Kompriband

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Ein Kompriband (auch Anschlagband oder Fugenband) ist ein vorkomprimiertes, imprägniertes Schaumstoffdichtungsband auf Polyurethanbasis, das nach dem Einbringen in eine Fuge langsam expandiert und sich dicht an die Fugenränder anlegt. Kompribänder gibt es im Regelfall in zweierlei Ausführungen als Innen- und Außenbänder.

Einsatzbereiche im Bau:

  • Dehnfugen, Abdichtungen beziehungsweise Fertigbauteile, Faserzementteile, Fenster- und Türanschlüsse, Trennwände und so weiter.

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein offenzelliger Polyurethan-Schaumstoff wird durch und durch mit einem wasserabweisenden Kunstharzpolymer durchimprägniert, zusammengedrückt (vorkomprimiert) und dann aufgerollt. Diese Dichtbandrollen bekommt der Verarbeiter in verschiedenen Abmessungen je nach Anwendung und Fugengröße. Zur Verarbeitung wird das vorkomprimierte Dichtband nach Bedarf abgerollt und entweder auf ein Bauteil aufgeklebt und das andere dagegengesetzt, oder das Dichtband wird in eine bereits vorhandene Fuge nachträglich eingelegt. Letzteres ist möglich, weil ein Kompriband langsam versucht, sein ursprüngliches unkomprimiertes Maß zu erreichen.

Im Unterschied zum Quellband, das durch Aufnahme von Wasser sein Volumen vergrößert, stellt sich ein Kompriband rein mechanisch zurück, ohne chemische Reaktionen oder besondere physikalische Vorgänge.

Kompribänder dienen u.A. zur Herstellung der Schlagregendichtheit an Fassaden. Kompribänder gibt es in verschiedenen Beanspruchungsgruppen.

Diese werden in der DIN 18542 definiert, welche aber u.a. noch die

  • Witterungsbeständigkeit
  • Temperaturwechselbeständigkeit
  • Luftdurchlässigkeit (a-Wert)
  • Beständigkeit gegen Licht- und Feuchteeinwirkung
  • Verträglichkeit mit anderen Baustoffen
  • Brandverhalten
  • Wasserdampfdiffusionswiderstand
  • Schlagregendichtheit bei Fugenkreuzen

beinhaltet.

Laut Richtlinie MO-01/1 vom Januar 2007 für die Gebrauchstauglichkeit von Abdichtungsmaterialien beim Baukörperanschluss von Fenstern hat ein Kompriband, das zur äußeren Fensterabdichtung eingesetzt werden soll, der höchsten Beanspruchungsgruppe BG1 zu genügen.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. klebt mit Kraft (adhäsiv) statt mit Chemie (reaktiv)
  2. leicht einbringbar durch verzögerte Rückstellkraft
  3. Temperaturbeständigkeit von –30 °C bis +90 °C
  4. Imprägnierung auf Dispersionsbasis
  5. hohe Alterungs- und Witterungsbeständigkeit
  6. hervorragende Verträglichkeit mit anderen Werkstoffen
  7. Brandverhalten, Baustoffklasse B1, DIN 4102

Anwendungsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abdichtung gegen Schlagregen, Lärm, Zugluft und Staub im Innen- und Außenbereich
  2. Fassadenbau
  3. Einbau von Fenster und Türrahmen im Mauerwerk, auch zwischen verschiedenen Werkstoffen
  4. Glasbau
  5. Bodenfugen
  6. Bewegungsfugen auf Flachdächern
  7. Holzbau inklusive Innenverkleidungen
  8. Hochbau zwischen Aluminiumprofilen
  9. Containerbau
  10. Automobilindustrie