungen mit Präpositionen als zweitem Glied üblicherweise selbst keine Präpositionen („nebenan“).

Beispiele:[17]

1.\2. Bestandteil Substantiv Verb Adjektiv Adverb Präposition
Substantiv Wort+bildung seil+tanzen blitz+schnell fluss+abwärts berg+auf
Verb Koch+topf dreh+bohren klopf+fest Tauge+nichts Reiß+aus
Adjektiv Blau+helm rein+waschen hell+gelb rund+weg rund+um
Adverb Wieder+wahl davon+laufen immer+grün immer+fort außen+vor
Präposition Gegen+satz wider+sprechen vor+laut vor+weg neben+an

Weitere Beispiele:

  • (Substantiv + Substantiv; N+N-Komposita): „Fuge+n+element“
  • (Adjektiv + Substantiv (+ Substantiv)): „Breit+maul+frosch“; „Dünn+brett+bohrer
  • (Pronomen + Substantiv): „All+heilmittel“, „Ich+bewusstsein“
  • (Partizip + Substantiv): „Bedeckt+samer“, „Lebend+gewicht“

Komposita kann man auch nach der Wortart der Kopfkonstituente einteilen in:[13]

Substantivkomposita (Nomenkomposita, Nominalkomposita)
„Renn+wagen“
Adjektivkomposita
„himmel+blau“
Verbkomposita
„zusammen+setzen“

Sonderfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammenrückungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammenrückungen, also Wörter wie Taugenichts, Nimmersatt, Gottseibeiuns, Dreikäsehoch, Vergissmeinnicht, fußbreit, fortan, sind in der Forschung in ihrer Zuordnung umstritten. Nach Bußmann stellen sie eine Ausnahme bei der Komposition dar, da das 2. Glied nicht Wortart und Flexionsklasse bestimmt.[13]

Autokomposita, Iterativkomposita[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt eine schwach produktive Wortbildungsart, bei der durch Doppelung eines Wortes ein Kompositum gebildet wird.[18] Eine Grundform stellen die sogenannten Autokomposita (Selbstkomposita) dar. Dass und wie Selbstkomposita interpretierbar sind, hat Günther in Experimenten nachgewiesen.[19] Geläufige Beispiele sind Helfershelfer, Kindeskind, Zinseszins, die als Genitivkonstruktionen Helfer der Helfer etc. interpretiert werden können.[20] Andere Beispiele dienen unter anderem der Hervorhebung/Intensivierung, z. B. Film-Film, graugraue Hemden.

Gelegentlich wird dabei der anlautende Konsonant variiert, häufiger aber der Stammvokal des Ausgangswortes.

Beispiel
Konsonantenvariation/Reimdoppelung: Schickimicki, larifari;
häufiger ist Vokalvariation/Ablautdoppelung: Mischmasch, Wirrwarr, Schnickschnack.

Nicht in dieses Muster gehören Onomatopoetika wie Kuckuck, Tamtam, Wauwau, da sie nicht aus Wörtern gebildet, sondern lautmalerisch urgeschöpft werden.[21]

Rechtschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der deutschen Orthografie werden Komposita heute meist zusammengeschrieben.[22] Eine Alternative ist die Trennung der einzelnen Kompositumsbestandteile voneinander mit Bindestrich. Ein Leerzeichen in einem Kompositum ist in jedem Fall unzulässig. So kann das schwer lesbare Wort Reihensechszylinderwirbelkammervierventilturbodieselmotor auch Reihen-Sechszylinder-Wirbelkammer-Vierventil-Turbo-Dieselmotor geschrieben werden, niemals aber mit Leerzeichen.

Englische Rechtschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Englischen werden Komposita für gewöhnlich mit Leerzeichen geschrieben, aber deren Bestimmungswörter werden mit Bindestrich kombiniert, wenn sonst das Verständnis beeinträchtigt wäre. Dies betrifft besonders Kombinationen von Zahlen und Substantiven, aber auch Kombinationen aus anderen Wortteilen.

Traditionell wurden auch viele zweiteilige Komposita mit Bindestrich geschrieben, aber heutzutage werden sie zunehmend entweder getrennt oder zusammengeschrieben, besonders im amerikanischen Englisch. Traditionell wurden neue Begriffe wie homepage erst lange home page geschrieben, erst viel später home-page und nur selten und nach langer Etablierung als homepage.

