Konstantinorden

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Sacro Militare Ordine Costantiniano di San Giorgio
Croix constantinien.svg
Informationen
Protektorat Haus der Bourbon-Sizilien
Motto In hoc signo vinces
Bandschnalle Sacro Militare Ordine Costantiniano di San Giorgio.png
Der österreichische Feldmarschall-Leutnant Freiherr Friedrich Karl von Fürstenwärther mit Komturkreuz (Halsorden) und Stern des Konstantinordens

Der Konstantinorden (it.: Sacro Militare Ordine Costantiniano di San Giorgio; offiziell: Religiöser und Militärischer Constantinischer St.-Georgs-Orden) ist ein weltlicher Ritterorden mit römisch-katholischen Mitgliedern.

Ziele der Ordensgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziele des Ordens sind die Wahrung des Glaubens, die Verteidigung der Heiligen Katholischen Kirche und die Unterstützung des Heiligen Stuhls. Die Damen und Ritter des Ordens sehen sich in Loyalität und Ergebenheit zum Heiligen Vater und für die Lehren und Dogmen der Römisch-Katholischen Kirche einstehend.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Orden soll bereits durch Kaiser Konstantin im Jahre 313 gestiftet worden sein. Geschichtlich[1] verbürgt ist die Stiftung durch den byzantinischen Kaiser Isaak Angelus 1190. Sein später Nachfahre Fürst Andreas Angelikus Flavius von Mazedonien hat den Orden nach seinem Herrschaftsverlust 1699 nach Parma mit päpstlicher Zustimmung eingeführt. Später wurde der Orden an den Farneser Herzog Franz I. verkauft. Wiederum belegt führte Herzog Carlos den Orden im Königreich Neapel ein. Das war Folge seiner Thronbesteigung 1735. Der Orden wurde somit in zwei damaligen Staaten verliehen. In diesen bestand der Orden mit Unterbrechung während der Napoleonischen Herrschaft bis zu seinem Untergang im Jahr 1860. Nach einer nicht unumstrittenen Neubelebung wechselte das Zentrum des Ordens nach Rom.

Ursprünglich war der Orden unter dem Protektorat des Königs des Königreich beider Sizilien.

Nachdem Carlos Maria von Bourbon-Sizilien als möglicher Anwärter auf den spanischen Königsthron auf seine etwaigen sizilianischen Thronansprüche verzichtete, um König von Spanien werden zu können, jedoch aber nicht er, sondern schließlich Juan Carlos I. König von Spanien wurde, entstand im Haus Bourbon-Sizilien ein Nachfolgestreit. So beanspruchen derzeit in Rivalität zueinander sowohl Don Carlo von Bourbon-Sizilien, Herzog von Castro (* 1963) (Neapolionische Obdienz) als auch Don Pedro von Bourbon-Sizilien, Herzog von Calabrien (* 1968) (Spanische Obdienz), jeweils allein Chef des Hauses Bourbon-Sizilien und demnach Großmeister des Konstantinordens zu sein. Faktisch existierenden daher zwei Obödienzen des Constantinischen Ordens.[2]

Ordensränge und -klassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insignien des Konstantinordens

Ränge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Konstantinorden besitzt drei Ränge:

Für persönliche Verdienste um den Orden und das Königreich/Königliche Haus wird als Anerkennung ein Bruststern verliehen.

Klassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mitglieder des Orden werden folgende Klassen unterteilt:

  • Justicia (Hochadel)
  • Gracia (Adel)
  • Merito (Verdienstklasse)
  • Ufficio (Donatsklasse)

Der Orden besitzt u.a. in Italien und Spanien staatliche Anerkennung, sowie in einigen weiteren Ländern.

Ordenskleidung und Insignien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galauniform

Insignien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dekoration ist ein rot emailliertes konstantinisches Lilienkreuz mit goldener Einfassung. Aufgelegt ist mittig in Gold ein großes Christusmonogramm X und P und an seinen Enden die Buchstaben I. H. S. V.. Diese stehen für die Ordensdevise "in hoc signo vinces" (lat. „unter diesem Zeichen wirst du siegen“). Das griechische Alpha und Omega auf dem waagrechten Kreuzbalken soll den Anfang und das Ende symbolisieren. Das Ordensband ist himmelblau.

Das Kreuz wird am Bande getragen. Ritter tragen den Orden im Knopfloch, die Großkreuzer als Halsorden. Die I. Klasse trägt einen Bruststern, der der Dekoration ähnelt. In den Kreuzwinkeln sind silberne spitzenvergoldete kurze Strahlen eingefügt.

Zeremoniekleidung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein himmelblauer weißgefütterter Mantel aus Atlasseide wird durch eine weiß-blaue Schnur gebunden. Zum weißen Rock gehören noch eine Weste und sogenannte Beinkleider, die in himmelblauer Seide gehalten sind. Weiße Strümpfe und schwarze Schuhe mit himmelblauen Bändern vervollständigen die Kleidung. Der rote Samthut mit weißem Seidenfutter ist mit farbigen Federn verziert. Die Form des Hutes entsteht durch vierfachen Aufschlag und ist vorn sichtbar mit dem goldenen Christus-Monogramm bestickt. Das wichtige Degengehänge ist in karminrotem Samt gehalten.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Konstantinorden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Konstantinorden. In: Brockhaus Konversations-Lexikon 1894–1896, 10. Band, S. 588.
  2. Der Konstantinische St. Georgs Orden - Zwei Obödienzen, abgerufen am 27. Juli 2016.
  3. Beschreibung sämmtlicher Orden, deren Abbildungen in dem Farbendruck-Werk: „Die Orden, Wappen und Flaggen aller Regenten und Staaten“, enthalten sind. Verfasser:? Leipzig 1883–1887