Kopřivnice

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Kopřivnice
Wappen von Kopřivnice
Kopřivnice (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Moravskoslezský kraj
Bezirk: Nový Jičín
Fläche: 2748 ha
Geographische Lage: 49° 36′ N, 18° 9′ OKoordinaten: 49° 35′ 59″ N, 18° 8′ 43″ O
Höhe: 320 m n.m.
Einwohner: 22.237 (1. Jan. 2017)[1]
Postleitzahl: 742 21–742 74
Verkehr
Bahnanschluss: Studénka–Veřovice
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 4
Verwaltung
Bürgermeister: Josef Jalůvka (Stand: 2006)
Adresse: Štefánikova 1163
74221 Kopřivnice 1
Gemeindenummer: 599565
Website: www.koprivnice.cz

Kopřivnice (deutsch: Nesselsdorf) ist eine Stadt im Okres Nový Jičín in der Tschechischen Republik. Sie liegt etwa 30 Kilometer südlich von Ostrava an der Lubina.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nesselsdorf entstand im 13. Jahrhundert nahe der Burg Schornstein und gehörte damals zur Herrschaft der Grafen von Hückeswagen.

1910 wurde Nesselsdorf zur Marktgemeinde erhoben. Bekannt war der Ort vor allem durch den 1850 von Ignaz Schustala gegründeten Fahrzeug- und Eisenbahnhersteller Nesselsdorfer Wagenbau-Fabriks-Gesellschaft (NW), aus welcher 1923 der Automobilhersteller Tatra hervorging. Nesselsdorf befand sich direkt an der deutsch-tschechischen Sprachgrenze und besaß eine deutsche Minderheit.

Nach dem Münchner Abkommen kam die Marktgemeinde Nesselsdorf im Oktober 1938 unter deutsche Verwaltung und gehörte bis 1945 zum Landkreis Neu Titschein im Regierungsbezirk Troppau des Reichsgau Sudetenland. Nach dem 2. Weltkrieg erfolgte die Vertreibung der deutschen Bevölkerung. 1948 wurden Kopřivnice die Stadtrechte verliehen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: Über Weiß und Rot gespalten liegt ein beigefarbenes historisches Kraftfahrzeug. Im rechten Feld befindet sich ein rotes Schildlein mit einem silbernen Brennnesselblatt.

Symbolik: Das Nesselblatt steht für Nesselsdorf und für die Firma Nesselsdorfer Wagenbau-Fabriks-Gesellschaft. Das Auto im Wappen als heraldische Besonderheit symbolisiert den ersten Herstellungsort für Kraftfahrzeuge in Böhmen/Mähren und Österreich-Ungarn. Es ist dem Modell „Präsident“ ähnlich. Dessen Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 23 km/h, die am 21. Mai 1898 auf der Strecke von Kopřivnice bis Wien erreicht wurde.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Kopřivnice gehören die Stadtteile Lubina, Mniší (Mönchsdorf) und Vlčovice (Weltschowitz).

Der Stadtteil Lubina entstand aus den Orten Drnholec nad Lubinou (Dürnholz) und Větřkovice u Lubiny (Wetrkowitz).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NW Rennzweier, Rennwagen von 1900, im Tatra-Museum von Kopřivnice

Tatra-Museum: Technisches Museum zur Automobilproduktion in Kopřivnice. Innerhalb des Gebäudes befinden sich historische Straßenfahrzeuge, darunter Personenkraftwagen und Geländewagen, welche mehrmals bei der Rally Dakar gewonnen haben. Im Außengelände befindet sich ein Triebwagen Slovenská Strela (Slowakischer Pfeil).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kopřivnice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2017 (PDF; 371 KiB)