Korbball

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Dieser Artikel befasst sich mit der in Deutschland gespielten Sportart Korbball. Für die in der Schweiz gespielte gleichnamige Sportart siehe Korbball (Schweiz).
Eine Angreiferin führt einen Distanzwurf aus. Unter dem Korb lauert die Korbhüterin mit dem Ziel, den Ball abzufangen.
Eine Angreiferin beim Ausführen eines Korblegers.

Korbball ist eine Ballsportart für zwei Mannschaften. Ziel des Spiels ist es, möglichst oft einen Ball in den gegnerischen Korb zu werfen und Treffer in den eigenen Korb zu verhindern. Korbball weist Ähnlichkeiten zu Basketball, Korfball, Netball, nicht zuletzt aber auch Handball auf und wird bevorzugt von Frauen und Mädchen betrieben. Abgesehen von Deutschland wird auch in der Schweiz Korbball gespielt. Dabei handelt es sich allerdings um eine eigenständige Sportart.

Es gibt zwei Korbballvarianten: Hallenkorbball und Feldkorbball. Der Oberbegriff Korbball wird oft synonym zu Hallenkorbball verwendet, da diese Variante weitaus populärer ist.

Spielidee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In beiden Hälften des Spielfeldes befindet sich jeweils ein erhöhter Korb. Diejenige von zwei gegeneinander antretenden Mannschaften, die bis zum Ende einer festgelegten Spieldauer den Spielball öfter in den gegnerischen Korb geworfen hat, gewinnt.

Abgesehen vom Ziel, den Ball möglichst häufig im Korb des Gegners zu versenken, gilt es, die gegnerischen Spielerinnen an erfolgreichen Ballwürfen zu hindern. In jeder Mannschaft übernimmt eine Spielerin die Rolle der Korbhüterin, die als einzige den um den eigenen Korb gezogen Korbkreis betreten darf und somit in unmittelbarer Nähe des Korbes Bälle abfangen kann.

Korbball ist als körperloses Spiel konzipiert; Körperkontakt wird durch die Spielregeln weitgehend untersagt.

Spielfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielszene eines Korbballspiels: Die Spielfeldbegrenzung ist in diesem Fall schwarz (hinter dem Korb teilweise orange), während der Korbraum und die Freiwurflinie weiß gezeichnet sind.

Ein Hallenkorbballfeld misst in der Regel 30 m × 15 m. Im heute nicht mehr im Spielbetrieb gespielten klassischen Feldkorbball beziehungsweise Großfeldkorbball betragen die Maße 50 m × 25 m. Das verkleinerte Feldkorbball-Spielfeld, auf dem in Bayern Spielbetrieb stattfindet, misst 38 m × 19 m.

In den beiden Spielfeldhälften befindet sich jeweils ein Korbraum in Form eines Kreises (Großfeldkorbball) beziehungsweise Teilkreises (Hallenkorbball/Kleinfeldkorbball) mit einem Radius von 3 m, in dessen Mittelpunkt der Korbständer angebracht ist.[A 1] Während im Hallen- und Kleinfeldkorbball der Korbständer 1 m von der Korblinie entfernt ist, beträgt der Abstand im Großfeldkorbball 7 m, sodass hier der Korbraum komplett umlaufen werden kann.

Der Korb hat einen Durchmesser von 55 cm, befindet sich in einer Höhe von 2,5 m und besitzt, im Gegensatz zum Basketball, kein Brett.

Spielball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Spielball hat einen Umfang von 56 bis 60 cm und ist 400 bis 500 g schwer. Er entspricht damit in etwa einem Handball der Größe III (Männer). Da der Ballumfang wesentlich kleiner ist als der rund 173 cm große Umfang der Korböffnung, kann der Ball mit einem gezielten Wurf in einem bestimmten Bereich des Korbes platziert werden, sodass der gegnerischen Korbhüterin die Abwehr des Balls erschwert wird.

Mannschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor einem Korbwurf positionieren sich üblicherweise alle Spielerinnen – mit Ausnahme der verteidigenden Korbhüterin – um den Korbkreis der verteidigenden Mannschaft.

Im Hallen- und Kleinfeldkorbball besteht eine Mannschaft aus 5 Spielerinnen, im Großfeldkorbball aus 7 Spielerinnen, jeweils inklusive einer Korbhüterin und zuzüglich 3 Auswechselspielerinnen.

Feldspielerinnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Ausnahme der Korbhüterin sind alle Spielerinnen einer Mannschaft Feldspielerinnen, denen keine besonderen Rechte zugestanden werden. Feldspielerinnen haben sich stets außerhalb der Korbkreise aufzuhalten. Alle Spielerinnen einer Mannschaft sind sowohl in die Verteidigung, als auch in den Angriff eingebunden; dies betrifft normalerweise auch die Korbhüterin, die außerhalb ihres Korbkreises wie eine Feldspielerin agiert. Am eigenen wie am gegnerischen Korbkreis verteilen sich die Feldspielerinnen einer Mannschaft üblicherweise in gleichmäßigen Abständen um den Kreis. Gemäß dieser Aufstellung ist jeder Spielerin eine feste Position zugeordnet, wobei im Angriff durch Spielzüge mitunter auch Positionswechsel vorgenommen werden. In der Verteidigung wird je nach Einsatz der Korbhüterin eine Raumdeckung oder eine Manndeckung angewendet.

Korbhüterinnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine „springende Korbhüterin“ beim Abwehren eines Korbwurfs.

Eine Spielerin je Mannschaft nimmt die Rolle der Korbhüterin ein. Sie ist die einzige, die den eigenen Korbraum betreten darf. Außerhalb des eigenen Korbraums unterliegt eine Korbhüterin denselben Regeln wie eine Feldspielerin.

Limitierung der Körpergröße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinsichtlich der Körpergröße von Korbhüterinnen besteht ein striktes Reglement.[1][2] Spielerinnen, deren Körpergröße 176 cm übersteigt, sind als Korbhüterin nicht spielberechtigt. Sofern eine Spielerin größer als 174 cm ist, muss sie sich zu Beginn eines Spieljahres von einem Messgremium vermessen lassen. Darüber hinaus muss mit unangekündigten Messungen gerechnet werden.[1] Sobald bei einer Messung eine Größe von mehr als 178 cm (180 cm inklusive Messtoleranz) festgestellt wird, darf eine Spielerin nie mehr als Korbhüterin eingesetzt werden.

Einfluss auf das Spielgeschehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Korbhüterin versucht einen Korbleger durch Heranschreiten an die ballführende Spielerin zu blocken.

Die körperlichen Voraussetzungen und das physische Vermögen der Korbhüterinnen prägen den Verlauf eines Spiels auf entscheidende Weise. In höheren Spielklassen wird bereits in der Altersklasse der Jugendlichen mit „springenden Korbhüterinnen“ gespielt: Eine solche besitzt ausreichend Körpergröße und Sprungkraft, um einen auf ihren Korb geworfenen Ball vor dem Eintritt in den Korb abzufangen beziehungsweise wegzuschlagen. Eine Goaltending-Regel gibt es im Korbball nicht. Anstatt also einen Wurf durch Herantreten an die werfende Gegnerin zu blocken, lauert eine springende Korbhüterin unter dem Korb auf den sich in den Korb senkenden Ball. Ohne springende Korbhüterin kommt in der Verteidigung meistens eine Manndeckung anstatt einer Raumdeckung zum Einsatz.

Korbhüterinnen werden üblicherweise mit ins Angriffsspiel um den gegnerischen Korb einbezogen, um am gegnerischen Korbkreis eine Überzahlsituation herzustellen. Da die verteidigende Korbhüterin normalerweise versucht Würfe im Korbkreis abzufangen oder zu blocken, fehlt jene in der Verteidigung vor dem Korbkreis. Seltene Gründe eine Korbhüterin nicht ins Angriffsspiel einzubinden sind Erschöpfung bei mangelnd qualifizierten Ersatzspielerinnen oder betont defensive Spielweise – beispielsweise um eine Führung zu halten.

Schiedsrichter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Korbballspiele werden zumeist von einzelnen Schiedsrichtern geleitet. Lediglich in höherklassigen Begegnungen kommen Schiedsrichtergespanne bestehend aus zwei gleichberechtigten Unparteiischen zum Einsatz. Neben dem Registrieren von Korberfolgen und, sofern kein separater Zeitnehmer dafür verantwortlich ist, dem Verwalten der Spielzeit, sind Schiedsrichter für die Ahndung von Regelverstößen zuständig.

Spielablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Hallenkorbball erhält die verteidigende Mannschaft Abwurf, wenn die eigene Korbhüterin den Ball über die Korblinie ins Aus befördert. Deshalb wendet sich in der Regel das Spielgeschehen bereits nach dem Absetzen eines Wurfes.

