Korea Train Express

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Streckennetz
Koreanische Schreibweise
Koreanisches Alphabet: 한국고속철도
Hanja: 韓國高速鐵道
Revidierte Romanisierung: Han-guk Gosok Cheoldo
McCune-Reischauer: Hanguk Kosok Ch'ŏldo

Der Korea Train eXpress (kurz: KTX) ist eine Serie südkoreanischer Hochgeschwindigkeitszüge. Betreiber sind die südkoreanischen Eisenbahnverkehrsunternehmen Korail und SR. Im April 2018 standen KORAIL insgesamt 1530 Fahrzeuge (Triebköpfe und Personenwagen) für die Züge zur Verfügung.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1973 und 1984 wurde eine Machbarkeitsstudie angefertigt. Im Mai 1989 wurde der Bau der Strecke zwischen Seoul und Busan beschlossen, im Dezember gleichen Jahres eine 54-köpfige Arbeitsgruppe in der Verwaltung der Staatsbahn gegründet. Die großräumige Trasse wurde im Juni 1990 festgelegt. Im Februar 1991 wurde eine Planungsgruppe für das Projekt gegründet.[2]

Um die Realisierung des Strecken- und Fahrzeug-Konzepts konkurrierten 1991 deutsche und französische Anbieter. In diesem Rahmen wurde im Februar und März 1991 auch erstmals ein ICE 1 im Ausland gezeigt. Die Vergabe des Auftrags wurde mehrfach verschoben.[3]

Im Dezember 1991 wurde ein Gesetz über die Streckenbaugesellschaft verabschiedet, die im März 1992 mit 7 Abteilungen und 379 Mitarbeitern gegründet wurde. Im Juni 1992 begann der Bau eines 57,2 km langen Versuchsabschnitts zwischen Chonan und Taejon. Im Juni 1994 folgte die Auswahl des Systems und die Unterzeichnung des Vertrages über die Strecke.[2]

Anfang 1998 wurden Verzögerungen und Kostensteigerungen bekannt. Die Eröffnung des Strecke zwischen Seoul und Busan sollte sich demnach bis zum Jahr 2005 verzögern, die Kosten um 50 Prozent auf umgerechnet rund 34,5 Milliarden DM ansteigen.[4] Im Sommer 1998 wurden weitere Verzögerungen aufgrund einer Finanzkrise bekannt. Eine neue Regierung in Seoul stimmte dem Weiterbau nur unter der Bedingung zu, dass die Kosten deutlich gesenkt würden. Darüber hinaus wurde geprüft, den Südabschnitt (zwischen Taejon und Busan) nicht zu realisieren und stattdessen die Bestandsstrecke auszubauen und zu elektrifizieren.[5] Im Juni 1998[2] wurde eine zweistufige Realisierung der Neubaustrecke angekündigt: Der 250 km lange Nordabschnitt sollte wie geplant 2004 in Betrieb gehen, der Südabschnitt sollte dagegen erst ab 2006 errichtet werden. Für den Südabschnitt war eine Bauzeit von sechs Jahren vorgesehen.[6]

Am 16. Dezember 1999 wurde der Abschnitt zwischen Seoul und Busan unter Anwesenheit des südkoreanischen Staatspräsidenten Kim Dae-jung offiziell eröffnet.[2]

Zum 1. April 2004 wurde der fahrplanmäßige Betrieb aufgenommen. Zwischen Seoul und Busan verkehrten rund 26 Zugpaare pro Tag, im weiteren Verlauf bis Mokpo fuhren zunächst sieben Zugpaare täglich. In den ersten Betriebstagen waren zahlreiche Züge zwischen Seoul und Busan vollständig ausgebucht.[7] Die offizielle Eröffnung der Gyeongbu- und der Honam-Strecke fand, nach zwölfjähriger Entwicklungsphase, am 31. März 2004 statt.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

KTX[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Korea Train eXpress

Die Züge wurden ab Ende 1999 als KTX bezeichnet[2] und sind die erste Generation von Hochgeschwindigkeitszügen in Südkorea.[8] Zwölf der 46 Triebzüge wurden von Alstom in Frankreich gebaut, die übrigen wurden – mit Beteiligung von Alstom[9] – in Südkorea gefertigt. Südkorea wurde damit zum achten Land, das auf TGV-Technik setzt; es war gleichzeitig das erste asiatische Land, das sich für diese Technologie entschieden hat.[2]

