Konstantin Grcic

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Konstantin Grcic (2008)

Konstantin Grcic [ˈɡrtʃɪtʃ, sprich: Gritschitsch[1]] (* 1965 in München) ist ein deutscher Industriedesigner serbischer Abstammung.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Stuhl Chair One von Grcic

Grcic machte ab 1985 zunächst in Dorset eine Ausbildung an der John Makepeace School for Craftsmen in Wood (Parnham College) zum Möbelschreiner. Im Anschluss an seine Lehre studierte er ab 1988 am Royal College of Art in London Industriedesign. Nach dem Abschluss arbeitet er als Assistent von Jasper Morrison und gründete 1991 in München sein Designbüro Konstantin Grcic Industrial Design. In der Folge entwarf er im Auftrag zahlreicher Hersteller Möbel, Leuchten und Accessoires. Viele seiner Entwürfe fanden starke Beachtung, da sie Materialien und Produktionstechniken auf neue Weise nutzten, wobei oftmals überraschende Ergebnisse entstanden wie beispielsweise die offene Sitzstruktur Osorom (2002) aus Hirek-Kunststoff. Die Sitzschale des Stuhls Chair_One (2002) ist aus einer flachen Struktur dreidimensional zusammengesetzt. Dabei wurde Aluminiumdruckguß verwendet, das zuvor meist für Möbelgestelle zum Einsatz kam. In Kooperation eines versierten Südtiroler Möbelunternehmens mit BASF entstand der Stuhl Myto, aus Spritzguss gefertigt, mit einem Material, das sich im Formwerkzeug schnell ausbreitet und besonders stabile Strukturen bildet. Sein am meisten verbreiteter Entwurf ist die aus Polypropylen gefertigte Leuchte Mayday. Neben Projekten im Auftrag für Unternehmen und Möbelverleger entwirft er Objekte, die in Kleinserien gefertigt werden etwa für die Pariser Galerie Kreo. Grcic gilt als einer der einflussreichsten Designer der Gegenwart, dies betrifft nicht nur Medien, die seine Arbeit kontinuierlich begleiten, sondern auch junge Designer in aller Welt, zu denen er intensiven Kontakt pflegt. Nach dem Vorbild des italienischen Studio-Systems arbeitet er intensiv mit wechselnden Assistenten zusammen. So arbeiteten etwa Nitzan Cohen heute Professor in Saarbrücken, Pauline Deltour, Stefan Diez, Ascan Mergenthaler heute im Architekturbüro Herzog & de Meuron, Jonathan Olivares, Marie Rahm und Clemens Weisshaar mit Grcic zusammen, bevor sie selbst mit ihren Projekten und Entwürfen bekannt wurden.

Entwürfe Grcics finden sich in den wichtigen Museen und Designsammlungen in aller Welt, darunter in der Sammlung des Museum of Modern Art in New York, in Deutschland unter anderem im Deutschen Museum und in der Neuen Sammlung in München. 2000 wählte er auf Einladung des Goethe-Nationalmuseums in Weimar 64 Alltagsgegenstände aus dem Besitz von Johann Wolfgang Goethe aus, die er in einer Ausstellung in der Casa di Goethe in Rom mit 9 eigenen Entwürfen konfrontierte.

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Das Design Museum London zeigte 2007 die Ausstellung 25/25 - Celebrating 25 Years of Design..[2] 2012 gestaltete er die Ausstellung Ressource Architektur im Deutschen Pavillon der 13. Internationalen Architektur-Biennale in Venedig. Im Vitra Design Museum in Weil am Rhein war 2014 die Ausstellung Konstantin Grcic. Panorama zu sehen.[3] 2018 verlegte Grcic sein Studio von München nach Berlin.

Die Künstlerin Tamara Grcic ist seine Schwester.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgewählte Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Meschede (Hrsg.): Konstantin Gricic Abbildungen/Figures, Lars Müller Publishers Zürich 2016, ISBN 978-3-03778-505-8
  • Florian Böhm (Hrsg.): KGID (Konstantin Grcic Industrial Design). Phaidon Press, London 2005, ISBN 0-7148-4431-4.
  • Mateo Kries, Janna Lipsky (Hrsg.): Konstantin Grcic: Panorama. Vitra Design Museum, Weil am Rhein 2014, ISBN 978-3-931936-06-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Video zu Konstantin Grcic auf YouTube (bei 0:16)
  2. designmuseum.org
  3. Die neue Präsenz der Möbel. In: Süddeutsche Zeitung. 15. April 2014, S. 9.