Der Reihen-Sechszylinder-Wirbelkammer-Vierventil-Turbo-Dieselmotor wäre auf Englisch also theoretisch ein inline six-cylinder swirl chamber four-valve turbodiesel engine. Im Englischen sind jedoch Komposita mit mehr als vier Teilen verpönt; selbst vierteilige werden wenn möglich mit of oder anderen Präpositionen umformuliert, z. B. four-valve turbodiesel engine with (an) inline six-cylinder swirl chamber.

Quantitative Aspekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschiedene quantitative Überlegungen lassen sich zu Komposita anstellen.[23] Eine geht der Frage nach, aus wie vielen Lexemen Komposita zusammengesetzt sind und wie häufig die verschieden langen Komposita vorkommen.[24] Eine weitere gilt der Frage, aus Wörtern welcher Wortart die Komposita zusammengesetzt sind. Dazu hat Gnatchuk Untersuchungen an Komposita in englischen Prosa-Texten[25] sowie in englischen wissenschaftlichen Texten durchgeführt.[26] Weitere Untersuchungen galten den Komposita in einem deutschsprachigen Fachbuch über Wirtschaftsinformatik[27] und denen in Büchern zur Komputerwissenschaft im Ukrainischen.[28] Die Mittel, mit denen die Übergangsstelle zwischen Kompositionsgliedern gestaltet wird, ist ein zusätzliches Thema Gnatciucs & Gnatchuks am Beispiel eines Buches über Wirtschaftsinformatik.[29] Noch ein anderer Aspekt besteht darin, dass kürzere Wörter mehr an der Bildung von Komposita beteiligt sind als längere.[30] In all diesen Fällen konnte gezeigt werden, dass die beobachteten Verhältnisse mathematischen Modellen genügen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hadumod Bußmann (Hrsg.) unter Mitarbeit von Hartmut Lauffer: Lexikon der Sprachwissenschaft. 4., durchgesehene und bibliographisch ergänzte Auflage. Kröner, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-520-45204-7.
  • Johannes Erben: Einführung in die deutsche Wortbildungslehre. 3., neu bearbeitete Auflage, Schmidt, Berlin 1993, ISBN 3-503-03038-7.
  • Elke Donalies: Die Wortbildung des Deutschen: Ein Überblick. 2., überarbeitete Auflage. Narr-Verlag, Tübingen 2005, ISBN 978-3-8233-6131-2.
  • Wolfgang Fleischer, Irmhild Barz: Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache. 4., vollständig neu bearbeitete Auflage. de Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-025663-5.
  • Bernd Naumann: Einführung in die Wortbildungslehre des Deutschen. 3., neu bearbeitete Auflage. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2000, ISBN 978-3-484-25004-8.
  • Damaris Nübling, Antje Dammel, Janet Duke, Renata Szczepaniak: Historische Sprachwissenschaft des Deutschen. 5. Auflage. (= narr Studienbücher). Narr Francke Attempto, Tübingen 2017. ISBN 3-82-338073-7.
  • Susan Olsen: Wortbildung im Deutschen. Eine Einführung in die Theorie der Wortstruktur. Kröner, Stuttgart 1986, ISBN 3-520-66001-6.
  • Susan Olsen: „Argument-Linking“ und unproduktive Reihen bei deutschen Adjektivkomposita; in der Zeitschrift für Sprachwissenschaft. Band 5, S. 5–24, 1986b., ISSN (online) 1613-3706, ISSN (gedruckt) 0721-9067.
  • Lorelies Ortner, Elgin Müller-Bollhagen u. a.: Substantivkomposita. (Komposita und kompositionsähnliche Strukturen 1). de Gruyter, Berlin 1991, ISBN 3-11-012444-0.
  • Maria Pümpel-Mader, Elsbeth Gassner-Koch, Hans Wellmann unter Mitarbeit von Lorelies Ortner: Adjektivkomposita und Partizipialbildungen. (Komposita und kompositionsähnliche Strukturen 2). de Gruyter, Berlin 1992, ISBN 3-11-012445-9.
  • Elisabeth O. Selkirk: The syntax of words. 2. Auflage, MIT Press, Cambridge, Mass. 1982, ISBN 0-262-19210-1/ISBN 0-262-69079-9.
  • Ludwig Tobler: Über die psychologische Bedeutung der Wortzusammensetzung mit Bezug auf nationale Charakteristik der Sprachen. In: Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft. Band 5, 1868, S. 205–232.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Determinativkompositum – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Komposition – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Kopulativkompositum – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Zusammensetzung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Kurzzitate beziehen sich auf die Titel in der obigen Literaturliste)

