Konradin Leiner

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QRT (auch Qrt, Qurt oder Kurt Leiner; eigentlich Markus Wolfgang Konradin Leiner; * 1965 in Konstanz; † Oktober 1996 in Berlin) war ein deutscher Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leiner stammte aus einer Konstanzer Apothekerfamilie. Er wuchs in Konstanz auf und studierte ab Mitte der 1980er Jahre Philosophie und Soziologie an der Freien Universität in Berlin[1], unter anderem bei Dietmar Kamper.[2] In Berlin führte er ein subkulturelles Leben als Comiczeichner, Journalist, Drogendealer, Musiker in einer Frauenband, Philosoph und Schriftsteller.[3] Zeitweise war er Miteigentümer und Barkeeper der Schöneberger Kneipe „Ex & Pop“.[2][4] 1994 spielte er die Hauptrolle in Oskar Roehlers Debütfilm Gentleman.[5]

Seit September 1995 war QRT verantwortlicher Redakteur des von ihm mitaufgebauten Berliner Stadtmagazins [030].[6] 1996 starb er an einer Überdosis Heroin.

Seit 1999 erschienen aus seinem Nachlass[7] vier Textbände im Berliner Merve Verlag, herausgegeben von seinen Freunden Tom Lamberty und Frank Wulf. QRT liefert darin u. a. eine der „wenige[n] tiefgehenden Analysen“[8] zum Heldenbild des 19. Jahrhunderts und zum modernen Helden.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Carlé: Signalmusik MK II. Eine zeitkritische Archäologie des Technosystems QRT. Kadmos, Berlin 2007. ISBN 978-3-86599-015-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Florian Neuner: Onanierende Knaben, abgehackte Köpfe. Theoriemix aus dem Hause Merve. scheinschlag 3/2000
  2. a b Helmut Höge: Stiften gehen. tazBlog, 23. November 2006.
  3. Mario Mentrup: Print Identitäten. Maas Verlag, Berlin 1999. ISBN 3-929010-65-8
  4. Schlachtfelder der elektronischen Wüste. Veranstaltung in der Oberösterreichischen Landesbibliothek am 19. Dezember 2003, dort Kurzbiografie von QRT und Mitschnitt einer Lesung von Tom Lamberty aus QRTs Werk.
  5. Regisseur Roehler über QRT
  6. QRT-Hommage des Erratik Instituts Berlin (Heinrich Dubel)
  7. Laut Tom Lamberty „mehrere Tausend Seiten Manuskripte, stapelweise Disketten, Zeichnungen, Tapes und Videos und zwei randvolle Macintosh-Festplatten“, vgl. editorische Notizen zu Schlachtfelder der elektronischen Wüste.
  8. Mira Voigt: Helden und Heldenbilder im Medienzeitalter. Berlin 2003. S. 14.