Konsonanz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Konsonanz (v. lat. con „zusammen“ und sonare „klingen“) bezeichnet in der Musik im Unterschied zur Dissonanz einen Wohl- oder Zusammenklang, d. h. Intervalle und Akkorde, die als in sich ruhend und nicht „auflösungsbedürftig“ empfunden werden.

Physikalische und sinnesphysiologische Grundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.

Das Gehör nimmt mehr oder weniger bewusst auch die Obertonreihe eines jeden Tones wahr. Je einfacher und harmonischer das Schwingungsverhältnis zweier Töne, desto wohlklingender empfindet das Ohr das sich ergebende Intervall.

Physikalisch gesehen sind zwei Töne desto konsonanter (wohlklingender), je übereinstimmender ihre Obertöne sind. Dieses trifft auf Intervalle mit möglichst „einfachen“ Zahlenverhältnissen zu, etwa auf die Oktave (2:1), die Quinte (3:2) und die Quarte (4:3). Derartige „einfache“ Zahlenverhältnisse wurden zu Zeiten Pythagoras' auch als „schöne“ geometrische Verhältnisse bezeichnet.

Unberücksichtigt bleibt bei diesem Modell jedoch, warum Schwebungen, wie sie in Instrumentengruppen auftreten, trotzdem in manchen Fällen als angenehm empfunden werden.

Vollkommene und unvollkommene Konsonanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 14. Jahrhundert (vor Beginn der Renaissance) etablierte sich die für die Lehre des Kontrapunkts grundlegende Unterscheidung der Intervalle in

  • vollkommene (oder: perfekte) Konsonanzen: reine Prime, reine Oktave, reine Quinte, und
  • unvollkommene (oder: imperfekte) Konsonanzen: große und kleine Terz, große und kleine Sexte.[1]

Alle anderen Intervalle gelten in dieser Tradition als dissonant, mit Ausnahme der reinen Quarte, die je nach Zusammenhang als Konsonanz oder Dissonanz aufgefasst wurde.

Geschichte und Kulturspezifisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entdeckung der mathematischen Grundlagen von Konsonanzen wird in der Legende Pythagoras in der Schmiede dem griechischen, antiken Philosophen Pythagoras zugeschrieben.

Das Konsonanzempfinden ist für verschiedene Menschen und Kulturen und zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich. Während im Mittelalter an Intervallen lediglich Oktaven, Quinten und Quarten als konsonant empfunden wurden, kamen seit der Renaissance auch Terzen und Sexten hinzu. Insbesondere die Einordnung der Quarte als Konsonanz bzw. Dissonanz war Änderungen unterworfen. Was im Mittelalter als „wohlklingend“ galt (ganze Choräle in parallelen Quarten), war schon in der Barockzeit (je nach harmonischem Zusammenhang) dissonant (siehe Quartvorhalt). Im Jazz empfindet man eine ganze Reihe von Akkorden als wohlklingend, obwohl sie in ihrer inneren Struktur eine Reihe von dissonanten Intervallen zu beinhalten scheinen, wie zum Beispiel große Septimen.

Auch die chinesische Pentatonik und die indischen Ragas folgen den harmonikalen Gesetzen.

Bis zum Mittelalter verwendete man nur Harmonien, die dem Gesetz der Zahlen 1, 2, 3 und 4 gehorchen. Mit der großen Terz kam die Zahl 5 hinzu.

Auch synthetische Klänge, etwa durch einen Ringmodulator hergestellte, können als „schön“ empfunden werden.

In der Kompositionslehre, besonders in der historischen Lehre vom Kontrapunkt und in der Harmonielehre, ist die Bedeutung von konsonanten und dissonanten Intervallen so relevant wie Gliederung der Betonung in Schwerzeit (Thesis) und Leichtzeit (Arsis).

Die physikalische Herleitung beruht auf dem Sonderfall der eindimensionalen Schwinger, wie sie in den herkömmlichen Musikinstrumenten durch die schwingende Saite oder Luftsäule näherungsweise verwirklicht sind. Bei mehrdimensional schwingungsfähigen Gebilden (Platten, Stäbe, Membranen, Glocken usw.) stehen die Frequenzen der Partialtöne (Moden) nicht in ganzzahligen Verhältnissen zueinander. Damit ist für sie auch die Diskussion der Konsonanz, wie oben beschrieben, mehr oder weniger hinfällig, und alle Intervalle, auch die sonst konsonanten, können zu Dissonanzen werden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Konsonanz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaus-Jürgen Sachs: Der Contrapunctus im 14. und 15. Jahrhundert. Untersuchungen zum Terminus, zur Lehre und zu den Quellen, Steiner: Wiesbaden 1974, ISBN 3-515-01952-9; Johannes Menke, Kontrapunkt I: Die Musik der Renaissance, Laaber, Laaber, ISBN 978-3-89007-825-0, S. 75-79.