  1. So z. B. Duden, Rechtschreibung und Grammatik – leicht gemacht. 2007, S. 126.
  2. So auch Duden, Die Grammatik. 7. Auflage. 2005, Rn. 1002.
  3. Zu Konfixkomposita insgesamt Fleischer & Barz 2012, S. 111ff. und S. 172ff.
  4. Siehe z. B.: Martin Haspelmath: Understanding Morphology. First Edition. Arnold, London 2002. – S. 86f.
  5. Hadumod Bußmann (Hrsg.): Lexikon der Sprachwissenschaft. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2002, ISBN 3-520-45203-0 (Komposition).
  6. Nübling & al. (2017): Historische Sprachwissenschaft des Deutschen, S. 93.
  7. Fleischer & Barz (2012), S. 231 (siehe Literaturliste).
  8. Nübling & al. (2017), S. 94f.
  9. Kristel van Goethem: Affixation in Morphology. In: Oxford Research Encyclopedia of Linguistics. 2020 (online; abgerufen 16. September 2020). DOI: 10.1093/acrefore/9780199384655.013.678. – S. 25.
  10. Kürschner: Grammatisches Kompendium, 4. Auflage, 2003, ISBN 3-8252-1526-1, S. 70.
  11. Altmann, Kemmerling, 2005.
  12. Donalies, Elke: Die Wortbildung des Deutschen. Abgerufen am 7. September 2020.
  13. a b c Hadumod Bußmann (Hrsg.): Lexikon der Sprachwissenschaft. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2002, ISBN 3-520-45203-0 (Kompositum).
  14. Einzelheiten bei Hadumod Bußmann (Hrsg.): Lexikon der Sprachwissenschaft. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2002, ISBN 3-520-45203-0 (Komposition).
  15. Langemann, Felgentreu (Hrsg.): Duden, Basiswissen Schule: Deutsch. 2. Auflage. 2006, ISBN 3-411-71592-8, S. 111.
  16. So Reimann Kessel: Basiswissen Deutsche Gegenwartssprache. 2005, S. 102.
  17. Beispiele überwiegend nach Kessel, Reimann: Basiswissen Deutsche Gegenwartssprache. 2005, S. 102.
  18. Andrzej Zdzisław Bzdęga: Reduplizierte Wortbildung im Deutschen. Praca wydana z zasiłku polskiej akademii nauk, Poznań 1965.
  19. Hartmut Günther: N + N: Untersuchungen zur Produktivität eines deutschen Wortbildungstyps. In: Leonard Lipka, Hartmut Günther (Herausgeber): Wortbildung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1981, ISBN 3-534-08128-5, Seite 258–280, Selbstkomposita: Seite 270ff.
  20. Hilke Elsen: Grundzüge der Morphologie des Deutschen. de Gruyter, Berlin/Boston 2011, ISBN 978-3-11-023791-7, Seite 67.
  21. Helmut Glück (Hrsg.): Metzler-Lexikon Sprache. 4. aktualisierte und überarbeitete Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2010, ISBN 978-3-476-02335-3, Artikel Reduplikationsbildung
  22. Deutsch als Fremdsprache.
  23. Gabriel Altmann: Hypotheses about compounds. In: Rolf Hammerl (Hrsg.): Glottometrika 10, 1989, S. 100–107. Bochum: Brockmeyer. ISBN 3-88339-700-8.
  24. Karl-Heinz Best: Längen von Komposita im Deutschen, in: Glottometrics 23, 2012, S. 1-6 (PDF Volltext).
  25. Hanna Gnatchuk: A quantitative investigation of English compounds in prose texts, in: Glottometrics 32, 2015, S. 1–8 (PDF Volltext)
  26. Hanna Gnatchuk: A Quantitative Analysis of English Compounds in Scientific Texts, in: Glottometrics 33, 2016, S. 1–7 (PDF Volltext).
  27. Ekaterina Shmidt, Hanna Gnatchuk: German Compounds in the Texts of Technical Science, in: Glottometrics 35, 2016, S. 1–5 (PDF Volltext)
  28. Denys Ishutin, Hanna Gnatchuk: Ukrainian compounds in the texts of computer science, in: Glottometrics 39, p. 88-92 (PDF Volltext)
  29. Anastasia Gnatciuc, Hanna Gnatchuk: Linking Elements of German Compounds in the Texts of Technical Science, in: Glottometrics 40, 2018, p. 46–50 (PDF Volltext)
  30. Christopher Michels: The relationship between word length and compounding activity in English, in: Glottometrics 32, 205, S. 88–98 (PDF Volltext)