Lengefeld (Korbach)

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Lengefeld
Stadt Korbach
Koordinaten: 51° 16′ 3″ N, 8° 49′ 56″ O
Höhe: 386 (375–440) m ü. NHN
Fläche: 8,99 km²[1]
Einwohner: 497 (31. Dez. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1970
Postleitzahl: 34497
Vorwahl: 05631

Lengefeld ist ein Stadtteil der Kreisstadt Korbach des nordhessischen Landkreises Waldeck-Frankenberg.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lengefeld liegt knapp 3 km westsüdwestlich der Korbacher Kernstadt an den Ostausläufern des sauerländischen Teils vom Rheinischen Schiefergebirge. An der Südostgrenze des Naturparks Diemelsee gelegen befindet es sich etwa 1,75 km nördlich des Eisenbergs (562 m ü. NN) auf etwa 375 bis 440 m ü. NN. Durch das Dorf führt die Landesstraße 3083 (Korbach−Eppe). Südlich vorbei fließt die Marbeck. Die frühere Gemeinde Lengefeld hatte eine Fläche von 8,99 km².[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lengefelder Kirche
Herrenhaus der ehemaligen Wasserburg

Das Gebiet des heutigen Lengefeld wurde vermutlich schon um das 8. Jahrhundert besiedelt, worauf der über dem Dorf gelegene Ringwall, der Hünenkeller verweist. Im Jahr 1036 wurde Lengefeld als Lenkevelde erstmals als Vorwerk des Paderborner Herrenhofes zu Korbach erwähnt. 1228 wurden die Herren von Lengefeld erstmals urkundlich erwähnt. Ob diese die spätere Wasserburg erbauten, ist nicht gesichert. Die romanische Saalkirche in der Ortsmitte wurde um 1200 erbaut.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die Gemeinde Lengefeld zum 1. Juli 1970 ein Stadtteil von Korbach.[4] Im Jahr 2011 begeht der Ort sein 975jähriges Bestehen.[5]

Ringwall Hünenkeller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der ovalen karolingisch-ottonische Wallburg sind an der östlichen Seite ein langgezogener Wallgraben sowie ein Mauerrest am südlichen Eingang erhalten. Zusätzlich war bis in jüngerer Zeit eine natürliche Höhle vorhanden, in der einer Volkssage gemäß ursprünglich Hünen wohnten und die Umgebung unsicher machten, woher auch der Name der Anlage stammt[6].

Wasserburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterhalb des Hünenkellers liegt eine Hofanlage an Stelle einer 1228 erstmals urkundlich erwähnten Wasserburg. Die früheren Wassergräben sind heute vollständig verfüllt. Im Herrenhaus, von außen nicht erkennbar, verbirgt sich der Stumpf eines quadratischen Wohnturms, der vermutlich aus dem 14./15. Jahrhundert stammt. Er ist besitzt eine Wandstärke von etwa zwei Metern, wurde im 17. Jahrhundert bis auf drei Stockwerke abgetragen und ist im Aussehen dem der Burg Nordenbeck ähnlich. Das Gebäude selbst wurde mehrfach umgebaut und erneuert. Anfang des 19. Jahrhunderts erhielt es einen Fachwerkanbau.

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Lengefeld lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][7]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1541: 6 Häuser
• 1620: 15 Häuser
• 1650: 15 Häuser
• 1738: 24 Häuser
• 1770: 28 Häuser, 190 Einwohner
Lengefeld: Einwohnerzahlen von 1770 bis 2015
Jahr  Einwohner
1770
  
190
1834
  
243
1840
  
232
1846
  
244
1852
  
240
1858
  
230
1864
  
235
1871
  
220
1875
  
218
1885
  
231
1895
  
227
1905
  
249
1910
  
246
1925
  
261
1939
  
243
1946
  
389
1950
  
375
1956
  
338
1961
  
347
1967
  
391
1971
  
480
1980
  
414
1990
  
432
1995
  
453
2000
  
502
2005
  
530
2008
  
545
2010
  
509
2015
  
495
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1][8]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1895: 223 evangelische (= 98,24 %), 4 katholische (= 1,76 %) Einwohner
• 1961: 308 evangelische (= 88,76 %), 39 katholische (= 11,24 %) Einwohner

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Lengefeld, Landkreis Waldeck-Frankenberg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Daten & Fakte. In: Internetauftritt. Stadt Korbach, archiviert vom Original; abgerufen im Juni 2018.
  3. Statistisches Bundesamt: Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland mit Übersichten über die Verwaltungsgliederung und Angaben über die Zugehörigkeit der Gemeinden zu Ortsklassen, Postleitgebieten und einigen wichtigen Verwaltungseinheiten. Ausgabe 1957, S. 275
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 407.
  5. 975 Jahre Lengefeld - HNA.de 19. Oktober 2010
  6. Waldeckische Gemeinnützige Zeitschrift (1837) S.301ff. Arolsen
  7. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  8. Bevölkerungsentwicklung. In: Haushaltsplan 2018. Stadt Korbach, S. Vorbericht VIII, archiviert vom Original; abgerufen am 2. Juni 2018.