Korruptionswahrnehmungsindex

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Übersicht des Korruptionswahrnehmungsindexes, nach Ländern (Stand: 2015)

Der Korruptionswahrnehmungsindex (englisch Corruption Perceptions Index, abgekürzt CPI, kurz auch Korruptionsindex), beschreibt das wahrgenommene Korruptionsniveau im öffentlichen Sektor eines Staates.

Der CPI listet Länder nach dem Grad auf, in dem dort Korruption bei Amtsträgern und Politikern wahrgenommen wird. Es ist ein zusammengesetzter Index, der sich auf verschiedene Umfragen und Untersuchungen stützt, die von mehr als zehn unabhängigen Institutionen durchgeführt wurden. Es werden Geschäftsleute sowie Länderanalysten befragt und Umfragen mit Experten im In- und Ausland miteinbezogen. Der Index geht von 0 bis 100 (bis 2011 max. 10 Punkte), wobei 100 die geringste Wahrnehmung von Korruption anzeigt und somit das bestmögliche Ergebnis ist.

Er wird seit 1995 von Transparency International, einer Nichtstaatlichen Organisation, die sich weltweit dem Kampf gegen Korruption widmet, in 180 Ländern erhoben (Stand: 2009).

Spiritus rector des Verzeichnisses war Johann Graf Lambsdorff, Professor für Wirtschaftstheorie an der Universität Passau, der den Index 1995 konzipierte und bis einschließlich 2008 im Auftrag von Transparency International erstellte.[1]

Methodik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In das Verzeichnis fließen Informationen aus verschiedenen, unabhängigen Quellen ein. Dies sind insbesondere Befragungen von ortsansässigen oder auswärtigen Geschäftspersonen (z. B. durch das World Economic Forum) sowie systematische Auswertungen durch Risikoagenturen, gestützt auf Länderberichte von lokalen Korrespondenten.

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Hier wären einige Quellen zur akademischen Forschung nützlich, mit der sich diese Aussagen belegen lassen. Wer kann hier weiterhelfen? --Siher (Diskussion) 17:44, 26. Sep. 2016 (CEST)

Der Korruptionsindex hat vielfach Eingang in die akademische Forschung gefunden. Die negativen Auswirkungen der Korruption sind damit folgendermaßen belegt: Ausländische Direktinvestitionen gehen zurück, die Qualität des kulturellen Angebots, des Bildungs- und Gesundheitssystems sinkt, die Produktivität sinkt, Umweltverschmutzung steigt, Militärausgaben steigen, Schattenwirtschaft und Inflation steigen, Einkommen und Vermögen sind ungleicher verteilt und das subjektive Glücksempfinden von Privatpersonen sinkt.

Als Ursachen der Korruption wurde Folgendes identifiziert: Hohe Rohstoffvorkommen, Wettbewerbsbeschränkungen, willkürliche und widersprüchliche staatliche Eingriffe in das Wirtschaftsgeschehen, fehlende Pressefreiheit, Akzeptanz von Hierarchien und eine Neigung zu Reziprozität.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem CPI 2004 zufolge erreichen 106 von 146 Ländern weniger als 5 von 10 möglichen Punkten. Sechzig Länder liegen sogar unter dem Wert 3 von 10 möglichen Punkten, was auf eine tief verwurzelte Korruption hindeutet.

2005[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im CPI 2005 wurden 159 Länder untersucht. An der Spitze (Punktzahl größer als 9) liegen in der Version 2005 wieder vor allem wirtschaftlich starke Länder wie Island (1.), Finnland (2.), Neuseeland (2.), Dänemark (4.), Singapur (5.), Schweden (6.) oder die Schweiz (7.). Am untersten Ende (weniger als zwei Punkte) liegen vor allem wirtschaftlich schwache Länder wie Tschad letzte Position 158, Bangladesch (ebenfalls 158.), Turkmenistan (155.) Myanmar (ebenfalls 155.), Haiti (ebenfalls 155.), Nigeria (152.), Äquatorialguinea (152.), Elfenbeinküste (152.) sowie Angola (152.). Österreich liegt an 10. (8,7), Deutschland an 16. Stelle (8,2) des Index 2005.