Ein Spiel beginnt mit dem Anwurf an der Mittellinie. Die Mannschaft im Ballbesitz versucht, den Spielball zum Korbkreis der gegnerischen Mannschaft zu befördern, um dort einen Wurf auf den Korb abzusetzen. Da eine Spielerin jeweils vor und nach einem nur einmal erlaubten Prellen lediglich drei Schritte mit dem Ball laufen darf, beinhaltet der Weg zum gegnerischen Korb üblicherweise mehrere Pässe. Auswechslungen sind jederzeit möglich; eine Auswechselspielerin darf erst das Spielfeld betreten, sobald die auszuwechselnde Spielerin das Feld verlassen hat.

Spielzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Korbballspiele verlaufen in zwei Halbzeiten, deren Dauer sich nach der Altersklasse der Spielenden und regionalem Reglement richtet. Die Spielzeit in der Altersklasse der Frauen beträgt normalerweise 2 × 20 Minuten. Bei Unterbrechungen des Spielgeschehens – zum Beispiel wenn der Ball das Spielfeld verlässt oder bei Fouls – läuft die Spielzeit weiter; jedoch hat der Schiedsrichter die Möglichkeit bei abzusehend längeren oder zum Zweck der Spielverzögerung mutwillig herbeigeführten Unterbrechungen die Spielzeit anzuhalten. Die Mannschaften können die Spielzeit durch Auszeiten stoppen. Sofern eine Mannschaft einen Korbwurf offensichtlich verzögert, kann ein Zeitspiel geahndet werden, infolgedessen der Ballbesitz unmittelbar zur gegnerischen Mannschaft zu wechseln hat.

Angriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die angreifende Mannschaft ist bemüht, den Spielball mit möglichst wenig Pässen zum gegnerischen Korbkreis zu befördern. Um den Korbkreis wird zumeist ein schnelles Passspiel etabliert. Zum einen wird hiermit versucht, eine Lücke in der Verteidigung aufzureißen, sodass eine Angreiferin möglichst nah am Korbkreis zum Wurf ansetzen kann, zum anderen soll sich die verteidigende Korbhüterin – sofern diese im Korbkreis verteidigt – im Moment eines Wurfs auf den Korb in keiner günstigen Verteidigungsposition befinden. Bei springenden Korbhüterinnen ist zudem die werfende Angreiferin bemüht den Ball, in hohem Bogen geworfen, möglichst weit hinten im Korb (also im Rücken der Korbhüterin) unterzubringen, um der Korbhüterin das Abfangen des Balls zusätzlich zu erschweren. Als Alternative kommen ansatzlos geworfene, sehr flache Würfe zum Einsatz, die der Korbhüterin wenig Reaktionszeit erlauben.

Verteidigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die grundsätzliche Verteidigungstaktik einer Mannschaft ist abhängig davon, ob sie über eine springende Korbhüterin verfügt. In diesem Fall verteidigt eine Mannschaft meist erst am eigenen Korbkreis, wo vor allem versucht wird, der angreifenden Mannschaft keinen günstigen Wurf zu erlauben beziehungsweise der eigenen Korbhüterin stets genügend Zeit zur Ausrichtung zu verschaffen.

Ohne springende Korbhüterin ist eine Mannschaft bemüht, die Pässe der Gegnerinnen abzufangen. Meistens geschieht dies dadurch, dass die verteidigenden Spielerinnen mit einer Manndeckung die gegnerische Mannschaft auf dem ganzen Feld unter Druck setzen.

Durch das Einbeziehen der Korbhüterin ins Angriffsspiel und der daraus resultierenden Überzahl der angreifenden Mannschaft außerhalb des Korbkreises wird in der Verteidigung um den Korbkreis fast ausnahmslos eine Raumdeckung angewandt.

Regelverstöße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwerere Regelverstöße werden mit einem 4-Meter-Wurf bestraft.

Die Regeln von Korbball sind hinsichtlich von Körperkontakt sehr restriktiv: Allein die ballführende Spielerin darf mit seitlich oder nach oben gestreckten Armen gesperrt werden. Schlagen, Halten oder Stoßen ist im Korbball nicht erlaubt. Das Sperren einer Gegnerin durch Umfassen mit beiden Armen ist ebenso verboten. Des Weiteren ist es nicht gestattet, sich nach dem Ball zu werfen, sich gegen eine Gegenspielerin abzubücken, sich in sie hineinzudrehen oder gegen sie anzurennen. Auch darf der Ball nicht zur Täuschung gegen den Gegner geführt werden.

