Kopist

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Kopist
Kopist

Der Kopist ist ein Schreiber, dessen Aufgabe in erster Linie darin besteht, Texte abzuschreiben (zu kopieren), die andere verfasst haben. Der Begriff wird in der Malerei bzw. bildenden Kunst auch für einen Maler verwendet, der das Gemälde eines anderen Künstlers kopiert.

Zur Rolle von Kopisten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waren Kopisten im Mittelalter häufig in Skriptorien von Klöstern und Stiften am Werk, um kirchliche oder wissenschaftliche Werke zu vervielfältigen, so verschwand dieser Berufszweig mit der Erfindung des Buchdrucks fast völlig.

In der Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kopisten für Musik, die die Orchesterstimmen aus den handgeschriebenen Partituren der Komponisten herausschreiben, gibt es allerdings bis heute. Ein guter Noten-Kopist kann abschätzen, wie Systeme, Takte und Noten auf einer Seite angeordnet werden sollen, um dem Musiker ein möglichst angenehmes Lesen und Blättern zu ermöglichen. Früher wurden den Kopisten auch einfachere kompositorische Tätigkeiten wie das Ergänzen von Begleitstimmen oder Instrumentation anvertraut. Obwohl der Notensatz mit dem Computer immer bessere Ergebnisse erzielt, kann es immer wieder vorkommen, dass kurzfristig die Stimmen einer Neukomposition oder Transpositionen benötigt werden, oder die Notation eines Werkes für die Notensatzprogramme zu komplex ist. In solchen Fällen kann ein Kopist nötig sein.

In der Bildenden Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Original und Kopie in der Bildenden Kunst
The marriage of Tobias and Sarah, by Jan Steen.jpg
Die Hochzeit von Tobias und Sara,
Gemälde von Jan Steen, um 1667
Schroeder Die Eheverschreibung.jpg
Die Eheverschreibung,
Radierung von Karl Schröder, vor 1844


Durch Kopisten geschaffene Druckformen, wie Kupferstiche, Stahlstiche, Radierungen und Lithografien dienten vor der Entwicklung fotografischer Reproduktionstechniken der Verbreitung von Kunstwerken aus privaten und herrschaftlichen Sammlungen für ein breites Publikum.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schreiber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Kopist – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Kopist – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ilka Voermann: Die Kopie als Element fürstlicher Gemäldesammlungen im 19. Jahrhundert. Lukas, Berlin 2012, ISBN 978-3-86732-135-8