Konfluenzpunkt

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Der Konfluenzpunkt in Rot an der Rot-Berg: 48°N 10°O, August 2012
Der Konfluenzpunkt nahe Evensen: 52°N 10°O, Mai 2015
Das Arnsteiner Meridiandenkmal in der Nähe des Konfluenzpunktes 50°N, 10°O

Ein Konfluenzpunkt (von lateinisch confluere ‚zusammenfließen‘) ist der Schnittpunkt eines ganzzahligen Längengrades mit einem ganzzahligen Breitengrad auf der Erdoberfläche.

Anzahl und Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Koordinatensystem der Erde gibt es 180 Breiten- und 360 Längengrade, wobei die zwei 90sten Breitengrade, die geographischen Pole, punktförmig sind und nur als jeweils ein Konfluenzpunkt gelten. Zu den verbleibenden 178 Breitengraden muss noch der Äquator als nullter Breitengrad addiert werden. Diese 179 nicht-punktförmigen Breitengrade bilden jeweils 360 Konfluenzpunkte. Mit den zwei Polen ergeben sich rechnerisch 64.442 Konfluenzpunkte. 21.543 dieser Punkte liegen auf dem Land, 38.409 auf Meeresflächen und 4.490 im Bereich der Polkappen.

Die maximale Entfernung eines beliebigen Punktes auf der Erdoberfläche zum nächstgelegenen Konfluenzpunkt liegt bei etwa 79 Kilometer. Da es sich um rein virtuelle Punkte handelt, hängt deren exakte Lage im Gelände vom verwendeten Referenzsystem ab. In der Regel werden Konfluenzpunkte nach WGS84 angegeben, das auch der GPS-Positionsbestimmung zugrundeliegt.

Konfluenzpunkte in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb des deutschen Staatsgebiets liegen 48 Konfluenzpunkte, davon zwei in bebauter Lage:

Vier weitere liegen in der Nord- bzw. Ostsee, die übrigen 42 im Gelände.

Bei Arnstein in Unterfranken schneidet der 10. Längengrad den 50. Breitengrad und bildet den einzigen Konfluenzpunkt zwischen einem Haupt-Breiten- und einem Haupt-Längengrad in Deutschland. 1990 wurde rund 200 m südlich davon an einem Feldweg parallel zur B 26a ein Meridiandenkmal errichtet.

Degree Confluence Project[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Degree Confluence Project verfolgt das Ziel, jeden Konfluenzpunkt der Erde anhand eines persönlichen Besuches zu dokumentieren. Die Projektteilnehmer stellen zu jedem aufgesuchten Konfluenzpunkt einen bebilderten Bericht auf den Projektseiten im Internet ein. Dabei wird nicht nur der jeweils erste Besuch eines Konfluenzpunktes registriert, sondern auch alle weiteren Besuche, um längerfristige Veränderungen der Punkte zu dokumentieren. Die Besucher sollen am Ort des Punktes nichts eigenmächtig verändern.

Im Interesse der Ausgewogenheit unterscheidet das Projekt zwischen „primären“ und „sekundären“ Konfluenzpunkten; vorrangig sollen die primären Punkte besucht werden. Dadurch werden einerseits Punkte auf dem Land gegenüber solchen auf dem offenen Meer bevorzugt, andererseits wird die zunehmende Dichte der Punkte auf äquatorfernen Breitenkreisen ausgeglichen. So werden auf den 49. Breitengraden nur noch zwei Drittel der Punkte als primär angenommen, auf den 89. Breitengraden nur noch zehn Punkte.[A 1] Als Referenzsystem wird WGS84 genutzt, das bei den meisten GPS-Geräten Standard ist.

Von den 16.347 primären Konfluenzpunkten (14.029 an Land, 2.167 auf dem Wasser und 151 im Bereich der Polkappen) sind 6.343 in 182 verschiedenen Ländern mindestens einmal erfolgreich besucht worden (Stand April 2015). Das entspricht einem Anteil von 38,8 %. Zusätzlich wurden 1.313 sekundäre Konfluenzpunkte dokumentiert. Zählt man die mehrfachen Besuche gleicher Konfluenzpunkte hinzu, so ergibt sich eine Zahl von 15.122 dokumentierten Besuchen durch insgesamt 12.786 Besucher.[1] Die Anzahl der publizierten Bilder beträgt 110.447.[2]

Ähnliche Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Beispiel: Saudi-Arabien und Grönland besitzen mit jeweils etwa 2 Mio. km2 die gleiche Landfläche. Während Saudi-Arabien 181 Konfluenzpunkte beinhaltet, sind es im weit nördlich gelegenen Grönland 815. Nach der Bewertung sind in Saudi-Arabien sämtliche Punkte primär, in Grönland sind es 300.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Degree Confluence Project – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. R. Mautz: Sampling the World. (Memento des Originals vom 6. Juli 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.geometh.ethz.ch (PDF; 6,9 MB) In: Coordinates – Positioning, Navigation and Beyond. Nr. 3, 2008, S. 22–27. (englisch)
  2. statistics page (englisch)