Leichte Vergehen – zum Beispiel unerlaubtes Sperren, Schrittfehler oder Wechselfehler – werden durch Freiwurf geahndet: Die Mannschaft, die einen Freiwurf zugesprochen bekommt, wirft den Ball am Ort des Vergehens, aber außerhalb der gegnerischen Freiwurfmarkierung, ab. Es ist erlaubt, den Freiwurf direkt auf den Korb auszuführen. Schwerere Vergehen – zum Beispiel grob unsportliches Verhalten – werden durch eine Strafwurf von der 4-Meter-Linie geahndet.

Durch Zeigen einer gelben Karte wird eine Spielerin ermahnt. Darüber hinaus kann eine Spielerin für zwei Minuten vom Feld verwiesen werden, ohne dass die Mannschaft die Anzahl ihrer Spielerinnen über die Dauer der zwei Minuten wieder auffüllen darf. Als härteste Strafen können Spielerinnen für den gesamte Rest des Spiels und zusätzlich für die Teilnahme an Folgespielen ausgeschlossen werden.

Spielende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Spiel endet mit dem Ablauf der zweiten Halbzeit. Die Mannschaft, die bis dahin mehr Korbtreffer erzielt hat, gewinnt. Sofern ein Spiel unentschieden endet, jedoch eine Entscheidung erreicht werden muss, wird die Spieldauer um zwei verkürzte Halbzeiten – normalerweise 2 × 5 Minuten – verlängert und, bei danach weiterhin ausbleibender Entscheidung, ein 4-Meter-Werfen durchgeführt.

Spielbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Spielbetrieb wird vom Deutschen Turner-Bund beziehungsweise dessen Landesverbände organisiert. Die höchste Spielklasse im Hallenkorbball ist eine in Nord und Süd zweigeteilte Bundesliga. Im Norden spielen Mannschaften der Landesverbände Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein, im Süden Mannschaften aus Bayern, Mittelrhein und Westfalen. Die drei am besten platzierten Mannschaften der beiden Ligen spielen nach Ablauf der Saison bei einem Turnier den Deutschen Meister aus. Die Ebene unterhalb der Bundesliga bilden die ebenfalls in Nord und Süd zweigeteilte Landesliga Bayern, die Verbandsliga Westfalen sowie die Niedersachsenliga.

Feldkorbball wird in Form von Spielrunden auf dem Kleinfeld nur noch in Bayern während des Frühlings und Sommers zusätzlich zum Hallenkorbball in Herbst und Winter gespielt. Allein dort finden noch Landesmeisterschaften im Feldkorbball statt.

Korbball-Bundesliga 2017/18[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saison 2017/18 der Korbball-Bundesliga (Start der Staffel Süd am 23. September, Staffel Nord am 1. Oktober)[3][4] bildet die Qualifikation für die 50. deutschen Meisterschaften im Hallenkorbball.

Korbball (Deutschland)
SG Findorff Bremen
SG Findorff Bremen
TSV Barrien
TSV Barrien
SV Brake
SV Brake
TSV Heiligenrode
TSV Heiligenrode
Oldenbroker TV
Oldenbroker TV
TSG Seckenh.-Fahrenh.
TSG Seckenh.-Fahrenh.
TuS Sudweyhe
TuS Sudweyhe
TSV Thedinghausen
TSV Thedinghausen
TSV Bergrheinfeld
TSV Bergrheinfeld
TSV Eßleben
TSV Eßleben
TSV Ettleben
TSV Ettleben
Spvgg Hambach
Spvgg Hambach
VfL Kleinlangheim
VfL Kleinlangheim
SV Schraudenbach
SV Schraudenbach
TV Feldkirchen
TV Feldkirchen
TuS Eisbergen
TuS Eisbergen
TuS Helpup
TuS Helpup
TuS Langenholzhausen
TuS Langenholzhausen
Mannschaften der Korbball-Bundesliga 2016/17
(rot = Bundesliga Nord, grün = Bundesliga Süd)
Staffel Verein Landesverband Bundesland
Nord SG Findorff Bremen Bremen Bremen
Nord TSV Barrien Niedersachsen Niedersachsen
Nord SV Brake Niedersachsen Niedersachsen
Nord TSV Heiligenrode Niedersachsen Niedersachsen
Nord Oldenbroker TV Niedersachsen Niedersachsen
Nord TSG Seckenhausen-Farenhorst Niedersachsen Niedersachsen
Nord TuS Sudweyhe Niedersachsen Niedersachsen
Nord TSV Thedinghausen Niedersachsen Niedersachsen
Süd TSV Bergrheinfeld Bayern Bayern
Süd TSV Eßleben Bayern Bayern
Süd TSV Ettleben Bayern Bayern
Süd Spvgg Hambach Bayern Bayern
Süd VfL Kleinlangheim Bayern Bayern
Süd SV Schraudenbach Bayern Bayern
Süd TV Feldkirchen Mittelrhein Rheinland-Pfalz
Süd TuS Eisbergen Westfalen Nordrhein-Westfalen
Süd TuS Helpup Westfalen Nordrhein-Westfalen
Süd TuS Langenholzhausen Westfalen Nordrhein-Westfalen
Legende
Deutscher Meister 2017
Teilnehmer der deutschen Meisterschaften 2017
Aufsteiger 2017

