Zum Inhalt springen

Kordien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Kordien

Cordia boissieri

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Unterfamilie: Cordioideae
Gattung: Kordien
Wissenschaftlicher Name
Cordia
L.

Die Cordia sind eine Pflanzengattung, selten eingedeutscht Kordien genannt, in der Unterfamilie der Cordioideae innerhalb der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Die etwa 300 Arten sind in den Tropen bis Subtropen der Neuen und Alten Welt weitverbreitet.

Illustration von Cordia macleodii

Vegetative Merkmale

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Cordia-Arten sind verholzende Pflanzen und wachsen als Halbsträucher, Sträucher oder Bäume.[1]

Die wechselständig, selten gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die Laubblätter sind bei den meisten Cordia-Arten deutlich behaart.[1] Der Blattrand ist glatt oder gesägt, selten gelappt.[1] Nebenblätter sind keine vorhanden.

Generative Merkmale

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zymösen Blütenst#nde besitzen meist keine Tragblätter.[1]

Die meist zwittrigen oder mehr oder weniger funktional eingeschlechtigen Blüten sind radiärsymmetrisch und vier- bis achtzählig, meist aber fünfzählig mit doppelter Blütenhülle.[1] Die haltbaren Kelchblätter sind röhren- bis glockenförmig verwachsen und vergrößern sich nach der Anthese.[1] Die Kronblätter sind glocken- bis röhrenförmig verwachsen und sind je nach Art weiß, gelb oder orangerot. Die meist fünf (vier bis acht Kronlappen sind nach oben gerichtet oder zurückgekrümmt).[1] Bei den meist gut entwickelten Staubblättern sind die Staubfäden oft an der Basis flaumig behaart[1] und es ist nur ein Staubblattkreis vorhanden (es sind also meist fünf Staubblätter je Blüte). Die zwei Fruchtblätter sind zu einem kahlen, zwei- oder vierkammerigen, oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Je Fruchtknotenkammer ist nur eine Samenanlage vorhanden.[1] Viele Arten sind heterostyl. Von den jeweils zwei zweigabeligen Griffel endet jeder Griffelast in eine spatelförmigen oder kopfigen Narbe.[1]

Bei einigen Arten umschließt der haltbare Kelch die Früchte. Die kugeligen, ellipsoiden oder eiförmigen Steinfrüchte enthalten oft ein wässeriges, klebriges, fleischiges, selten korkiges Mesokarp und jeweils ein bis vier Samen.[1] Selten sind die Früchte nussartig und ohne fleischiges Mesokarp.[1] Das Endokarp ist hart.[1] Die Kotyledonen sind gefaltet.[1]

Einige Cordia-Arten dienen den Larven einiger Schmetterlingsarten wie Endoclita malabaricus als Futterpflanzen.

Systematik und Verbreitung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Cordia alliodora
Cordia dichotoma
Schwarze Brustbeere (Cordia myxa)
Cordia nodosa
Cordia pilosa
Blütenstand und Laubblätter von Cordia sebestena
Blüten und Unterseite der Laubblätter von Cordia subcordata
Blüten und Laubblätter von Cordia superba

Die Gattung Cordia wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 190 aufgestellt. Der Name ist konserviert worden. Der ursprünglich von Charles Plumier gegebene[2] Gattungsname Cordia ehrt den deutschen Mediziner und Botaniker Valerius Cordus (1515–1544).[3] Synonyme für Cordia L. nom. cons. sind: Acnadena Raf., Ascania Crantz, Auxemma Miers, Bourgia Scop., Calyptracordia Britton, Cerdana Ruiz & Pav., Cienkowskya Regel & Rach, Coilanthera Raf., Collococcus P.Browne, Cordiada Vell., Diacoria Endl., Ectemis Raf., Firensia Scop., Gerascanthus P.Browne, Gynaion A.DC., Hemigymnia Griff., Hymenesthes Miers, Lithocardium Kuntze, Macielia Vand., Macria Ten., Montjolya Friesen, Myxa (Endl.) Lindl., Novella Raf., Paradigma Miers, Patagonula L., Physoclada (DC.) Lindl., Pilicordia (A.DC.) Lindl., Piloisia Raf., Plethostephia Miers, Quarena Raf., Rhabdocalyx (A.DC.) Lindl., Saccellium Humb. & Bonpl., Salimori Adans., Sebesten Adans., Sebestena Boehm., Topiaris Raf., Toquera Raf.[4]

Die Gattung Cordia gehört in die Unterfamilie Cordioideae innerhalb der Familie Boraginaceae. Die Familie Cordiaceae wurde im Rang einer Unterfamilie in die Familie Boraginaceae eingegliedert. Cordia wurde früher auch in die Familie Ehretiaceae gestellt.[4]

Die Gattung Cordia besitzt ihre größte Artenvielfalt in der Neuen Welt. Einige Arten sind in Afrika und Asien heimisch. In China kommen fünf Arten aus der Gattung vor.

Zur Gattung Cordia gehören 250 bis 325 Arten (Auswahl):[4]

Folgende in der Gattung Cordia beschriebene Arten werden anderen Gattungen zugeordnet:

Cordia sebestena als Zierpflanze
Holz vonFreijo (Cordia goeldiana)

Viele Cordia-Arten sind wegen ihrer duftenden, dekorativen Blüten beliebte Zierpflanzen in tropischen bis subtropischen Parks, Gärten und Alleen.

Die Früchte einiger tropischer Arten sind essbar. In Indien werden Früchte dort heimischer Arten als Gemüse roh, gekocht oder eingelegt gegessen.

Holz wird von vielen andern Arten genutzt:

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 Gelin Zhu, Harald Riedl, Rudolf V. Kamelin: Boraginaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 16 – Gentianaceae through Boraginaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1995, ISBN 0-915279-33-9. Cordia, S. 331 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  2. Franz-Josef Schmidt: Zur Biographie des Valerius Cordus. In: Franz-Josef Schmidt (Übers.): Gesetze und Verordnungen des erhabenen Nürnberger Senates, die sich auf Ärzte, Apotheker und andere beziehen. [Leges ac statuta ampliss. senatus Norimbergensis ad Medicos, Pharmacopœos, & alios pertinentia. Paulus Kaufmann, Nürnberg 1598] Übersetzt und erläutert. Schmidt, Hamm [um 1985], S. 1–2, hier: S. 2.
  3. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Erweiterte Edition. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018.
  4. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 Cordia im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 19. November 2017.
  5. Cordia sebestena (PDF; 168 kB), auf hort.ifas.ufl.edu, abgerufen am 16. November 2016.
  6. Louro preto. In: holzvomfach.de. Gesamtverband Deutscher Holzhandel, abgerufen am 21. Februar 2024.
Commons: Cordia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien