Koronowo

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Koronowo
Wappen von Koronowo
Koronowo (Polen)
Koronowo
Koronowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Powiat: Bydgoszcz
Fläche: 28,18 km²
Geographische Lage: 53° 19′ N, 17° 56′ OKoordinaten: 53° 19′ 0″ N, 17° 56′ 0″ O
Einwohner: 11.371
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 86-010
Telefonvorwahl: (+48) 52
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Koszalin-Bydgoszcz
Nächster int. Flughafen: Bydgoszcz
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Fläche: 411,70 km²
Einwohner: 24.174
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0403043
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Stanisław Gliszczyński
Adresse: pl. Zwycięstwa 1
86-010 Koronowo
Webpräsenz: www.koronowo.pl



Koronowo [kɔrɔ'nɔvɔ] (deutsch Polnisch Krone oder Crone an der Brahe, 1942–1945 Krone an der Brahe), ist eine Kleinstadt mit etwa 10.800 Einwohnern in Powiat Bydgoski (Bromberger Kreis) der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Koronowo liegt 23 Kilometer nördlich der Stadt Bydgoszcz am Fluss Brda. Sie nimmt eine Fläche von 2.818 Hektar ein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Crone nördlich der Stadt Bromberg auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Rathaus von Koronowo
Marktplatz der Stadt
Ehemalige Klostergebäude
Klosterkirche, 14.–16. Jahrhundert
Eisenbahn-Überführung der Strecke von Buszkowo nach Koronowo
Synagoge von Koronowo
Alter jüdischer Friedhof

Der an der Brahe gelegene Flecken, an dem die Stadt entstanden ist, hieß ursprünglich Smeyße und gehörte dem Kapitel von Wraclawiec, bis das Zisterzienser-Kloster im Nachbardorf Bischewo ihn an sich brachte. Der günstigeren Lage wegen wurde das Kloster, das siebzig Jahre lang im Dorf Bischewo gestanden hatte, dann hierher verlegt.[2] 1368 erteilte Kasimir der Große dem Abt die Erlaubnis, neben dem Kloster eine Stadt erbauen zu dürfen, jedoch mit der Auflage, dass diese den Namen Coronowo erhalten müsse.[2] Von der Zisterzienserabtei Koronowo waren im Mittelalter deutsche Bauern und Handwerker aus Westfalen und anderen niederdeutschen Gebieten ins Land geholt worden.

Die Stadt Coronowo, die außerhalb der Grenzen der historischen Landschaft Großpolen liegt, scheint bald nach 1368 an den Deutschen Orden gekommen zu sein, denn in der Schlacht bei Tannenberg (1410) hatte auch eine Schar von Ordensrittern gekämpft, die das Banner der Stadt Coronowo mit sich führte.[3] In Polnisch Krone dürfte sich demnach um diese Zeit eine Komturei des Deutschen Ordens befunden haben.[4] Nach der Schlacht von Tannenberg fand bei Polnisch Krone eine zweite Schlacht statt, in der achttausend Ritter gefallen sein sollen.[5]

Im Rahmen der Ersten Teilung Polen-Litauens, mit der die Wiedervereinigung von Ostpreußen und Westpreußen einherging, kam Coronowo 1772 zu Preußen. Die zu Westpreußen gehörige Stadt Coronowo war Verwaltungssitz des Amtsbezirks Coronowo, der 57 Ortschaften umfasste.[6] Von 1795 bzw. 1815 bis 1920 war Krone die nördlichste Stadt der preußischen Provinz Posen. Zur Unterscheidung von der Stadt Deutsch Krone wurde sie Polnisch Krone genannt. Im Kloster lebten 1788 zwölf und 1816 vierzehn Geistliche.[7]

