Konfessionskundliches Institut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Konfessionskundliche Institut des Evangelischen Bundes in Bensheim ist das Kompetenzzentrum für Konfessionskunde und Ökumene der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Träger ist der Evangelische Bund, ein konfessionskundliches und ökumenisches Arbeitswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Betreiben des späteren Präsidenten des Evangelischen Bundes und Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Wolfgang Sucker, wurde das Konfessionskundliche Institut 1947 als wissenschaftliche Arbeitsstätte des Evangelischen Bundes im südhessischen Bensheim an der Bergstraße gegründet. 1967 wurde es von seinem Gründungsort im Metzendorf-Viertel in ein modernes Dienstgebäude in der Weststadt verlegt. Seit 2007 befindet es sich wieder in der historischen Villa Brunnengräber, die seit 2005 nach dem Institutsgründer den Namen Wolfgang-Sucker-Haus trägt.

Zielsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland wurde „evangelische Selbstbesinnung“ in ökumenischer Verantwortung betrieben. Wolfgang Sucker rief im Sinne der „Gegnerschaft eines antikatholischen Affektes“ die gesamte Christenheit „zur Konversion zum Evangelium“ auf. Leben und Lehre der christlichen Konfessionen in Geschichte und Gegenwart werden erforscht und für den ökumenischen Dialog ausgewertet. Seit 1997 führt das Institut das auf den späteren Institutsleiter Jörg Haustein zurückgehende Leitwort „Konfessionskunde heißt: Den Nächsten kennen wie sich selbst“.

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut ist in vielfältiger Weise im Bereich Konfessionskunde und Ökumene tätig.

Referate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Themenspektrum der Ökumene, der Konfessionen und Kirchen bearbeitet das Konfessionskundliche Institut durch verschiedene Referate. Fünf hauptamtliche Wissenschaftliche Referenten arbeiten in den vier zentralen Themenbereichen

Direktorin des Konfessionskundlichen Instituts ist Mareile Lasogga, sie ist zugleich Referentin für Freikirchen und innerevangelische Ökumene. Geschäftsführerin ist Pfarrerin Ksenija Auksutat, die auch als Referentin für Publizistik und Kommunikation tätig ist. Daneben betreuen Beratende Mitarbeiter/innen die Themen Anglikanismus, Altkatholizismus und Pfingstbewegung. Das Projekt Healing of Memories wurde von 2006 bis 2010 vom Konfessionskundlichen Institut wissenschaftlich begleitet.

Bibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die umfangreiche Präsenzbibliothek des Instituts steht Besuchern nach Voranmeldung kostenfrei zur Verfügung. Sie ist über den Südwestdeutschen Bibliotheksverbund (SWB) recherchierbar.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut veranstaltet regelmäßig Tagungen und Seminare. Neben den Intensivseminaren gibt es Fachtagungen für die Catholica- und Ökumenereferent/innen der Landes- und Freikirchen und die Europäische Tagung für Konfessionskunde und das Ökumenische Jahresbriefing für Journalisten. Im Rahmen der Intensivseminare kann das Zertifikat Berater/in für Konfessionskunde erworben werden. Das Institut organisiert auch die Jahrestagungen des Evangelischen Arbeitskreises für Konfessionskunde in Europa (EAKE).

Forschungsprojekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Konfessionskundliche Institut führt Forschungsprojekte durch oder unterstützt entsprechende Projekte. a) Freikirchen und Landeskirchen im 19. Jahrhundert b) Umgang mit Freikirchen in Geschichte und Gegenwart c) Beobachtung der weltweiten Ökumene mit ÖRK und konfessionellen Weltbünden sowie ihrer Veränderungen und Zusammenschlüsse.

Träger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Konfessionskundliche Institut wird vom Evangelischen Bund e. V. Bensheim, der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau getragen; unterstützende Mitträger sind die Evangelische Landeskirche in Baden und die Evangelische Kirche der Pfalz. Seit 2007 dient die Stiftung Bekennen und Versöhnen des Evangelischen Bundes unmittelbar der Unterstützung des Konfessionskundlichen Instituts.

Gremien und Institutsleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kuratorium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Kuratorium gehören Vertreter der am Institut beteiligten Kooperationspartner an. Es ist maßgeblich für die Zielsetzung und Leitung verantwortlich. Bis zu seinem Tod 2015 war Landesbischof Friedrich Weber Vorsitzender des Kuratoriums. An seiner Stelle führt seitdem Frau Prof. Dr. Gury Schneider-Ludorff als Stellvertretende Vorsitzende das Gremium.

