Kota Kinabalu

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kota Kinabalu
Kota Kinabalu (Malaysia)
Kota Kinabalu
Kota Kinabalu
Koordinaten 5° 58′ N, 116° 4′ O5.9702777777778116.07055555556Koordinaten: 5° 58′ N, 116° 4′ O
Lage der Stadt innerhalb des Distrikts Kota KinabaluLage der Stadt innerhalb des Distrikts Kota Kinabalu
Symbole
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Basisdaten
Staat Malaysia

Bundesstaat

Sabah
Fläche 352,1 km²
Einwohner 199.742 (2010[1])
Dichte 567,3 Ew./km²
Gründung 1882
Politik
Bürgermeister Datuk Abidin Madingkir
Partei Barisan Nasional
Kartenskizze
Kota Kinabalu

Kota Kinabalu (in Anlehnung an die in Malaysia übliche Abkürzung "KL" für Kuala Lumpur oft mit KK abgekürzt; früher Jesselton) ist die Hauptstadt des malaysischen Bundesstaates Sabah auf der Insel Borneo. Die Volkszählung aus dem Jahr 2010 weist für das Stadtgebiet ohne Vorstädte eine Bevölkerung von 199.742 Einwohnern aus.[1] Kota Kinabalu ist gleichzeitig Sitz des gleichnamigen Verwaltungsbezirkes Kota Kinabalu District.

Namen der Stadt[Bearbeiten]

Der Platz, auf dem das heutige Kota Kinabalu gründet, war ursprünglich eine Siedlung der Bajau. Es gab dort größere Bestände des Baumes Avicennia, der von den Bajau Api-Api genannt wurde und der Siedlung seinen Namen gab.[2][Anm. 1]

Weitere historische Namen für den Platz waren Singgah Mata ("wo die Augen gerne verweilen")[3][4] und Deasoka ("unterhalb des Kokosnussbaums"). Letzterer bezieht sich auf ein Dorf im südlichen Teil der Siedlung, das mit Koskosnussbäumen bepflanzt war.[2]

Als 1899 die Niederlassung der Company von Gantian an den heutigen Ort verlegt wurde, wurde das frühere Api-Api zu Ehren Charles Jessels in Jesselton umbenannt. Jesselton wurde 1968 in Kota Kinabalu umbenannt. Der neue Stadtname setzt sich aus Kota, dem malaiischen Wort für „Stadt“, und Kinabalu, einem Berg etwa 50 Kilometer östlich der Stadt, zusammen.

Die verschiedenen Benennungen der früheren Ansiedlungen finden sich noch heute in verschiedenen Straßen- und Gebäudenamen Kota Kinabalus wieder, z.B. Lintasan Deasoka, Api-Api Centre und Jalan Singgah Mata.

Masjid Bandaraya (City Mosque)
Katholische Kathedrale Sacred Heart

Geschichte[Bearbeiten]

Die North Borneo Chartered Company errichtete auf Pulau Gaya ihren ersten Verwaltungssitz im September 1882 mit dem vorrangigen Ziel, diese als Sammelstelle für Dschungelprodukte und einheimische Waren zu verwenden. Die Insel war bereits am 29. Dezember 1877 zusammen mit anderen kleineren Territorien an der Westküste auf der Basis eines Vertrags mit dem Sultan von Brunei erworben worden.[5][Anm. 2]

Die Siedlung litt von Anfang an unter dem Mangel an Wasser. Bereits 1885 wurden Stimmen laut, die eine Verlegung der Station auf das Festland forderten. Nachdem der Hafen und die Verwaltungsgebäude am 9. Juli 1897 während der Mat-Salleh-Rebellion zerstört und geplündert worden waren, verlegte die Gesellschaft ihre Verwaltungsgebäude auf das nahegelegene Festland, zunächst nach Gantian, heute Sepanggar Bay. Da einige der Männer aus Mat Sallehs Gefolge aus der Region von Inanam, Menggatal und Mengkabong kamen, forderte die Chartered Company Schadensersatz vom Sultan von Brunei, der zu dieser Zeit über diese Region herrschte. Als Ersatz für die bei der Plünderung Gayas entwendeten Waren im Wert von 100.000 Straits-Dollar trat der Sultan weitere Gebiete auf dem Festland an die Gesellschaft ab, darunter Menggatal, Mengkabong, Api Api, Sembulan, Inaman, Kuala Lama und Mebakut.[6]

Die Lage in Gantian erwies sich nach kurzer Zeit als problematisch, da die Bucht wegen ihrer geringen Wassertiefe als Ankerplatz für größere Schiffe ungeeignet war. Außerdem wäre die Anbindung der Stadt an die bereits im Bau befindliche Eisenbahnstrecke die Gesellschaft teuer zu stehen gekommen, da die Gleise durch das sumpfiges Gelände hätten verlegt werden müssen. 1899 wurde deshalb Henry Walker von der Landvergabe-Kommission beauftragt, einen Ersatz für Gantian zu finden. Walker schlug ein Streifen Land gegenüber von Gaya Island vor, der die Zustimmung der Gesellschaft fand. Gantian wurde aufgegeben und am 9. November 1899 erfolgte der erste Spatenstich für den Aufbau von "Jesselton".[7]

Während der Zeit unter der Verwaltung der Chartered Company war Jesselton das Zentrum des Handels mit Kautschuk, Rattan, Honig und Wachs.