Der Zug erreicht eine Regelgeschwindigkeit von mehr als 300 km/h. Dies geschieht durch zwölf Elektromotoren, die je 1.130 kW leisten. Insgesamt werden somit 13.560 kW als Gesamtleistung erreicht, dies entspricht ungefähr 18.200 PS. Der KTX I ist im Wesentlichen ein TGV-A-Modell, das geringfügig modifiziert wurde. Insgesamt sollen 46 Züge gebaut werden. Die ersten zwölf werden bzw. wurden in Frankreich von Alstom produziert, die restlichen 34 Einheiten sollen von dem südkoreanischen Unternehmen Hyundai Rotem hergestellt werden. Auch der Streckenbau wurde mit Hilfe von französischen SNCF-Ingenieuren realisiert. Die nächste Generation des KTX HSR-350x basiert auf den TGV-R. Etwa 80 % des Zuges werden in Südkorea produziert. Die ersten Einheiten sind im Jahr 2008 in Dienst gestellt worden.

KTX-Sancheon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein KTX II

Anfang März 2010 begann der kommerzielle Einsatz der als KTX-Sancheon (auch KTX II) bezeichneten Züge. Zehn Exemplare der von Hyundai Rotem über knapp 15 Jahre entwickelten Züge sind seit Ende 2010 in Betrieb.[10] Sie verkehren mit einer planmäßigen Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h. Die Züge werden aus 10 Fahrzeugen gebildet und können im Bedarfsfall in Doppeltraktion verkehren.[11]

HEMU[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

HEMU-430X bei einer Testfahrt

In einem nächsten Schritt wurde ein weiterer Zug entwickelt. Er wird als High-speed Electric Multiple Unit (HEMU) bezeichnet. Bei Versuchsfahrten erreichte er 2013 eine Geschwindigkeit von 421 km/h.[12] Die Züge sollen ab 2020 im planmäßigen Verkehr eingesetzt werden.[13]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Start des Hochgeschwindigkeitsverkehrs 2004 nutzten täglich 54.000 Reisende den KTX. April 2018 waren es 170.000.[14]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. Dezember 2018 entgleiste ein KTX II auf dem Weg von Gangneung nach Seoul wenige Minuten nach der Abfahrt an einer Weiche bei einer Geschwindigkeit von 103 km/h. 15 Personen wurden leicht verletzt.[15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Korea Train Express – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • KORAIL: KORAIL embarks on a New Journey to Its Long-Cherished Desire, Trans Eurasian Railway, for the Bright Future of Korea. In: OSJD Bulletin 2/2019, S. 9–15.
  • Ministry of Land, Infrastructure and Transport of the Republik of Korea: Developement of Railway Transport in the Republic of Korea. In: OSJD Bulletin 2/2019, S. 1–8.
  • NN: Der Korea Train Express – ein TGV für Südkorea. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 4/2004, ISSN 1421-2811, S. 162–169.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. KORAIL: KORAIL embarks, S. 9.
  2. a b c d e f Versuchsbetrieb auf der südkoreanischen Hochgeschwindigkeitsstrecke. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 5/2000, ISSN 1421-2811, S. 225.
  3. Berndt von Mitzlaff: Hochgeschwindigkeitsverkehr im Ausland. In: Herausgeber (Hrsg.): Hochgeschwindigkeitsverkehr. Hestra-Verlag, Darmstadt 1991, ISBN 3-7771-0234-2 (Jahrbuch des Eisenbahnwesens. Band 42), S. 80.
  4. Meldung Koreas TGV startet später. In: Eisenbahn-Revue International, Ausgabe 3, 1998, ISSN 1421-2811, S. 104
  5. Meldung Finanzkrise bremst Hochgeschwindigkeitsverkehr. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 7/8, 1998, ISSN 1421-2811, S. 322
  6. Meldung Aktuelles in Kürze. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 9, 1998, ISSN 1421-2811, S. 380.
  7. Meldung KTX in Betrieb. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 5/2004, ISSN 1421-2811, S. 221.
  8. Ohne Quelle
  9. Ohne Quelle
  10. Hochgeschwindigkeitszüge in Korea auf hochgeschwindigkeitszuege.com
  11. Ministry: Developement, S. 7.
  12. Ministry: Developement, S. 7.
  13. Ministry: Developement, S. 7.
  14. KORAIL: KORAIL embarks, S. 9.
  15. Schwere Entgleisung in Südkorea. In: Eisenbahn-Revue International. Nr. 2, Februar 2019, ISSN 1421-2811, S. 86.