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine frühe Form von Korbball wurde bereits um 1860 in Deutschland gespielt. Vermutlich aufgrund des harten, schweren Spielballs verlor das Spiel jedoch bald wieder an Attraktivität und geriet in Vergessenheit.[5]

Ableitung vom Basketball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1896 wurde unter Anleitung von August Hermann erstmals in Deutschland Basketball gespielt. Aus diesem Engagement entwickelte sich das Korbballspiel.

1896 führte August Hermann das Basketballspiel in Braunschweig ein und bemühte sich, das Spiel in der Deutschen Turnerschaft bekannt zu machen.[6] Durch seinen in die Vereinigten Staaten ausgewanderten Sohn war er auf das neuartige Spiel aufmerksam gemacht worden. Der englische Begriff „Basketball“ konnte sich aber nicht durchsetzen. Stattdessen wurde die Sportart gemäß der wörtlichen Übersetzung als „Korbball“ bezeichnet. Damit wurde im Übrigen zum Ausdruck gebracht, dass eine eigenständige deutsche Variante des Spiels geschaffen werden sollte.[7] Die Grundregeln entsprachen den von James Naismith 1892 herausgegebenen Regeln für das Basketballspiel, allerdings wurde das Spiel durch Hermann nach draußen verlegt. Im Gegensatz zum Basketball, wo 1906 die Körbe um das charakteristische Brett erweitert wurden, blieben die Körbe im Korbball ohne Brett. Davon abgesehen betonte Hermann, dass dieser Sport aufgrund der weichen Bewegungen des Korbwurfes und des nicht erlaubten Körperkontaktes besonders für Frauen und Mädchen geeignet sei.[8] Jedoch wollten die Sportvereine Korbball zuerst nicht in den Übungsbetrieb mit aufnehmen, da der Wettkampfgedanke des Spiels dem Geist der Turn- und Spielbewegung widersprach, in der ein gemeinschaftliches Miteinander im Mittelpunkt stand.[9]

Niedergang in Konkurrenz zum Handball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein frühes Korbball-Spielfeld um 1920. Seine Abmessungen entsprechen dem eines frühen Basketballfelds. Der Korb ist noch am Spielfeldrand montiert; im Vergleich zum Basketball fehlt jedoch das charakteristische Brett hinter dem Korb.

In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg erlebte das Spiel einen kurzen Aufschwung, da die Turnerschaft die Zuständigkeit für das Korbballspiel übernommen hatte. Die Regeln des Korbballs orientierten sich mittlerweile stark am sehr schnell populär gewordenen Handball, als einer dessen Vorläufer seinerseits das Korbballspiel gilt.[10] 1921 wurde der erste Deutsche Turnspielmeister im Korbball ermittelt: In Hannover bezwang der Oldenburger Turnerbund den Turnverein Leipzig-Rückmarsdorf.[11] Doch schon zum Zeitpunkt dieser Meisterschaften war die weitere Verbreitung des Korbballs gestoppt. Da sich das Korbballspiel bislang nicht flächendeckend durchsetzen konnte, wurde im Mai 1921 von der Deutschen Turnerschaft beschlossen, das Handballspiel anstelle des Korbballs zu fördern und keine Meisterschaften mehr ausrichten zu lassen.[9] Diese Entscheidung beeinflusste die Aktivitäten der Vereine unmittelbar: Viele Mannschaften, die bis dato Korbball gespielt hatten, wandten sich nun dem Handball zu. Zwar erfuhr das Korbballspiel Ende der zwanziger Jahre wieder einen leichten Aufschwung, da Handball von vielen Frauen und Mädchen als zu körperbetont und zu männlich angesehen wurde, doch eine nennenswerte Verbreitung fand es auch dadurch vorerst nicht.