2006[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im CPI 2006 wurden 163 Länder untersucht. Auf dem Spitzenrang 1 mit einer Punktzahl von 9,6 Punkten liegen Finnland, Island und Neuseeland. Dahinter kommen Dänemark, Singapur, Schweden und die Schweiz, alle noch mit einer Punktzahl über 9. Österreich erreicht 8,6 Punkte und erzielt somit Platz 11. Deutschland rangiert mit 8 Punkten wie im Vorjahr auf Platz 16, direkt hinter Hongkong (8,3 Punkte) und vor Japan (7,6 Punkte). Die USA belegen zusammen mit Chile und Belgien Rang 20. Die letzten Ränge mit 2 oder weniger Punkten belegen Bangladesch, Tschad, Demokratische Republik Kongo, Sudan, Guinea, Irak, Myanmar und zuletzt auf Rang 163 Haiti.

120 Länder liegen unterhalb des Schwellwertes von 5 Punkten, davon 71 sogar unter 3 Punkten. 43,6 % aller beteiligten Länder leiden unter tief verwurzelter Korruption.

Erkenntnis 2006: Es lässt sich ein Zusammenhang zwischen Korruption und Armut entdecken. Viele der ärmsten Länder belegen die letzten Ränge. Aber einige ärmere Länder wie Barbados, Botswana, Bhutan, Chile, Jordanien und Uruguay belegen, dass auch ärmere Länder relativ gut abschneiden können. Dem gegenüber werden viele rohstoffreiche Länder trotz eines hohen Pro-Kopf Einkommens als relativ korrupt eingeschätzt.

Eine zum Teil starke Verschlechterung zu den Vorjahren ließ sich in den Ländern Brasilien, Israel, Jordanien, Kuba, Laos, Seychellen, Trinidad und Tobago, Tunesien und den USA beobachten. Länder, in denen Verbesserungen wahrgenommen wurden, sind Algerien, Indien, Japan, Lettland, Libanon, Mauritius, Paraguay, Slowenien, Türkei, Turkmenistan, Tschechische Republik und Uruguay.

2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Korruptionswahrnehmungsindex, 2007

Im Jahr 2007 wurden Somalia, Myanmar und der Irak als korrupteste Staaten ausgewiesen; am wenigsten Korruption gab es in Dänemark, Finnland und Neuseeland. Die Schweiz bleibt unverändert auf dem 7. Platz, zusammen mit den Niederlanden. Deutschland blieb stabil auf einem 16. Platz und gilt demnach als wenig korrupt. Österreich liegt davor auf Platz 15 und hat sich damit seit 2006 um 4 Plätze verschlechtert.

2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch im Jahr 2008 belegten Somalia, Myanmar und der Irak die hintersten Plätze auf dem Internationalen Korruptionsindex. Als die am wenigsten korrupten Länder, mit einem Indexwert von jeweils 9,3, galten Dänemark, Schweden und Neuseeland, dicht gefolgt von Singapur. Die Schweiz verbesserte sich auf Rang 5, Österreich nahm Platz 12, Deutschland Platz 14 ein.

2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2009 belegten Somalia, Afghanistan, Myanmar, der Sudan und der Irak die hintersten Plätze. Der Wahrnehmung nach die geringste Korruption gab es in Neuseeland, Dänemark, Singapur, Schweden. Die Schweiz belegte mit 9,0 Punkten wieder den 5. Platz, Österreich verschlechterte sich erneut und liegt mit 7,9 Punkten jetzt auf Platz 16. Transparency International spricht diesbezüglich von einer „signifikanten Verschlechterung binnen mehrerer Jahre“. Während die Alpenrepublik in diesem Jahrzehnt bislang im deutlich gehobenen Mittelfeld der entwickelten demokratischen Industriestaaten lag, droht es nunmehr nachhaltig zurückzufallen.[2] Erstmals seit 1999 liegt Österreich im Ranking wieder hinter Deutschland, das mit 8,0 Punkten (Vorjahr: 7,9 Punkte) erneut auf Platz 14 landete.

