Konsens (Software)

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Mit dem Apronym Konsens (Eigenschreibweise: KONSENS), das sich aus den Anfangsbuchstaben der Wörter „Koordinierte neue Softwareentwicklung der Steuerverwaltung“ zusammensetzt, wird ein Vorhaben der Steuerverwaltungen der Länder und des Bundes in Deutschland bezeichnet. Das Vorhaben dient dazu, die Informationstechnik der Steuerverwaltungen in Deutschland zu vereinheitlichen, zu modernisieren und gemeinsam fortzuentwickeln.

Historie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bundesrepublik Deutschland ist der Vollzug der Steuergesetze hoheitliche Aufgabe der Länder (föderales Steuersystem). Dies hat in der Vergangenheit zu einer vielfältigen und heterogenen IT-Landschaft in den Steuerverwaltungen der Länder geführt, die mit dem Vorhaben Konsens harmonisiert wird. Das zum 1. Januar 2007 in Kraft getretene Verwaltungsabkommen Konsens, welches zwischen den Ländern und dem Bund geschlossen wurde, bildet die Grundlage für die Zusammenarbeit der Steuerverwaltungen der Länder und des Bundes.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nutzung einer einheitlichen Informationstechnik wird Effizienzgewinne für Bürger, Unternehmer, Steuerberater, die Verwaltung und deren Beschäftigte bringen. Dies geschieht durch die Modernisierung der IT, den Ausbau der elektronischen Kommunikation mit dem Steuerbürger und die Verbesserung der IT-Leistungen zur Unterstützung der Arbeitsabläufe in der Finanzverwaltung.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strategische Steuerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auftraggeber im Vorhaben Konsens sind die 16 Länder und der Bund gemeinsam. Sie beauftragen die weitere Entwicklung des Vorhabens und genehmigen jährlich die Planung sowie das Budget.

Vertreter der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sowie des Bundes bilden gemeinschaftlich als Auftragnehmer das für die Planung und Durchführung der Softwareerstellung verantwortliche Gremium, die Steuerungsgruppe Informationstechnik (Steuerungsgruppe IT). Die strategischen Festlegungen der Steuerungsgruppe IT sind für alle Länder bindend. Unter Federführung eines der fünf Länder werden die steuerlichen Fachanwendungen für alle Länder entwickelt ("einer für alle"). Unterhalb der strategischen Steuerung durch die Steuerungsgruppe IT entscheiden die „Entwicklungsleitung IT“ und „Produktionsleitung IT“ über Angelegenheiten der Softwareentwicklung und des Betriebs der in Konsens bereitgestellten Lösungen. Diese Gremien setzen sich ebenfalls aus Repräsentanten der in der Steuerungsgruppe IT vertretenen Länder und des Bundes zusammen. Festlegungen für eine standardisierte Softwareentwicklung und deren Betrieb sowie die zu nutzenden Infrastrukturen (Hardware und Software) werden durch ein zentrales Gremium - die Architektursteuerung - erarbeitet. Auch das Controlling (Planungs-, Koordinations- und Kontrollaufgaben) in Konsens wird von einem zentralen Gremium wahrgenommen, dem Vorhabensmanagement.

Operative Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die (steuerlichen) Fachanwendungen werden themenbezogen zu sogenannten Verfahren zusammengefasst. Auftragnehmer für ein Verfahren sind jeweils eines oder auch mehrere der in der Steuerungsgruppe IT vertretenen Länder. Jedes Verfahren wird durch ein Verfahrensmanagement geleitet. Die Verfahren entwickeln zum einen die Fachanwendungen, die die zentralen Geschäftsprozesse der Steuerverwaltung unterstützen: Steuerfestsetzung und Steuererhebung. Hinzu kommt eine Fachanwendung zur Pflege der personenbezogenen Daten der Steuerpflichtigen. Zum anderen entwickeln die Verfahren auch weitere Software, die den Zielen von Konsens dient. Dazu gehört unter anderem ELSTER.

Der Einsatz der neu entwickelten Software und die Ablösung der bestehenden Fachanwendungen in den Ländern werden über eine „verbindliche Einsatzplanung“ gesteuert.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kostenverteilung erfolgt auf Basis des Königsteiner Schlüssels. Die 16 Länder sowie der Bund übernehmen jeweils festgelegte Anteile an der Finanzierung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]