Konfuzianismus in Korea

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Chugyedaeje, eine rituelle Zeremonie, in Jeju, Südkorea

Konfuzianismus in Korea ist eine Form des Konfuzianismus, die sich in Korea entwickelt hat. Wegen seiner geographischen Lage stand Korea immer unter dem Einfluss Chinas, sodass der Konfuzianismus durch die chinesischer Kultur nach Korea exportiert wurde. Heute sind das moralische System, die Lebensweisen, die Gesetze und die konfuzianische Denkweisen tief im koreanischen Alltag verwurzelt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zeit der Drei Reiche von Korea im 1. Jahrtausend n. Chr. war das Goguryeo-Reich stark von chinesischer Kultur und dem Konfuzianismus beeinflusst. Ursprünglich behielt das Königreich die eigenen Traditionen, aber langsam verloren sich die meisten. Das Baekje-Königreich hingegen hat später den Konfuzianismus direkt angenommen. Dies beeinflusste die Verwaltung, die Kultur und besonders die Künste. Silla war das letzte der drei Reiche, das den Konfuzianismus annahm.

Unter König Seongjong fasste der Konfuzianismus in Korea endgültig Fuß. Nachdem die Universitäten einen konfuzianischen Lehrplan eingeführt hatten, fand dessen Verbreitung im ganzen Reich statt. Der König ließ im Palast einen Altar zur Ahnenverehrung errichten, die seitdem zum ständigen Hofzeremoniell gehörte. Während der Joseon-Dynastie war der Konfuzianismus die Staatsphilosophie. Die Herrscher setzten die Ideen in die Praxis um. Viele Ausbildungsstätten mit konfuzianischem Lehrplan wurden gegründet. Bis zur Zeit des Königs Sejong (1418–1450) waren alle Fächer an den Universitäten vom Konfuzianismus beeinflusst.

Die wichtigsten Anlässe für Zeremonien im koreanischen Konfuzianismus sind Volljährigkeit, Heirat, Tod (Beerdigungen) sowie der Jahrestag des Todes von Ahnen. Obwohl Konfuzianismus heute nicht mehr die offizielle Staatsphilosophie ist und ihn nur eine Minderheit nach alter Tradition praktiziert, sind die Einflüsse auch im modernen Alltag noch vorhanden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Donald Baker: Korean Spirituality. University of Hawai’i Press, 2008
  • Byong-ik Koh: Confucianism in Contemporary Korea. In: Tu Wei-ming: Confucian Traditions in East Asian Modernity. Harvard University Press, 1996
  • Koreanisches Kulturministerium: A Handbook of Korea (Korean Overseas Information Service). 2003
  • Ki-baik Lee: A New History of Korea; Harvard University Press, 1984
  • James B. Palais: Confucian Statecraft and Korean Institutions. University of Washington Press, 1995

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]