Wiederbelebung in Konkurrenz zum Basketball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Korbball gilt als körperloses Spiel. Zum Beispiel darf allein die ballführende Spielerin lediglich mit seitlich ausgebreiteten oder nach oben gestreckten Armen gesperrt werden.

Zur Mitte der dreißiger Jahre wurde laut dem Deutschen Reichsausschuss für Leibesübungen Korbball kaum mehr gespielt.[12] Erst als 1935 in Vorbereitung auf das allein für Männermannschaften angesetzte Basketballturnier bei den Olympischen Sommerspielen 1936 die Sportart Basketball dem im Dritten Reich gegründeten Fachamt für Handball zugeordnet wurde, wurde dies in der Nachfolgeorganisation der Deutschen Turnerschaft, im Fachamt für Turnen, Gymnastik und Sommerspiele, als Konkurrenz wahrgenommen und damit begonnen, den Korbball wieder zu fördern.[10][A 2]

Als Resultat verfestigte sich die Trennung zwischen Basketball als Männersport und Korbball als Frauensport: Ab 1936 wurden wieder deutsche Meisterschaften im Korbball veranstaltet,[11] 1939 wurde der Hallenkorbball eingeführt,[13] 1941 wurde Korbball in die Richtlinien für die Leibeserziehungen der Mädchen in Schulen aufgenommen.[14] So setzte sich die Ausbreitung des Korbballspiels bis zur kriegsbedingten Einstellung des Spielbetriebs 1942 mit starker Dynamik fort. Zu diesem Zeitpunkt wurden rund 14.000 Spielerinnen gezählt, die etwa ein Drittel aller aktiven Sportlerinnen im Deutschen Reich ausmachten.[15]

Regionale Hochburgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Verbreitung des Korbballspiels durch die politische Neuordnung und das Aufkommen international populärer Sportspiele beeinflusst. So war Korbball vor dem Zweiten Weltkrieg in fast allen Ländern des Deutschen Reiches vertreten, in der neuen Bundesrepublik konnte jetzt eine Entwicklung zu regionalen Hochburgen in den Regionen um Bremen, Hannover, Schweinfurt und im Bezirk Weser-Ems festgestellt werden.[15] Die Hauptursache hierfür war, dass sich viele Turnvereine nun gegenüber dem Basketballspiel öffneten.[16] Überdies formte sich mit dem Zulauf zum Volleyball ein weiterer Konkurrent. Dennoch war Korbball zeitweise mit etwa 2.000 Mannschaften hinter Fußball und Handball der drittpopulärste Ballsport in Westdeutschland.[11] 1955 wurden rund 8.000 aktive Korbball-Spielerinnen gezählt.[15]

Hallenkorbball ist die populärere Korbballvariante. Seit 1969 werden jährlich deutsche Meisterschaften im Hallenkorbball ausgetragen.

In der DDR löste Basketball offiziell das Korbballspiel ab, womit eine weitere Region komplett entfiel. Ab 1970 beschränkte sich das Spiel auf die Landesverbände Bayern, Bremen, Mittelrhein, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Westfalen, in denen das Korbballspiel heute noch im Wettkampf betrieben wird. Die weitaus größten Konzentrationen an Korbballvereinen bildeten sich in der Region um Bremen und im Raum Schweinfurt, der bereits seit 1937 als Zentrum des Korbballs gilt.[17][A 3]

Fokus auf den Hallenkorbball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der zunehmenden Popularität des Hallenkorbballs wurden 1969 erstmals deutsche Meisterschaften in dieser Spielvariante veranstaltet. 48 Jahre nach den ersten deutschen Feldkorbballmeisterschaften fand dieses Turnier ebenso in Hannover statt.[13] Mit steigendem Interesse am Hallenkorbball verlor der Feldkorbball im Laufe der Zeit an Attraktivität. Zunehmend stellten Vereine ihren Spielbetrieb im Feldkorbball ein, sodass 1999 in Hausen letztmals deutsche Meisterschaften auf dem Feld ausgespielt wurden.[18]

Ein Versuch, in den 1990er Jahren Punktrunden für Männer einzuführen, war erfolglos und Korbball blieb – von einzelnen Mixed-Turnieren abgesehen – weitestgehend eine reine Frauensportart.[19] 2005 waren rund 10.000 Spielerinnen registriert.[17]

Als höchste Spielklasse im Hallenkorbball wurde in der Saison 2001/02 eine in die Staffeln Nord und Süd zweigeteilte Bundesliga eingeführt. Im Norden spielen Mannschaften aus Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein, im Süden aus Bayern, Mittelrhein und Westfalen.

