Koronowo

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Koronowo
Wappen von Koronowo
Koronowo (Polen)
Koronowo
Koronowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Powiat: Bydgoszcz
Fläche: 28,18 km²
Geographische Lage: 53° 19′ N, 17° 56′ O53.31666666666717.933333333333Koordinaten: 53° 19′ 0″ N, 17° 56′ 0″ O
Einwohner: 11.362
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 86-010
Telefonvorwahl: (+48) 52
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Koszalin-Bydgoszcz
Nächster int. Flughafen: Bydgoszcz
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Fläche: 411,70 km²
Einwohner: 24.144
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0403043
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Stanisław Gliszczyński
Adresse: pl. Zwycięstwa 1
86-010 Koronowo
Webpräsenz: www.koronowo.pl



Koronowo [kɔrɔ'nɔvɔ] (deutsch Polnisch Krone oder Crone an der Brahe, 1942–45 Krone an der Brahe), ist eine Kleinstadt mit etwa 10.800 Einwohnern in Powiat Bydgoski (Bromberger Kreis) der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt Koronowo liegt 23 Kilometer nördlich der Stadt Bromberg (Bydgoszcz) am Fluss Brahe (Brda). Sie nimmt eine Fläche von 2.818 Hektar ein.

Geschichte[Bearbeiten]

Crone nördlich der Stadt Bromberg auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Rathaus von Koronowo
Marktplatz der Stadt
Ehemalige Klostergebäude
Klosterkirche, 14.–16. Jahrhundert
Eisenbahn-Überführung der Strecke von Buszkowo nach Koronowo
Synagoge von Koronowo
Alter jüdischer Friedhof

Der an der Brahe gelegene Flecken, an dem die Stadt entstanden ist, hatte ursprünglich Smeyße geheißen und dem Kapitel von Wraclawiec gehört, bis das Zisterzienser-Kloster im Nachbardorf Bischewo ihn an sich brachte. Der günstigeren Lage wegen wurde das Kloster, das siebzig Jahre lang im Dorf Bischewo gestanden hatte, dann hierher verlegt.[2] 1368 erteilte Kasimir der Große dem Abt die Erlaubnis, neben dem Kloster eine Stadt erbauen zu dürfen, jedoch mit der Auflage, dass diese den Namen Coronowo erhalten müsse.[2] Von der Zisterzienserabtei Koronowo waren im Mittelalter deutsche Bauern und Handwerker aus Westfalen und anderen niederdeutschen Gebieten ins Land geholt worden.

Die Stadt Coronowo, die außerhalb der Grenzen der historischen Landschaft Großpolen liegt, scheint bald nach 1368 an den Deutschen Orden gekommen zu sein, denn in der Schlacht bei Tannenberg (1410) hatte auch eine Schar von Ordensrittern gekämpft, die das Banner der Stadt Coronowo mit sich führte.[3] In Polnisch Krone dürfte sich demnach um diese Zeit eine Komturei des Deutschen Ordens befunden haben.[4] Der polnischen Geschichtsschreibung zufolge fand nach der Schlacht von Tannenberg bei Polnisch Krone eine zweite Schlacht statt, in der achttausend Ritter gefallen sein sollen.[5]

Im Rahmen der Ersten Teilung Polen-Litauens, mit der die Wiedervereinigung von Ostpreußen und Westpreußen einherging, kam Coronowo 1772 zu Preußen. Die zu Westpreußen gehörige Stadt Coronowo war Verwaltungssitz des Amtsbezirks Coronowo, der 57 Ortschaften umfasste.[6] Von 1795 bzw. 1815 bis 1920 war Krone die nördlichste Stadt der preußischen Provinz Posen. Zur Unterscheidung von der Stadt Deutsch Krone wurde sie Polnisch Krone genannt. Im Kloster lebten 1788 zwölf und 1816 vierzehn Geistliche.[7]

Nachdem Polnisch Krone vorübergehend dem Herzogtum Warschau zugeordnet gewesen war, kam die Stadt 1815 zurück zu Preußen. Seit dem Wiener Kongress gehörte Krone von 1818 an bis nach Ende des Ersten Weltkriegs völkerrechtlich zum Landkreis Bromberg im Regierungsbezirk Bromberg der preußischen Provinz Posen. Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags musste das Kreisgebiet 1920 an die Zweite Polnische Republik abgegeben werden; es wurde daraus der Powiat Bydgoski. 1890 hatte der polnische Bevölkerungsanteil im Kreisgebiet bei gut 30 % gelegen.

