Konrad IV. Tanner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Konrad Tanner († 1333) war als Konrad IV. von 1317 bis 1333 Propst des Klosterstifts Berchtesgaden.

Er entstammte dem Geschlecht der Tanner zu Altentann im Landgericht Neumarkt, das trotz zahlreicher Lehen im Salzburgischen stets den Bayern „zugeneigt“ war. Tanner galt als Eiferer gegen „geistliche und weltliche Gebrechen“ und soll sich wegen seiner „zu großen Strenge und Orthodoxie“ das „Missvergnügen“ seiner Chorherren wie auch der Landsassen (provinciales) „zum Nachteil für das Gotteshaus zugezogen“ haben. Nur dank päpstlicher Unterstützung behauptete er sich als Propst bis zu seinem Tod im Jahr 1333.[1]

Tanner unterstand als Propst Konrad IV. des Berchtesgadener Klosterstifts noch der Metropolitangewalt des Erzbistums Salzburg. Erst 1455 konnte sich das Stift davon befreien und war danach in geistlichen Dingen allein dem Papst unterstellt.[2][3] Aber die weltliche Eigenständigkeit der Stiftspropstei begann sich bereits seit 1294 durch die Erlangung der Blutgerichtsbarkeit für schwere Vergehen zu manifestieren.[4] 1313 stammte bereits jedes zehnte Salzschiff auf der Salzach beziehungsweise auf dem Inn aus Berchtesgaden.[5]

Die seit Jahrzehnten währenden Salzirrungen zwischen dem Klosterstift und dem Erzbistum Salzburg bestimmten auch Tanners Regentschaft, denn – so der Historiker Koch-Sternfeld – 1306 „fiel plötzlich ein Haufe Berchtesgadener über des Erzstifts Leute am Untersberg heraus und verübte große Gewalt“. Sein Vorgänger Eberhard Sachs stellte daraufhin „Ruhe und Ordnung und Frieden wieder her“. Doch 1332 fielen nun die Bürger aus Hallein über die zur Propstei gehörenden Schellenberger Salzpfannen her und stürzten Berchtesgadener Salzwagen um. Auf die Klagen Tanners sagte der Salzburger Erzbischof Friedrich III. zu, dass ab jetzt Erzeugung wie Ausfuhr des Schellenberger Salzes durch das Gebiet des Erzstifts ungehindert vor sich gehen dürfe.[6]

Tanners Grabstein findet sich als Bodenplatte am Haupteingang der Berchtesgadener Stiftskirche.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Feulner: Berchtesgaden – Geschichte des Landes und seiner Bewohner. Verlag Berchtesgadener Anzeiger, Berchtesgaden 1986, ISBN 3-925647-00-7, S. 50–60.
  • Hellmut Schöner (Hrsg.), A. Helm: Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Reprint von 1929. Verein für Heimatkunde d. Berchtesgadener Landes. Verlag Berchtesgadener Anzeiger sowie Karl M. Lipp Verlag, München 1973, S. 100, 108–109, 261–262.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joseph Ernst von Koch-Sternfeld: Geschichte des Fürstenthums Berchtesgaden und seiner Salzwerke. Band 2, S. 10 f. (Volltext in der Google-Buchsuche).
  2. Manfred Feulner: Berchtesgaden - Geschichte des Landes und seiner Bewohner. 1986, S. 50–51.
  3. Laut A. Helm sind die nach ihm bereits 1254 erhaltenen bischöflichen Insignien schon Zeichen einer direkten päpstlichen Oberhoheit, der das Stift seitdem allein unterstellt gewesen wäre. Siehe A. Helm: Berchtesgaden im Wandel der Zeit. 1973, Stichwort: „Geschichte des Landes“, S. 109.
  4. A. Helm: Berchtesgaden im Wandel der Zeit. 1973, Stichwort: „Geschichte des Landes“, S. 108–109.
  5. Manfred Feulner: Berchtesgaden - Geschichte des Landes und seiner Bewohner. 1986, S. 60.
  6. Manfred Feulner: Berchtesgaden - Geschichte des Landes und seiner Bewohner. 1986, S. 59–60.
  7. A. Helm: Berchtesgaden im Wandel der Zeit. 1973, Stichwort „Pröpste“, S. 262.