Korridor (hoheitliche Zone)

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Ein Korridor ist ein schmaler Gebietsstreifen[1], der Zugang über oder durch fremdes Territorium gewährt, indem er in der Regel einen Staat durch fremdes Hoheitsgebiet mit dem Meer oder mit einer Exklave verbindet bzw. über fremdes Staatsgebiet führt.

Sie kann als eine Land- (Korridorzug) oder Luftzone (Luftkorridor) ausgebildet sein.

Ein Beispiel aus der Vergangenheit war der polnische Korridor durch Westpreußen nach dem Friedensvertrag von Versailles, der Polen zwar den Bau eines Seehafens ermöglichte, gleichzeitig aber das Gebiet von Danzig als Freie Stadt unter Aufsicht des Völkerbundes vom Deutschen Reich abschnitt, und somit unüberbrückbare neue politische Probleme verursachte. Ein ebensolches Beispiel war die Panamakanalzone, die bis 1979 von den USA kontrolliert wurde und das Hoheitsgebiet von Panama durchschnitt.

Ein aktuelles Beispiel aus der heutigen Zeit ist der Neum-Korridor in Bosnien-Herzegowina, ein etwa 10 Kilometer breiter Streifen umgeben von kroatischem Territorium, der den einzigen Zugang des Landes zum Mittelmeer darstellt. Solche Korridore, welche das Staatsgebiet eines anderen Landes durchschneiden, werden auch Zerschneidungskorridor genannt [2].

Im Eisenbahnverkehr gibt es Korridorzüge, die beispielsweise aufgrund geographischer Gegebenheiten eine Trasse über fremdes Gebiet nutzen, so etwa die Korridorzüge der österreichischen Bundesbahnen über das Deutsche Eck.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Duden Wörterbuch, 25. Ausgabe, Begriff „Korridor“
  2. Martin Schwind: Lehrbuch der Allgemeinen Geographie, Band 8: Allgemeine Staatengeographie, de Gruyter, Berlin 1972, S. 38–39