Konrad Paul Liessmann

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Konrad Paul Liessmann 2014

Konrad Paul Liessmann (* 13. April 1953 in Villach) ist ein österreichischer Philosoph, Essayist, Literaturkritiker und Kulturpublizist. Er ist Universitätsprofessor für Methoden der Vermittlung von Philosophie und Ethik an der Universität Wien. Liessmann ist Österreichs „Wissenschaftler des Jahres 2006“.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konrad Paul Liessmann studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Universität Wien und war als junger Student zeitweilig bei den Marxistisch-Leninistischen Studenten aktiv. Liessmanns Liebe zur Literatur kam durch Karl May zustande.[1] 1976 machte er das Magisterium, 1979 die Promotion, 1989 die Habilitation.

Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche und essayistische Arbeiten zu Fragen der Ästhetik, Kunst- und Kulturphilosophie, Gesellschafts- und Medientheorie sowie Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts.

Seit 1997 ist er der wissenschaftliche Leiter des Philosophicum Lech und Herausgeber der gleichnamigen Buchreihe im Zsolnay-Verlag. Seit 2002 ist er Leiter des Friedrich-Heer-Arbeitskreises der Österreichischen Forschungsgemeinschaft und Herausgeber der Werke Friedrich Heers im Böhlau-Verlag.

Von Oktober 2004 bis Oktober 2008 war Liessmann an der Universität Wien Studienprogrammleiter für Philosophie und Bildungswissenschaft. Seit Oktober 2008 ist Liessmann Vizedekan der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft.[2]

Liessmann beteiligt sich immer wieder am politischen Diskurs. So trat er bei Parteitagen der SPÖ sowie der ÖVP auf. Im Jahre 2005 verfasste er gemeinsam mit anderen eine Festschrift für Wolfgang Schüssel. Der Politologe Cornelius Lehnguth behauptet, Liessmann habe sich „als Wendephilosoph der ÖVP-FPÖ-Regierung zur Verfügung gestellt“.[3]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einem breiteren Publikum wurde Liessmann durch seine gesprochenen Beiträge der Ö1-Hörfunkreihe „Denken und Leben“ bekannt, in denen er die namhaftesten Philosophen des Abendlandes biographisch und thematisch erörtert. Liessmann äußert sich immer wieder mit kontroversen Essays zu Themen wie Bildung, Bürgertum und Zeitgeist in den Feuilletons der österreichischen Tageszeitungen Der Standard bzw. Die Presse und der Wochenzeitschrift profil. Durch seine kontinuierliche Präsenz in den österreichischen Medien prägt er das Bild des Faches Philosophie in der Öffentlichkeit.

Liessmann unterrichtet an der Universität Wien verschiedene philosophische Bereiche, meist entsprechend seinen Publikationen. Im Januar 2007 wurde Liessmann mit dem Titel „Wissenschaftler des Jahres 2006“ vom Club der österreichischen Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wird den Wissenschaftern vor allem für das Bemühen verliehen, ihre Arbeit und ihr Fach der breiten Öffentlichkeit verständlich zu machen. Mit der Auszeichnung verbunden ist die Benennung eines Sterns nach Liessmann.

Liessmann unterrichtet auch am Institut für Zukunftskompetenzen[4].

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991 Ästhetik der Verführung. Kierkegaards Konstruktion der Erotik aus dem Geiste der Kunst
  • 1991 Ohne Mitleid. Zum Begriff der Distanz als ästhetische Kategorie mit ständiger Rücksicht auf Theodor W. Adorno. Wien: Passagen-Verlag 1991
  • 1992 Karl Marx *1818+1989. Man stirbt nur zweimal. Wien: Sonderzahl-Verlag 1992 (2. Auflage 1993)
  • 1993 Sören Kierkegaard – Zur Einführung, Junius Verlag, ISBN 978-3-88506-379-7 (4. ergänzte Auflage von 2006: ISBN 978-3-88506-625-5)
  • 1993 Günther Anders – Zur Einführung, Junius Verlag, ISBN 3-88506-891-5
  • 1993 Philosophie der modernen Kunst
  • 1994 Der Aufgang des Abendlandes. Eine Rekonstruktion Europas
  • 1994 Über Nutzen und Nachteil des Vorlesens. Eine Vorlesung über die Vorlesung
  • 1995 Der gute Mensch von Österreich. Essays 1980–1995.
  • 1997 Vom Nutzen und Nachteil des Denkens für das Leben. Vorlesungen zur Einführung in die Philosophie
  • 1998 Die großen Philosophen und ihre Probleme. Vorlesungen zur Einführung in die Philosophie 1 + 2
  • 2000 Philosophie des verbotenen Wissens
  • 2002 Kitsch! Oder warum der schlechte Geschmack der eigentlich gute ist.
  • 2003 Reiz und Rührung
  • 2004 Als Herausgeber: Ruhm, Tod und Unsterblichkeit — Über den Umgang mit der Endlichkeit (mit Beiträgen von Reinhard Brandt, Natias Neutert, Thomas Macho u.a.), Paul Zsolnay Verlag, Wien, ISBN 3-552-05299-2
  • 2004 Spähtrupp im Niemandsland
  • 2005 Der ausgelagerte Leviathan. In: Zukunft denken. Festschrift für Wolfgang Schüssel
  • 2006 Theorie der Unbildung: die Irrtümer der Wissensgesellschaft
  • 2007 Die Freiheit des Denkens
  • 2007 Zukunft kommt - Die säkularisierte Heilserwartung und ihre Enttäuschungen
  • 2009 Schönheit
  • 2010 Als Herausgeber: Vom Zauber des Schönen - Reiz, Begehren und Zerstörung, Paul Zsolnay Verlag, Wien 2010, ISBN 978-3-552-05495-0
  • 2010 Das Universum der Dinge: Zur Ästhetik des Alltäglichen. Wien: Paul Zsolnay Verlag, ISBN 978-3-552-05511-7
  • 2011 Bildung ist ein Lebensprojekt - Im Gespräch mit Konrad Paul Liessmann, Hrsg. Martin Kolozs, Studien Verlag Innsbruck
  • 2012 Lob der Grenze: Kritik der politischen Unterscheidungskraft. Wien: Paul Zsolnay, ISBN 978-3-552-05583-4
  • 2014 Geisterstunde: Die Praxis der Unbildung. Eine Streitschrift. Wien: Paul Zsolnay, ISBN 3-552-05700-5

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Konrad Paul Liessmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Presseartikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://diepresse.com/home/kultur/literatur/4828751/Generation-Harry-Potter-trifft-Karl-May
  2. Biographie Liessmanns
  3. http://www.zeit.de/2013/27/oesterreich-naziaufarbeitung-interview-lehnguth
  4. http://www.zukunftskompetenzen.at/whoiswho/3_12_0_s_1_partner-/
  5. Sortimenter-Brief 6/10, Fachinformationen zu Buchmarkt, -verkauf und -werbung in Österreich, 1. Juni, Hrsg. vom Verlagsbüro Schwarzer Wien, S. 9
  6. http://www.vize.cz/de/aktuell.php?id=545
  7. derStandard.at - Watzlawick-Ehrenring für Konrad Paul Liessmann. Artikel vom 3. März 2016, abgerufen am 3. März 2016.