Gegen Ende des Ersten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Kurz darauf wurde die Stadt der Verwaltung der Volksrepublik Polen übergeben, die sie dem Powiat Bydgoski zuordnete. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten]

  • 1783: 756, größtenteils Polen katholischer Konfession[2]
  • 1788: 895[7]
  • 1816: 933, darunter 506 Katholiken, 279 Evangelische und 148 Juden[7]
  • 1825: 1.834[7]
  • 1837: 2.233[7]
  • 1843: 2.306[7]
  • 1858: 2.784[7]
  • 1861: 2.926[7]
  • 1875: 3.726[8]
  • 1880: 4.106[8]

Gemeinde[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Koronowo ist mit 41.170 Hektar eine der größten Gemeinden im Powiat Bydgoszcz und hat etwa 23.400 Einwohner. Zu ihr gehören die Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name
(1815–1920)
deutscher Name
(1939-45)
Buszkowo Buschkowo 1939-42 Buschkowo
1942-45 Buschberg
Byszewo Byschewo 1939-42 Byschewo
1942-45 Bischau
Bytkowice Böthkenwalde Böthckenwalde
Dziedzinek Dzidzinek 1939-42 Dzidzinek
1942-45 Diedeneck
Glinki Neu Glinke Neuglinke
Gogolin Gogolin 1939-42 Gogolin
1942-45 Golendorf
Gogolinek Gogolinke 1939-42 Gogolinke
1942-45 Golingen
Gościeradz Goscieradz 1939-42 Goscieradz
1942-45 Schmiedenau
Huta Hutta 1939-42 Hutta
1942-45 Wallhütte
Koronowo Polnisch Krone
187?-1920 Crone a.d. Brahe
Krone a.d. Brahe
Krąpiewo Krompiewo Rohrbeck
Łąsko Małe Klein Lonsk 1939-42 Klein Lonsk
1942-45 Lenzhuben
Łąsko Wielkie Groß Lonsk 1939-42 Groß Lonsk
1942-45 Lenzhagen
Lucim Luczmin
1906-20 Lutschmin
1939-42 Lutschmin
1942-45 Lugfelde
Mąkowarsko Monkowarsk 1939-42 Monkowarsk
1942-45 Mönkenwerth
Morzewiec Marthashausen Martashausen
Nowy Dwór Neuhof Neuhof
Nowy Jasiniec Neu Jaschinitz 1939-42 Neu Jaschinitz
1942-45 Neu Jasnitz
Okole Okollo 1939-42 Okollo
1942-45 Kollenbach
Osiek Osiek 1939-42 Osiek
1942-45 Markwall
Popielewo Fünfeichen Fünfeichen
Salno Salno 1939-42 Salno
1942-45 Sallen
Samociążek Sanddorf Sanddorf
Sitowiec Schanzendorf Schanzendorf
Skarbiewo Skarbiewo 1939-42 Skarbiewo
1942-45 Scharbendorf
Stary Dwór Althof Althof
Stary Jasiniec Alt Jasnitz Alt Jasnitz
Tryszczyn Trischin 1939-42 Trischin
1942-45 Trischen
Wierzchucin Królewski Königlich Wierzchucin 1939-42 Wierkutschin
1942-45 Wiershütten
Więzowno Wiensowno 1939-42 Wiensowno
1942-45 Wensau
Wilcze Wilcze
1906-20 Wilsche
Wilsche
Wiskitno Wiskitno 1939-42 Wiskitno
1942-45 Steinmeiler
Witoldowo Witoldowo
1908-20 Wittelsdorf
Wittelsdorf
Wtelno Wtelno 1939-42 Wtelno
1942-45 Wittelskirch

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Herbert Wegehaupt (* 8. April 1905; † 28. September 1959 in Greifswald), deutscher Maler, Holzschneider und Hochschullehrer

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil, welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Kantersche Hofdruckerei, Marienwerder 1789, S. 84–85, Nr. 4.)
  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 343–347.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Koronowo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 6. Dezember 2014.
  2. a b c Goldbeck (1789), Teil I, S. 84–85, Nr. 4.)
  3. http://lanzevonmerode.de/Orden/do_tannenberg_banner1.html
  4. Vergl. hierzu auch Wuttke (1864), S. 344 und Fußnote 4).
  5. Jerzy Benjamin Flatt: Topographie des Herzogthums Warschau nebst einm kurzen Abriss der polnischen Geschichte. Mit Zusätzen in Bezug auf die im Wiener Frieden neu acquirirten Galizischen Provinzen. Leipzig 1810, S. 25.
  6. Friedrich Gottlob Leonhardi: Erdbeschreibung der Preußischen Monarcjie. Band 1, Halle 1792, S. 873.:
  7. a b c d e f g h Wuttke (1864), S. 343–347.
  8. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/pos_bromberg.html