Kooperative Seemachtstrategie der maritimen Teilstreitkräfte der Vereinigten Staaten für das 21. Jahrhundert

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A Cooperative Strategy for 21st Century Seapower (zu dt.: „Eine zusammenhängende Strategie für Seemachtstrategie im 21. Jahrhundert“) ist eine Militärdoktrin, die durch die Marine, die Marineinfanterie und die Küstenwache gemeinsam zur Anwendung kommen soll. Sie ist die erste gemeinsame Strategie der drei maritimen Teilstreitkräfte der US Streitkräfte und sieht ein System der kollektiven Sicherheit zur See vor. Das Dokument wurde am 17. Oktober 2007 von Gary Roughead, James T. Conway und Thad W. Allen, den Stabschefs der drei Streitkräfte, am Rande eines Seefahrtsymposiums in Newport, Rhode Island, vorgestellt.

Inhalt[Bearbeiten]

Prämissen[Bearbeiten]

Die Strategie setzt einige bedeutende geographische Annahmen voraus. Die gewichtigste Prämisse der Doktrin ist, dass 70 % der Erdoberfläche von Wasser bedeckt sind. In Bezug auf den Menschen setzt sie voraus, dass 80 % wenige hundert Meilen Entfernung zur See leben, und dass 90 % des Welthandels über die Weltmeere abgewickelt werden. Daraus schlussfolgern die drei Teilstreitkräfte, dass das wirtschaftliche Wohlergehen und die Sicherheit der Menschheit vom freien Zugang zu ihnen abhängen, auch dasjenige der Vereinigten Staaten als Teil eines global miteinander vernetzten Systems. Damit schließen sie sich früheren ähnlichen Forderungen der Vereinigten Staaten wie im 14-Punkte-Programm Woodrow Wilsons oder der angloamerikanischen Atlantik-Charta aus dem Jahre 1941 an.

Schlussfolgerungen[Bearbeiten]

Aus den Grundannehmen folgert das Dokument, dass die maritimen Streitkräfte der USA in Zukunft weiter an Bedeutung für die Verteidigung des Festlandsterritoriums der Vereinigten Staaten gewinnen werden, weswegen sie global aufgestellt sein müssen. Allerdings verfolgen die drei Streitkräfte dabei keinen Allgegenwärtigskeitsanspruch, sondern müssen vielmehr punktuell so zusammengezogen werden können, dass sie jederzeit und überall die Freiheit der Meere bewahren können.

Strategische Imperative[Bearbeiten]

Die Seedoktrin enthält sechs Handlungsanweisungen, die in ihrer Niederschrift als „strategische Imperative“ (strategic imperatives) bezeichnet werden:

  • aus einer Vorwärtsstationierung heraus Konflikte mit einer entscheidenden Seemacht lösen
  • die Eskalation von Konflikten zu Kriegen verhindern
  • die Kriege der Vereinigten Staaten gewinnen
  • zur Sicherheit auf dem Festland der Vereinigten Staaten beitragen
  • Allianzen und Partnerschaften zu befreundeten und gleichgesinnten Organisationen im Ausland pflegen und ausbauen
  • lokale Spannungen verhindern oder eingrenzen, bevor sie sich auf das internationale System auswirken

Weblinks[Bearbeiten]