2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Viertel der 178 untersuchten Länder erzielten 2010 auf einer Skala von null (als sehr korrupt wahrgenommen) bis zehn (als wenig korrupt wahrgenommen) weniger als fünf Punkte. Schlusslichter waren erneut Irak, Afghanistan, Myanmar und Somalia; kaum besser war die Situation in Usbekistan, Turkmenistan und im Sudan. Den ersten Platz teilten sich wiederum die Länder Dänemark, Neuseeland und Singapur, die jeweils 9,3 Punkte erhielten. Finnland und Schweden (9,2 Punkte) folgten auf den nächsten Plätzen. Deutschland verlor einen Platz und lag gemeinsam mit Österreich auf Rang 15 (7,9 Punkte). Die Schweiz schnitt mit 8,7 Punkten und Rang 8 besser ab.[3]

2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 wurden insgesamt 183 Länder untersucht. Schlusslichter waren Somalia und Nordkorea; gefolgt von Myanmar, Afghanistan, Turkmenistan, Usbekistan, Sudan und dem Irak. Auf dem ersten Platz landete Neuseeland, gefolgt von Dänemark und Finnland. Die Schweiz lag gemeinsam mit Australien auf Platz 8, Deutschland und Japan teilten sich Platz 14. Österreich belegte Platz 16.[4]

2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Korruptionswahrnehmungsindex, 2012

Unter den 176 Ländern, die 2012 untersucht wurden, belegen Dänemark, Finnland und Neuseeland den ersten Rang, gefolgt von Schweden und Singapur. Die Schweiz konnte sich um zwei Ränge verbessern und landete auf Platz sechs. Deutschland verbesserte sich ebenfalls um einen Platz und ist neu auf Platz 13 zu finden. Österreich ist vom Rang 16 abgerutscht auf 25. Afghanistan, Nordkorea und Somalia teilen sich den letzten 174. Rang.[5]

2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dänemark, Neuseeland und Finnland erreichen erneut die besten Werte. Deutschland verliert einen Punkt, landet damit aber dennoch um einen Platz höher als im Vorjahr und erreicht somit Platz 12. Österreich erreicht wie im Vorjahr 69 Punkte, verschlechtert sich damit aber erneut leicht auf Rang 26. Somalia, Nordkorea und Afghanistan teilen sich wie im Jahr zuvor den letzten Rang.[6]

2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erneut führen Dänemark, Neuseeland und Finnland die Liste an. Deutschland liegt gleichbleibend auf Platz 12. Österreich kann sich auf 72 Punkte verbessern und erreicht nun Platz 23. Das Schlusslicht bilden Somalia, Nordkorea und Sudan.[7]

2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2012 führt Dänemark zum fünften Mal die Liste an. Neuseeland und Finnland folgen dicht dahinter. Deutschland liegt gemeinsam mit Luxemburg und dem Vereinigten Königreich auf Platz 10. Österreich kann sich auf 75 Punkte verbessern und erreicht nun Platz 17. Die Schlusslichter bilden Nordkorea, Sudan und Somalia.[8]


Rangliste des Korruptionsindex der ersten 26 und einiger weiterer Länder:

