Konrad von Krosigk

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Konrad von Krosigk († um 21. Juni 1225 im Kloster Sittichenbach) war von 1201 bis 1209 Bischof von Halberstadt.

Leben[Bearbeiten]

Er war der Sohn Dedos II. von Krosigk.

1201 wurde er Dompropst in Halberstadt und im gleichen Jahr, nach dem Tod Bischof Bertholds, zu dessen Nachfolger als Bischof von Halberstadt gewählt. Als Bischof machte er sich als treuer Anhänger der Staufer und Parteigänger des Gegenkönigs Philipp von Schwaben bei Papst Innozenz III. unbeliebt und zog den Kirchenbann auf sich. Um sich vom Bann zu lösen, verpflichtete er sich zu einer Pilgerreise ins Heilige Land.

Konrad schloss sich in Venedig dem Heer des Vierten Kreuzzugs an, welches Jerusalem als offizielles Ziel ausgerufen hatte, aber stattdessen über die kroatische Stadt Zadar nach Konstantinopel segelte. Die byzantinische Hauptstadt wurde von den Kreuzfahrern erobert und geplündert und auch Konrad konnte sich scheinbare wertvolle Gegenstände aus der Beute sichern. Anschließend pilgerte er doch noch ins Heilige Land weiter, wo er sich einige Zeit in Tyrus aufhielt und unter anderem den Bischof von Sidon weihte. Auf der Rückreise suchte er den Papst auf, der im Juni 1205 den Kirchenbann von ihm löste. Als er anschließend an seinen Bischofssitz Halberstadt zurückkehrte, hatte er zahlreiche bedeutende Reliquien und Schätze im Gepäck. Des Tages seiner Ankunft in Halberstadt am 16. August 1205 wurde jährlich mit einem Fest der „Ankunft der Reliquien“ gedacht. In einer urkundlichen Schenkung vermachte er dem Dom zu Halberstadt Reliquien der zwölf Apostel, Splitter des hl. Kreuzes und eine kostbare byzantinische Hostienschale aus dem 11. Jahrhundert.

1209 legte er sein Bischofsamt nieder und trat ins Kloster Sittichenbach ein. 1213 erschien er als päpstlicher Kommissar, der in der Magdeburger und Bremer Kirchenprovinz den Kreuzzug von Damiette vorbereitete. Für den Naumburger Bischof Engelhard, trat er, als dieser den Kreuzzug angetreten hatte, als Weihbischof in Naumburg ein und hielt unter anderem 1216 eine Synode in Naumburg ab. Er starb 1225 im Kloster Sittichenbach, der Ort seiner Bestattung ist unbekannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Raphaela Averkorn: Die Bischöfe von Halberstadt in ihrem kirchlichen und politischen Wirken und in ihrer Beziehung zur Stadt von den Anfängen bis zur Reformation. In: Bürger, Bettelmönche und Bischöfe in Halberstadt. Studien zur Geschichte der Stadt, der Mendikanten und des Bistums vom Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit. Werl 1997.
  • Heinz Wießner: Das Bistum Naumburg 1 - Die Diözese 2. In: Max-Planck-Institut für Geschichte (Hrsg.): Germania Sacra, NF 35,2, Die Bistümer der Kirchenprovinz Magdeburg. Berlin/New York 1998. S.1006f.

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Berthold von Harbke Bischof von Halberstadt
1201–1209
Friedrich II. von Kirchberg