Ende des klassischen Feldkorbballs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feldkorbball wird seit 2015/16 in Bayern auf einem verkleinerten Spielfeld gespielt.

Nach den letzten deutschen Meisterschaften im Feldkorbball beschränkte sich der Spielbetrieb in dieser Variante nur noch auf den Landesverband Bayern. In seiner klassischen Form wurde Feldkorbball jedoch auch dort nur noch eineinhalb Jahrzehnte gespielt. Zur Feldrunde 2015 wurde in der größeren der beiden bayerischen Korbballregionen um Schweinfurt beschlossen, unter Beibehaltung des Abstands zwischen beiden Körben die Abmessungen des Feldkorbball-Spielfelds auf die Maße 38 m × 19 m zu reduzieren.[20][A 4] Zugleich wurde die Anzahl Spielerinnen auf die des Hallenkorbballs reduziert. Aufgrund der regional unterschiedlichen Platzgrößen wurden in jenem Jahr keine bayerischen Meisterschaften veranstaltet.[21] Erst für die folgende Saison wurde auch in der zweiten der beiden bayerischen Korbballregionen, im Allgäu, das Feld verkleinert.[22] Wenngleich das verkleinerte Feldkorbball-Spielfeld 8 Meter länger ist, unterscheidet sich die Feldkorbballvariante taktisch nicht mehr vom Hallenkorbball. De facto wird somit nur mehr eine Korbballvariante in unterschiedlicher Umgebung gespielt.

Deutsche Meister im Feld- und Hallenkorbball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Korbball im internationalen Kontext[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits um 1900 wurde Korbball auch in der Schweiz, in Österreich und in den Niederlanden gespielt.[23] In der Schweiz wurde Korbball in den 1910er Jahren in die Schullehrpläne für Jungen und Mädchen übernommen. Das Spiel blieb dort in einer ursprünglicheren Form erhalten, da keine dem Handballspiel entlehnten Regeländerungen durchgeführt wurden. Auch in Österreich war Korbball Teil des Schulunterrichts;[24] nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verliert sich dort allerdings das Interesse an der Sportart. In den Niederlanden entwickelte sich ab 1902 Korfball zur populäreren Sportart. Parallel kam im Vereinigten Königreich das für Frauen ausgelegte Netball auf, das, so wie Korbball, dem Basketball entlehnt wurde.

Abgesehen von Basketball sind einzig Netball und Korfball international verbreitet. Wenngleich vor allem Netball, Korfball, der deutsche und der schweizerische Korbball augenscheinliche Ähnlichkeiten aufweisen, gestalten sich die Reglements derart unterschiedlich, dass über die Grenzen der einzelnen Sportarten hinaus keine internationalen Wettkämpfe stattfinden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Korbball – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Bache: Zur Entwicklung des deutschen Korbballspiels. (Unveröffentlichte Examensarbeit an der Universität Bremen). Bremen 1988.
  • Nadine Heinelt: Zur Entwicklungsökonomie von Sportarten – am Beispiel der Sportart Korbball. (Unveröffentlichte Diplomarbeit am Institut für Sportwissenschaften der Universität Bayreuth). Bayreuth 2006.
  • Bruno Henning: Streifzug durch sechs Jahrzehnte Turnspiel-Geschichte. (Volltext (S. 5–10) [PDF; 9,1 MB; abgerufen am 9. Oktober 2016]).
  • Lena Nessler: Korbball im Schulsport. (Magisterarbeit an der Georg-August-Universität Göttingen). Göttingen 2010 (Volltext [PDF; 1,5 MB; abgerufen am 9. Oktober 2016]).
  • Alexander Priebe: Korbball und Basketball im Dritten Reich und in der Bundesrepublik Deutschland. In: SportZeiten. Sport in Geschichte, Kultur und Gesellschaft. 13. Jahrgang, Nr. 1. Verlag Die Werkstatt, 2013, ISSN 1617-7606, S. 69–88.
  • WTB-Fachgebiete: Korbball. In: Westfälischer Turnerbund e.V. (Hrsg.): Westfalenturner. Nr. 1, 2016, S. 4–5 (Volltext [PDF; 261 kB; abgerufen am 9. Oktober 2016]).

