Kosakowo (Pommern)

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Kosakowo
Wappen von Kosakowo
Kosakowo (Polen)
Kosakowo
Kosakowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Puck
Geographische Lage: 54° 35′ N, 18° 29′ OKoordinaten: 54° 35′ 22″ N, 18° 28′ 54″ O
Einwohner: -
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 81-198
Telefonvorwahl: (+48) 58
Kfz-Kennzeichen: GPU
Sołectwo
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 13 Ortschaften
10 Schulzenämter
Fläche: 47,37 km²
Einwohner: 12.567
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 265 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2211052
Verwaltung
Bürgermeister: Jerzy Henryk Włudzik
Adresse: ul. Żeromskiego 69
81-198 Kosakowo
Webpräsenz: www.kosakowo.pl



Kosakowo (deutsch Kossakau, kaschubisch Kòsôkòwò) ist ein Dorf und Sitz der gleichnamigen Landgemeinde im Powiat Pucki (Putziger Distrikt) der polnischen Wojewodschaft Pommern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt in der historischen Landschaft Westpreußen, in der Nähe der Putziger Wiek, etwa sieben Kilometer ostnordöstlich der Stadt Rumia (Rahmel).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kossakau in der Nähe der Putziger Wiek, nördlich von Danzig und östlich der Städte Neustadt in Westpreußen und Rheda auf einer Landkarte von 1910.
Dorfstraße

Laut einer Urkunde vom 23. April 1224 erhielt das Kloster Oliva das Dorf Kossakau von dem pommerellischen Herzog Swantopolk II. geschenkt,[2] was dieser am 9. August 1235 bestätigte.[3] Am 25. November 1289 bestätigte Herzog Mestwin II. dem Kloster Oliva den Besitz von Kossakau (Cosacoviz).[4] Noch 1663 gehörte Kossakau (Kossakowo) dem Kloster Oliva.[5]

Administrativ gehörte Oliva zum Burgbezirk Danzig, der 1309 in den Besitz des Deutschordensstaats gekommenm war. 1440 schloss sich Danzig dem gegen den Deutschen Orden opponierenden Preußischen Bund an und 1466 freiwillig dem autonomen, unter der Schirmherrschaft der polnischen Krone stehenden Preußen Königlichen Anteils.

Durch die Erste Teilung Polen-Litauens 1772 wurde das westliche Preußen mit dem Gebiet um Putzig und Neustadt unter Friedrich II. von Preußen mit dem östlichen Teil des Königreichs Preußen in dem Maße wiedervereinigt, wie diese Teile zur Zeit des Deutschordensstaats miteinander verbunden gewesen waren. Im Jahr 1785 wird Kossaken oder Kossakau als ein königliches Dorf mit 12 Feuerstellen (Haushaltungen) bezeichnet.[6]

Bis 1919 gehörte Kossakau zum Landkreis Putzig im Regierungsbezirk Danzig der Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags zum Zweck der Einrichtung des Polnischen Korridors an Polen abgetreten werden, mit Wirkung vom 20. Januar 1920 und ohne Volksabstimmung. Durch den Polenfeldzug 1939 kam Kossakau an das Reichsgebiet zurück und gehörte bis 1945 zum Reichsgau Danzig-Westpreußen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde der Ort zusammen mit Westpreußen und der südlichen Hälfte Ostpreußens von der Sowjetunion unter polnische Verwaltung gestellt. In der darauf folgenden Zeit wurden die deutschen Dorfbewohner von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1864 294 [7]
1871 311 in 31 Häusern[8]
1905 285 [9]
1910 272 [10]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Landgemeinde Kosakowo gehören zehn Ortsteile (deutsche Namen bis 1945)[11] mit einem Schulzenamt:

  • Dębogórze (Eichenberg)
  • Dębogórze-Wybudowanie
  • Kazimierz (Kasimir)
  • Kosakowo (Kossakau)
  • Mechelinki (Mechlinken)
  • Mosty (Brück)
  • Pierwoszyno (Pierwoschin)
  • Pogórze (Pogorsch)
  • Rewa
  • Suchy Dwór (Dembogorsch)

Weitere Ortschaften der Gemeinde sind Pierwoszyńskie Pustki, Stefanowo und Zaklęty Zamek.

Kommunalpartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Mai 2013 unterhält die Gemeinde eine Kommunalpartnerschaft mit der Verbandsgemeinde Ruwer in Rheinland-Pfalz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreußen. Danzig 1872 (E-Kopie).

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreußen. Danzig 1872, S. 18.
  3. Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreußen. Danzig 1872, S. 20.
  4. Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreußen. Danzig 1872, S. 32.
  5. Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreußen. Danzig 1872, S. 127.
  6. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom West-Preußischen Cammer-Departement, S. 99.
  7. Preußisches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Danzig. Berlin 1867, 7. Kreis Neustadt, S. 10, Nr. 85.
  8. Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreußen. Danzig 1872, S. 222, Nr. 95.
  9. http://wiki-de.genealogy.net/GOV:KOSKAUJO94FN
  10. http://www.gemeindeverzeichnis.de/gem1900///gem1900.htm?westpreussen/rb_danzig.htm
  11. Das Genealogische Orts-Verzeichnis