Kondrauer Mineral- und Heilbrunnen

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Kondrauer Mineral- und Heilbrunnen GmbH & Co. KG

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Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Compagnie Kommanditgesellschaft
Sitz Waldsassen DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Jonas Seidl (Geschäftsführender Gesellschafter)
Ralf Brodnicki (Geschäftsführer)
Mitarbeiterzahl ca. 120
Branche Getränkehersteller
Website www.kondrauer.de

Urkunde zur Ernennung als Königlich Bayerischer Hoflieferant

Die Kondrauer Mineral- und Heilbrunnen GmbH & Co KG ist ein bayerischer Getränkehersteller mit der Hauptmarke „Kondrauer Mineralwasser“. Der Sitz des Unternehmens befindet sich in Kondrau, einer Ortschaft der Gemeinde Waldsassen im oberpfälzischen Stiftland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde eine Kondrauer Mineralquelle im Jahr 1281. Zisterziensermönche des Klosters Waldsassen schöpften dort Mineralwasser.[1] Ab 1668 ließ Kurfürst Ferdinand Maria Kondrauer Mineralwasser an den Fürstenhof nach München transportieren. 1803 wurde die Quelle zum bayerischen Staatsbesitz, bis sie 1897 in privaten Besitz überging. Im selben Jahr wurde der Brunnenbetrieb zum königlich-bayerischen Hoflieferanten, was heute mit weiß-blauen Rauten und dem Wittelsbacher Wappen im Firmenlogo dargestellt wird. 1920 kauften der Großkaufmann und Flaschenhändler Valentin Werner und seine Frau Antonie den Brunnen. Seit 2007 sind deren Enkel, die Geschwister Ursula Klupp und Otmar Seidl, Eigentümer des Unternehmens.[2][3]

Ende März 2019 verkündete Kondrauer bei einer Pressekonferenz, dass Ende 2019 die Produktion in Kondrau eingestellt werde, ab 2020 werde die komplette Produktion in Naila stattfinden. Der Unternehmenssitz, die Verwaltung, Barverkauf und Teile der Logistik würden aber in Waldsassen bestehen bleiben. Begründet wurde dieser Schritt mit hohen anstehenden Investitionen in Waldsassen und dass nicht mehr ausreichend Wasser für den Bedarf von Kondrau aus den Quellen gefördert werden könnte. Schon 1980 hatten Seidls Großeltern mit einem Partner einen weiteren Produktionsstandort in Naila gegründet, Frankenwald Mineralbrunnen-Getränke GmbH & Co. KG. "Jede der drei leistungsfähigsten Quellen dort produziert allein so viel wie alle vier Quellen in Kondrau zusammen." In Naila wird voraussichtlich eine Abfüllanlage aus Kondrau installiert, zudem soll der Standort modernisiert werden und eine neue Abfüllanlage angeschafft werden.[4][5]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen hat seinen Sitz in einem circa 200 Hektar umfassenden Heilquellenschutzgebiet.[6] Täglich werden dort zwischen 100.000 und 400.000 Flaschen Mineralwasser abgefüllt. Der Getränkehersteller erzielt eigenen Angaben zufolge einen Umsatz „im zweistelligen Millionenbereich“ und beschäftigt ca. 120 Mitarbeiter. Geschäftsführender Gesellschafter ist Jonas Seidl; Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb ist Ralf Brodnicki.[7]

Im Jahr 1998 baute das Unternehmen eine Abfüllanlage für PET-Flaschen in Naila-Hölle.[8]

Kondrauer Mineralwasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriftzug des Kondrauer-Logos auf Heißluftballon

Das Mineralwasser wird nach Herstellerangaben aus fünf Quellen geschöpft, die in bis zu 282 Metern Tiefe liegen.[9] Seinen Gehalt an Mineralien, Spurenelementen und Kohlensäure erhält es durch Basalt- und Granitgestein im Gebiet.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Lassleben: Die Oberpfalz. Band 43. Michael-Lassleben-Verlag: Kallmünz 1955
  2. Marita Krauss: Die königlich-bayerischen Hoflieferanten. Volk Verlag, München 2008, ISBN 978-3-937200-27-9
  3. Unternehmenswebsite: Unsere Geschichte (Memento vom 28. September 2007 im Internet Archive). Abgerufen am 8. April 2017
  4. Kondrauer produziert bald in Naila. Abgerufen am 17. April 2019.
  5. Kondrauer in aller Munde. Abgerufen am 17. April 2019.
  6. Regierung der Oberpfalz: Wasserversorgungsbilanz Oberpfalz, Istanalyse und Entwicklungsprognose 2025, November 2015. Abgerufen am 6. April 2017.
  7. Unternehmenswebseite: Unternehmen. Abgerufen am 7. April 2017.
  8. Unternehmensinformation. Abgerufen am 9-8. April 2017
  9. Unternehmenswebsite: Unsere fünf Quellen (Memento vom 9. April 2017 im Internet Archive). Abgerufen am 8. April 2017
  10. Gerhard Steteren: Zur Geologie des Stiftlandes. Abgerufen am 6. April 2017