Nachdem Polnisch Krone vorübergehend dem Herzogtum Warschau zugeordnet gewesen war, kam die Stadt 1815 zurück zu Preußen. Seit dem Wiener Kongress gehörte Krone von 1818 an bis nach Ende des Ersten Weltkriegs zum Landkreis Bromberg im Regierungsbezirk Bromberg der preußischen Provinz Posen. Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags musste das Kreisgebiet 1920 an die Zweite Polnische Republik abgegeben werden; es wurde daraus der Powiat Bydgoski. 1890 hatte der polnische Bevölkerungsanteil im Kreisgebiet bei gut 30 % gelegen.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Kurz darauf wurde die Stadt wieder Teil Polens, die sie dem Powiat Bydgoski zuordnete.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1783: 0 756, größtenteils Polen katholischer Konfession[2]
  • 1788: 0 895[7]
  • 1816: 0 933, darunter 506 Katholiken, 279 Evangelische und 148 Juden[7]
  • 1825: 1.834[7]
  • 1837: 2.233[7]
  • 1843: 2.306[7]
  • 1858: 2.784[7]
  • 1861: 2.926[7]
  • 1875: 3.726[8]
  • 1880: 4.106[8]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Koronowo ist mit 41.170 Hektar eine der größten Gemeinden im Powiat Bydgoszcz und hat etwa 23.400 Einwohner. Zu ihr gehören die Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name
(1815–1920)
deutscher Name
(1939–1945)
Buszkowo Buschkowo 1939–1942 Buschkowo
1942–1945 Buschberg
Byszewo Byschewo 1939–1942 Byschewo
1942–1945 Bischau
Bytkowice Böthkenwalde Böthckenwalde
Dziedzinek Dzidzinek 1939–1942 Dzidzinek
1942–1945 Diedeneck
Glinki Neu Glinke Neuglinke
Gogolin Gogolin 1939–1942 Gogolin
1942–1945 Golendorf
Gogolinek Gogolinke 1939–1942 Gogolinke
1942–1945 Golingen
Gościeradz Goscieradz 1939–1942 Goscieradz
1942–1945 Schmiedenau
Huta Hutta 1939–1942 Hutta
1942–1945 Wallhütte
Koronowo Polnisch Krone
187?–1920 Crone a.d. Brahe
Krone a.d. Brahe
Krąpiewo Krompiewo Rohrbeck
Łąsko Małe Klein Lonsk 1939–1942 Klein Lonsk
1942–1945 Lenzhuben
Łąsko Wielkie Groß Lonsk 1939–1942 Groß Lonsk
1942–1945 Lenzhagen
Lucim Luczmin
1906–1920 Lutschmin
1939–1942 Lutschmin
1942–1945 Lugfelde
Mąkowarsko Monkowarsk 1939–1942 Monkowarsk
1942–1945 Mönkenwerth
Morzewiec Marthashausen Martashausen
Nowy Dwór Neuhof Neuhof
Nowy Jasiniec Neu Jaschinitz 1939–1942 Neu Jaschinitz
1942–1945 Neu Jasnitz
Okole Okollo 1939–1942 Okollo
1942–1945 Kollenbach
Osiek Osiek 1939–1942 Osiek
1942–1945 Markwall
Popielewo Fünfeichen Fünfeichen
Salno Salno 1939–1942 Salno
1942–1945 Sallen
Samociążek Sanddorf Sanddorf
Sitowiec Schanzendorf Schanzendorf
Skarbiewo Skarbiewo 1939–1942 Skarbiewo
1942–1945 Scharbendorf
Stary Dwór Althof Althof
Stary Jasiniec Alt Jasnitz Alt Jasnitz
Tryszczyn Trischin 1939–1942 Trischin
1942–1945 Trischen
Wierzchucin Królewski Königlich Wierzchucin 1939–1942 Wierkutschin
1942–1945 Wiershütten
Więzowno Wiensowno 1939–1942 Wiensowno
1942–1945 Wensau
Wilcze Wilcze
1906–1920 Wilsche
Wilsche
Wiskitno Wiskitno 1939–1942 Wiskitno
1942–1945 Steinmeiler
Witoldowo Witoldowo
1908–1920 Wittelsdorf
Wittelsdorf
Wtelno Wtelno 1939–1942 Wtelno
1942–1945 Wittelskirch

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Wegehaupt (* 8. April 1905; † 28. September 1959 in Greifswald), deutscher Maler, Holzschneider und Hochschullehrer

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil, welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Kantersche Hofdruckerei, Marienwerder 1789, S. 84–85, Nr. 4.)
  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 343–347.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Koronowo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. a b c Goldbeck (1789), Teil I, S. 84–85, Nr. 4.)
  3. http://lanzevonmerode.de/Orden/do_tannenberg_banner1.html
  4. Vergl. hierzu auch Wuttke (1864), S. 344 und Fußnote 4).
  5. Jerzy Benjamin Flatt: Topographie des Herzogthums Warschau nebst einem kurzen Abriss der polnischen Geschichte. Mit Zusätzen in Bezug auf die im Wiener Frieden neu acquirirten Galizischen Provinzen. Leipzig 1810, S. 25.
  6. Friedrich Gottlob Leonhardi: Erdbeschreibung der Preußischen Monarcjie. Band 1, Halle 1792, S. 873.:
  7. a b c d e f g h Wuttke (1864), S. 343–347.
  8. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/pos_bromberg.html