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Konrad II. von Babenberg

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Konrad von Babenberg (* um 1115; † 28. September 1168 in Salzburg) war Bischof von Passau und als Konrad II. Erzbischof von Salzburg.

Erzbischof Konrad II. von Salzburg

Herkunft und Anfänge

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Konrad stammte aus dem Geschlecht der Babenberger. Er war der sechste Sohn des später heiliggesprochenen Leopold III. aus dessen Ehe mit Agnes von Waiblingen aus der Familie der Salier.[Anm. 1] Er war ein Bruder des Historiographen Otto von Freising und des Herzogs Heinrich Jasomirgott von Bayern und Österreich, ein Halbbruder von König Konrad III. und ein (Halb-)Onkel von Kaiser Friedrich I. (Barbarossa).

Seit 1139 war er Mitglied der Hofkapelle von König Konrad III. Dazu erhielt er als Ausstattung eine Domherrenstelle am Kölner Dom und wurde 1140 Dompropst von Utrecht und zudem 1143 Dompropst von Hildesheim und damit zugleich Archidiakon in Goslar.[1] Wegen letzterer Funktion kam es zu einem Streit zwischen Konrad und Bischof Bernhard I. von Hildesheim – Teil des viel umfassenderen Streits zwischen Welfen und Staufern. Papst Eugen III. intervenierte zwar zugunsten von Konrad, aber erfolglos.[2]

1148 wurde er als Konrad I. Bischof von Passau gewählt, nachdem sein Vorgänger am 10. November 1147 auf dem Zweiten Kreuzzug gestorben war. Das Datum der Wahl ist nicht bekannt, ebenso nicht das Datum der Weihe. Seine Investitur wird nach der Rückkehr von Konrad III. vom Kreuzzug im Mai 1149 in Salzburg oder Regensburg angenommen. Die älteste erhaltene Urkunde, die ihn als Bischof bezeichnet, stammt vom 6. November 1149.[3]

1159 verlieh Bischof Konrad den Bürgern von St. Pölten ein Gerichtsbarkeitsprivileg, das kontrovers als ältestes Stadtrecht Österreichs diskutiert wird.

Am 29. Juni 1164 wurde er zusätzlich zum Erzbischof von Salzburg gewählt. Im päpstlichen Schisma nahm er eine sehr vorsichtige Position ein und vermied jede sichtbare Parteinahme für Alexander III., während die Mehrzahl der Mitglieder des Salzburger Domkapitels und der Salzburger Ministerialen damals für Alexander III. Partei nahmen. Konrad lehnte 1164 aber auch die Anerkennung des kaiserlichen Gegenpapstes Paschal III. entschieden ab, weshalb ihm der Kaiser die Zuerkennung der Regalien verweigerte, ohne die er nach kaiserlicher Auffassung keine weltlichen Hoheitsrechte in seinem Land bekommen konnte. Es folgten mehrfache Aufforderungen des Kaisers, seiner Partei beizutreten. In Nürnberg wurde Konrad Anfang 1166 angeklagt sich unrechtmäßig in den Besitz des Erzstiftes gesetzt zu haben, eine Verurteilung unterblieb aber vorerst. Am 29. März 1166 aber verhängte der Kaiser, im salzburgischen Laufen residierend, über das Erzbistum Salzburg die Reichsacht. Salzburg hatte in den kommenden Jahren eine harte Prüfung zu bestehen, die ein Zeitgenosse als „Geschichte des Unheils“ bezeichnete (historia calamitatum). Alle Salzburger Lehen, aber auch die Eigengüter wurden vom Kaiser an treue kaiserliche Parteigänger verliehen. Als 1167 die Stadt Salzburg samt dem Dom abbrannte, wurde die Schuld daran den mächtigen Grafen von Plain zugeschoben, die angeblich den kaiserlichen Auftrag gehabt hätten, die Stadt anzuzünden. Nach anfänglichen Erfolgen von Friedrich Barbarossa, der mit seinem starken Heer 1167 Alexander III. in Rom vertrieb, musste Barbarossa nach einer im deutschen Heer grassierenden Malaria-Epidemie fluchtartig nach Deutschland zurückkehren. Der Salzburger Erzbischof verstarb dabei kurz nach der Rückkehr des Kaisers nach Deutschland.

Commons: Konrad von Babenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Für Agnes von Waiblingen war es die zweite Ehe. In erster Ehe war sie mit Herzog Friedrich I. von Schwaben verheiratet.

Einzelnachweise

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  1. Ziegler, S. 224f.
  2. Ziegler, S. 226.
  3. Ziegler, S. 227.