Kostrzyn

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Kostrzyn
Wappen von Kostrzyn
Kostrzyn (Polen)
Kostrzyn
Kostrzyn
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Powiat: Posen
Fläche: 8,03 km²
Geographische Lage: 52° 24′ N, 17° 13′ OKoordinaten: 52° 23′ 40″ N, 17° 13′ 20″ O
Einwohner: 9669
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 62-025
Telefonvorwahl: (+48) 61
Kfz-Kennzeichen: PZ (früher auch POZ)
Wirtschaft und Verkehr
Straße: PosenWrześnia
Schienenweg: Warschau–Posen
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 20 Schulzenämter
Fläche: 154,00 km²
Einwohner: 17.951
(31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 117 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3021083
Verwaltung (Stand: 2010)
Bürgermeister: Paweł Iwański
Adresse: ul. Dworcowa 5
62-025 Kostrzyn
Webpräsenz: www.kostrzyn.wlkp.pl



Kostrzyn (deutsch Kostschin) ist eine Stadt in der Woiwodschaft Großpolen im Powiat Poznański und Sitz der Stadt- und Landgemeinde Kostrzyn.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kostrzyn befindet sich 21 Kilometer östlich der Stadt Posen. Die Ortschaft liegt an der Landesstraße 92 und an der Eisenbahnlinie BerlinWarschau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kostrzyn östlich der Stadt Posen und westlich der Stadt Wreschen auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Straßenzug im Stadtzentrum
Gedenkstätte für die 1939 hingerichteten 27 Einwohner

In einer Urkunde aus dem Jahr 1251 steht, dass der Großherzog Przemysł I. der Stadt Kostrzyn Stadtrechte analog der Stadt Rogoźno (Rogasen) erteilte.

1331 wurde die nicht von Mauern umgebene Stadt von Deutschordensrittern heimgesucht und beschädigt.[2] Im 15. Jahrhundert war die Stadt Starostensitz; 1441 heißt Lukas Gorka capitaneus Costrzenensis.[2]

1793 fiel die Stadt an Preußen. Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Stadt aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags an die Zweite Polnische Republik abgetreten werden. Durch den Polenfeldzug 1939 kam die Stadt wieder zum Deutschen Reich; sie wurde dem Landkreis Schroda im Reichsgau Wartheland angegliedert.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Kostschin im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Der deutsche Bevölkerungsteil wurde in der Folgezeit vertrieben.

Am Marktplatz wurde ein Denkmal zu Ehren der 27 Einwohner von Kostrzyn, die am 20. Oktober 1939 im Rahmen des Unternehmens Tannenberg hingerichtet wurden, errichtet.

Einwohnerzahlen vor 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1800: 660 (Polen), darunter 14 Juden[2]
  • 1837: 1.178[2]
  • 1861: 1.700[2]
  • 1875: 2.050[3]
  • 1880: 2.090[3]
  • 1890: 2.117, darunter 192 Evangelische und 41 Juden (1.700 Polen)[3]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde gehören neben der Stadt Kostrzyn weitere 20 Ortsteile (deutsche Namen bis 1945)[4] mit einem Schulzenamt.

Brzeźno (Briesen)[5]
Czerlejnko (Klein Scheringen)[4]
Czerlejno (Scheringen)[4]
Drzązgowo (Zitterau)[4]
Glinka Duchowna (Deutscherde,[4] älter auch Geistlich Glinke[5])
Gułtowy (Gulten)[4]
Gwiazdowo
Iwno (Weidensee)[4]
Jagodno (Beerendorf)[4]
Siedlec (Schultz)[5]
Siedleczek (Heimdorf)[4]
Siekierki Wielkie
Skałowo
Sokolniki Drzązgowskie (Sokolniki, 1939–1945 Falkenrode)[4]
Strumiany (Klein Ernsthof)[4]
Tarnowo (Schlehen)[4]
Trzek (Deutscheck)[4]
Węgierskie (Wengersheim)[4]
Wiktorowo
Wróblewo

Weitere Ortschaften der Gemeinde sind

Antonin
Buszkówiec
Chorzałki
Glinka Szlachecka (Adlig Glinke)[5]
Klony (Neigendorf)[4]
Leśna Grobla
Libartowo (Wenigerhofen)[4]
Ługowiny
Rujsca
Sanniki (Schlittenbach)[4]
Siekierki Małe (Axtfelde)[4]
Sokolniki Klonowskie

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Baudenkmälern zählen die spätgotische Kirche der Heiligen Apostel Petrus und Paulus aus dem 16. Jahrhundert sowie die Bürgerhäuser entlang der Średzka-Straße aus dem 18. Jahrhundert (Hausnummern 30 und 35) und aus dem 19. Jahrhundert (Hausnummern 2 und 4).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 341.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. a b c d e Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 341.
  3. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. pos_schroda.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  4. a b c d e f g h i j k l m n o p q r Vgl. Weblink Amtsbezirk Kostschin-Land – Ortsumbenennungen
  5. a b c d http://www.mapywig.org/m/German_maps/series/150K_Gilly_SKvSudpreussen/Gilly_Spezialkarte_von_Suedpreussen_150k_BCUL_05_B2.jpg