Kontaktschuld

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Von Kontaktschuld (englisch: guilt by association) wird gesprochen, wenn für sich unschuldigen Personen der Vorwurf gemacht wird, Verbindungen zu Personen zu unterhalten, die staatlich oder gesellschaftlich geächtet sind. Der Vorwurf der Kontaktschuld basiert auf dem Prinzip Schuldig ist, wer Kontakt mit Schuldigen hat.

Der Vorwurf der Kontaktschuld stellt die äußerliche Tatsache eines „Kontaktes“ mit zu Recht oder zu Unrecht politisch verdächtigten Personen als solche heraus, ohne dass es dabei eine Rolle spielt, von welcher Art die Beziehungen waren oder welchen Inhalt die bei Gelegenheit des „Kontaktes“ geführten Gespräche gehabt haben. Statt den Diffamierten selbst zu zitieren, sein Handeln zu charakterisieren, seine Beweggründe zu nennen, werden Orte, an denen er sich aufgehalten oder Personen, mit denen er gesprochen hat, Publikationsorgane, in denen er geschrieben, Veranstaltungen, auf denen er gesprochen hat, Organisationen, in denen er mitwirkt, politisch verdächtigt und sodann ein Rückschluss auf die politische Einstellung des Angegriffenen selbst gezogen.[1][2][3] Somit ist das Kontaktschuld-Konstrukt Teil des breiten Spektrums von argumentum ad hominem, d.h. nicht die Sache wird angegriffen, sondern die Person, welches ein klassisches Pseudoargument darstellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl A. Otto: APO – Außerparlamentarische Opposition in Quellen und Dokumenten (1960–1970), Köln 1989, S. 91.
  2. Karl Heinz Ness: Das politische Strafrecht der Bundesrepublik und das Wiedervereinigungsgebot des Grundgesetzes, Hamburg 1969, S. 98.
  3. Heinrich Hannover: Politische Diffamierung der Opposition im freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat, Dortmund-Barop 1962, S. 15.