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Bezeichnungen Großfeldkorbball und Kleinfeldkorbball sind nicht Teil des offiziellen Regelwerks. Während Großfeldkorbball synonym zum klassischen Feldkorbball verwendet wird, wird Kleinfeldkorbball teilweise als Überbegriff für Hallenkorbball und den seit 2015 in Bayern auf verkleinertem Spielfeld gespielten Feldkorbball verwendet, teilweise allein für Letzteres. Um jeweils den Bezug zum verbreiteteren Hallenkorbball klar herauszustellen wird in diesem Artikel allein die verkleinerte Feldkorbballvariante als Kleinfeldkorbball bezeichnet.
  2. Für die Gliederung der Fachämter, siehe Nationalsozialistischer Reichsbund für Leibesübungen.
  3. Allein in Schweinfurt und Umgebung existieren etwa 330 Korbball-Mannschaften in mehr als 80 Vereinen. (Gemeinschaft im Vordergrund. Main-Post. 22. September 2015. Abgerufen am 9. Oktober 2016.)
  4. Dadurch sind die Korbständer, wie beim Hallenkorbball, einen Meter von der Korblinie entfernt, ohne dass die fest im Boden eingelassenen Steckhülsen für die Körbe versetzt werden mussten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Anhang Verfahrensweise Korbhütermessungen. In: Deutscher Turner-Bund (Hrsg.): Amtliche DTB-Spielregeln für Turnspiele. 4. Auflage. 2013, S. 36 f. (PDF; 10,4 kB).
  2. Dominik Großpietsch: Umstrittene Größenbeschränkung. Main-Post. 14. April 2014. Abgerufen am 7. Mai 2017.
  3. Spielplan 2017/2018 – Alle Spiele. Abgerufen am 24. September 2017.
  4. 1. Bundesliga – Frauen – 2017/2018. Bayerischer Turnspiel-Verband. Abgerufen am 24. September 2017.
  5. Heinelt: Zur Entwicklungsökonomie von Sportarten, S. 72.
  6. Kurt Hoffmeister: Zeitreise durch die Braunschweiger Sportgeschichte. 2. Auflage. Books on Demand GmbH, Braunschweig 2010, ISBN 978-3-8391-0712-6, S. 33 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Priebe: Korbball und Basketball, S. 70.
  8. Bache: Zur Entwicklung des deutschen Korbballspiels, S. 12.
  9. a b Nessler: Korbball im Schulsport, S. 11.
  10. a b Priebe: Korbball und Basketball, S. 73.
  11. a b c Henning: Streifzug durch sechs Jahrzehnte Turnspiel-Geschichte.
  12. Priebe: Korbball und Basketball, S. 71.
  13. a b WTB-Fachgebiete: Korbball. In: Westfalenturner 1-2016, S. 4.
  14. Priebe: Korbball und Basketball, S. 80.
  15. a b c Nessler: Korbball im Schulsport, S. 12.
  16. Priebe: Korbball und Basketball, S. 82–83.
  17. a b Priebe: Korbball und Basketball, S. 85.
  18. 50 Jahre Korbball. Chronik der Abteilung Korbball. Spvgg 1933 Hambach e. V.. 1. Februar 2014. Abgerufen am 16. Oktober 2016.
  19. WTB-Fachgebiete: Korbball. In: Westfalenturner 1-2016, S. 5.
  20. Mareike Matz: Wird es die letzte Großfeldrunde?. Main-Post. 22. September 2015. Abgerufen am 16. Oktober 2016.
  21. Michael Müller: Vorbericht Bayerische Meisterschaft im Korbball am 24.07. in Euerbach (PDF; 384 kB) Bayerischer Turnspiel-Verband. S. 1. Abgerufen am 16. Oktober 2016: „Nach der Umstellung findet in diesem Jahr erstmals eine Bayerische Feldkorbball-Meisterschaft auf Kleinfeld statt. Im letzten Jahr wurde keine bayerische Meisterschaft ausgespielt, weil im Allgäu noch auf Großfeld gespielt wurde.“
  22. Abstimmung über Kleinfeld auf Rasen (Memento vom 29. April 2016 im Internet Archive)
  23. Richard Reich: Das kleine Korbball-Wunder. Neue Zürcher Zeitung. 15. Juni 2002. Abgerufen am 20. November 2016.
  24. siehe zum Beispiel: Spiel-Ausschuss der Österreichischen Mittelschulen (Hrsg.): Korbball. Wien 1928.