Rang[9] Land CPI 2016 Score CPI 2015 Score CPI 2014 Score CPI 2013 Score
1 DanemarkDänemark Dänemark 90 91 92 91
1 NeuseelandNeuseeland Neuseeland 90 88 91 91
3 FinnlandFinnland Finnland 89 90 89 89
4 SchwedenSchweden Schweden 88 89 87 89
6 NorwegenNorwegen Norwegen 85 87 86 86
5 SchweizSchweiz Schweiz 86 86 86 85
7 SingapurSingapur Singapur 84 85 84 86
8 NiederlandeNiederlande Niederlande 83 87 83 83
10 LuxemburgLuxemburg Luxemburg 81 81 82 80
9 KanadaKanada Kanada 82 83 81 81
13 AustralienAustralien Australien 79 79 80 81
10 DeutschlandDeutschland Deutschland 81 81 79 78
14 IslandIsland Island 78 79 79 78
10 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 81 81 78 76
15 BelgienBelgien Belgien 77 77 76 75
20 JapanJapan Japan 72 75 76 74
31 BarbadosBarbados Barbados 61 N/A 74 75
15 HongkongHongkong Hongkong 77 75 74 73
19 IrlandIrland Irland 73 75 74 75
18 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 74 76 74 72
24 ChileChile Chile 66 70 73 71
21 UruguayUruguay Uruguay 71 74 73 73
17 OsterreichÖsterreich Österreich 75 76 72 69
24 BahamasBahamas Bahamas 76 N/A 71 71
24 Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate 66 70 70 69
22 EstlandEstland Estland 70 70 69 71
23 FrankreichFrankreich Frankreich 69 70 69 68
31 KatarKatar Katar 61 71 69 68
47 Zypern RepublikZypern Zypern 55 61 63 63
29 PortugalPortugal Portugal 62 63 63 62
29 PolenPolen Polen 62 62 61 60
28 IsraelIsrael Israel 64 61 60 61
41 SpanienSpanien Spanien 58 58 60 59
38 LitauenLitauen Litauen 57 55 58 57
31 SlowenienSlowenien Slowenien 61 60 58 57
31 TaiwanRepublik China (Taiwan) Taiwan 61 62 61 61
44 GeorgienGeorgien Georgien 57 52 52 49
47 MaltaMalta Malta 55 56 55 56
52 Korea SudSüdkorea Südkorea 53 56 55 55
55 KroatienKroatien Kroatien 49 51 48 48
57 UngarnUngarn Ungarn 48 51 54 54
60 KubaKuba Kuba 47 47 46 46
62 Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien 46 52 49 44
72 SerbienSerbien Serbien 42 40 41 42
123 MexikoMexiko Mexiko 30 35 35 34
75 TurkeiTürkei Türkei 41 42 45 50
64 SudafrikaSüdafrika Südafrika 45 44 44 42
69 GriechenlandGriechenland Griechenland 44 46 43 40
60 ItalienItalien Italien 47 44 43 43
79 China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 40 37 36 40
116 PakistanPakistan Pakistan 32 30 29 28
131 RusslandRussland Russland 29 29 27 28
131 UkraineUkraine Ukraine 29 27 26 25
159 Zentralafrikanische RepublikZentralafrikanische Republik Zentralafrikanische Republik 20 24 24 25
123 ParaguayParaguay Paraguay 30 27 24 24
170 SudanSudan Sudan 14 12 11 11
174 Korea NordNordkorea Nordkorea 12 8 8 8
176 SomaliaSomalia Somalia 10 8 8 8

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitteilung Lambsdorffs, den Index künftig nicht mehr zu erstellen.
  2. Deutliche Verschlechterung von Österreichs Position im Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International, Transparency International Österreich
  3. Tabellarisches Ranking 2010 transparency.de, 26. Oktober 2010
  4. Corruption Perceptions Index 2011 (abgerufen am 3. August 2012).
  5. Corruption Perceptions Index 2012 (abgerufen am 6. Dezember 2012).
  6. Corruption Perceptions Index 2013 (abgerufen am 8. Dezember 2013).
  7. Corruption Perceptions Index 2014 (abgerufen am 9. Januar 2015).
  8. Corruption Perceptions Index 2016, (abgerufen am 14. Februar 2017)
  9. http://www.transparency.org/news/feature/corruption_perceptions_index_2016