Wissenschaftlicher Beirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wissenschaftliche Beirat berät das Institut und vermittelt die Arbeit des Instituts an die Hochschulen und in die akademische Fachdiskussion. Vorsitzender ist Professor Dr. Karl Pinggéra.

Direktor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschäftsführer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Beetz (1947–1984)
  • Walter Fleischmann-Bisten (1984–2006)
  • Alexander Gemeinhardt (2007–2013)
  • Ksenija Auksutat (seit 2014)

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kollegium des Instituts gibt seit 1950 die Fachzeitschrift MD. Materialdienst des Konfessionskundlichen Instituts Bensheim sowie die Quartalsschrift Evangelische Orientierung heraus.

Die wissenschaftliche Buchreihe Kirche - Konfession - Religion (KKR) erscheint bei V&R Unipress, herausgegeben in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen. Zuletzt erschien:

  • Patrick Wulfleff: Die Freiheit der Gläubigen. Umstrittene Tendenzen der Frömmigkeit in den Anfängen von Chassidismus und Pietismus (= KKR 58). V&R unipress, Göttingen 2012, ISBN 978-3-89971-932-1.
  • Volker Spangenberg (Hrsg.): Luther und die Reformation aus freikirchlicher Sicht (= KKR 59). V&R unipress, Göttingen 2013, ISBN 978-3-8471-0133-8.
  • Jürg Bräker: Kirche, Welt, Mission. Alexander Schmemann – Eine ökumenisch relevante Ekklesiologie (= KKR 60). V&R unipress, Göttingen 2013, ISBN 978-3-8471-0113-0.
  • Giovanni Maltese: Geisterfahrer zwischen Transzendenz und Immanenz. Die Erfahrungsbegriffe in den pfingstlich-charismatischen Theologien von Terry L. Cross und Amos Yong im Vergleich (= KKR 61). V&R unipress, Göttingen 2013, ISBN 978-3-8471-0151-2.
  • Karl Heinz Voigt: Ökumene in Deutschland. Internationale Einflüsse und Netzwerkbildung – Anfänge 1848-1945 (=KKR 62). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014, ISBN 978-3-8471-0269-4.
  • Christoph Klein: Kirche mit anderen. Bemühungen um die Ökumene in Rumänien (=KKR 63). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014, ISBN 978-3-8471-0262-5.

Die Taschenbuchreihe Bensheimer Hefte erscheint im Göttinger Verlag Vandenhoeck & Ruprecht. Diese zählt derzeit 115 Bände. Zuletzt erschienen u.a.:

  • Walter Klaiber (Hrsg.): Methodistische Kirchen. Die Kirchen der Gegenwart (= Bensheimer Hefte 111). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010, ISBN 978-3-525-87202-4.
  • Paul Metzger (Hrsg.): Die Konfession Jesu (= Bensheimer Hefte 112). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012, ISBN 978-3-525-87203-1.
  • Andriy Mykhaleyko: Die katholischen Ostkirchen. Die Kirchen der Gegenwart 3 (= Bensheimer Hefte 113). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012, ISBN 978-3-525-87240-6.
  • Johannes Demandt (Hrsg.): Freie Evangelische Gemeinden. Geschichte, Verbreitung und Lehre einer evangelischen Freikirche, mit 17 internationalen Kurzporträts (= Bensheimer Hefte 114). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012, ISBN 978-3-525-87242-0.
  • Lothar Weiß (Hrsg.): Russlanddeutsche Migration und evangelische Kirchen (= Bensheimer Hefte 115). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2013, ISBN 978-3-525-87241-3.

Einzelne Arbeitshilfen behandeln spezielle Themen, z.B.:

  • Konfessionskundliches Institut Bensheim (Hrsg.): Was eint? Was trennt? Ökumenisches Basiswissen. Verlagshaus Speyer, Speyer 2010, ISBN 978-3-939512-18-9.
  • Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik (Paderborn), Konfessionskundliches Institut des Evangelischen Bundes (Bensheim): Taufe. Eine ökumenische Arbeitshilfe. Evangelischer Presseverlag Pfalz, Speyer 2009, ISBN 978-3-939512-14-1.
  • Konfessionskundliches Institut des Evangelischen Bundes (Bensheim) / Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik (Paderborn): Ehe. Ökumenisches Basiswissen. Evangelischer Presseverlag Pfalz, Speyer 2013, ISBN 978-3-939512-54-7.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://konfessionskundliches-institut.de/

Koordinaten: 49° 41′ 23″ N, 8° 37′ 28″ O