Am 9. Januar 1941 wurde die Stadt von den Japanern besetzt. Gegen Ende des Krieges wurde Jesselton von den Alliierten fast völlig durch Bombenangriffe zerstört, so dass nur drei Gebäude stehen blieben. Nach dem Krieg wurde Nordborneo im Jahre 1946 eine britische Kronkolonie und das wieder aufgebaute Kota Kinabalu löste Sandakan als Hauptstadt ab.

Kota Kinabalu erhielt am 2. Februar 2000 den Status einer Stadt.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Flughafen[Bearbeiten]

Kota Kinabalu ist durch den Kota Kinabalu International Airport (BKI) zu erreichen (5° 56′ 14″ N, 116° 3′ 6″ O5.9372222222222116.05166666667). Der zweitgrößte Flughafen Malaysias ist ein Drehkreuz für nationale und internationale Fluggesellschaften. Der Billigflieger Air Asia nutzt das 1957 errichtete und nach einer Generalrenovierung 2007 wiedereröffnete Terminal 2, das auch als LCCT (Low Cost Carrier Terminal) bezeichnet wird. Das seit 2008 neugestaltete Terminal 1 wird vor allem von Malaysia Airlines und anderen internationalen Fluggesellschaften genutzt.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Hauptartikel: Sabah State Railway

Kota Kinabalu ist Ausgangspunkt der einzigen Eisenbahnlinie von Sabah, die von der Hauptstadt über Beaufort nach Tenom führt.

Tourismus[Bearbeiten]

In Kota Kinabalu befinden sich die Gebäude der Sabah Foundation und des Sabah Museum. Auch befinden sich nahe Kota Kinabalu der Tunku Abdul Rahman Nationalpark und eine Gruppe von stark bewaldeten Inseln in der Nähe der Küste Kota Kinabalus.

Galerie[Bearbeiten]

Klimatabelle[Bearbeiten]

Kota Kinabalu
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
119
 
30
23
 
 
68
 
30
23
 
 
71
 
30
23
 
 
128
 
31
24
 
 
220
 
32
24
 
 
302
 
31
24
 
 
282
 
31
23
 
 
276
 
31
23
 
 
320
 
31
23
 
 
332
 
30
23
 
 
307
 
30
23
 
 
220
 
30
23
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Kota Kinabalu
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 29,7 29,8 30,4 31,1 31,5 30,9 30,8 30,7 30,5 30,3 30,1 30,0 Ø 30,5
Min. Temperatur (°C) 22,5 22,5 23,0 23,6 24,0 23,6 23,4 23,4 23,3 23,2 23,1 22,9 Ø 23,2
Niederschlag (mm) 119 68 71 128 220 302 282 276 320 332 307 220 Σ 2.645
Sonnenstunden (h/d) 6,2 6,9 7,7 8,2 7,4 6,6 6,4 6,3 5,8 6,0 6,2 6,4 Ø 6,7
Regentage (d) 10 7 6 8 13 14 14 14 15 16 17 13 Σ 147
Wassertemperatur (°C) 28 28 28 29 29 29 29 29 29 29 28 28 Ø 28,6
Luftfeuchtigkeit (%) 83 82 81 80 81 80 79 78 81 82 83 83 Ø 81,1
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
29,7
22,5
29,8
22,5
30,4
23,0
31,1
23,6
31,5
24,0
30,9
23,6
30,8
23,4
30,7
23,4
30,5
23,3
30,3
23,2
30,1
23,1
30,0
22,9
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
119
68
71
128
220
302
282
276
320
332
307
220
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Census 2010 für Sabah (PDF; 1,9 MB), Seite 137 hrsg. vom Amt für Statistik, Malaysia
  2. a b Danny Wong Tze Ken, Seite 7
  3. Tregonning, S. 57
  4. Sawatan, Jackson: Adakah Gaya Sekadar 'Singgah mata' Untuk Pembangkang?. BERNAMA. Archiviert vom Original am 29. September 2007. Abgerufen am 8. März 2007.
  5. Danny Wong Tze Ken, Seite 1
  6. Danny Wong Tze Ken, Seite 5
  7. Danny Wong Tze Ken, Seite 6-7

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Die häufig kolportierte Version, dass der Ort von den dort ansässigen Bajau in Erinnerung an die in der Mat-Salleh-Rebellion niedergebrannte Siedlung auf Pulau Gaya als Api-Api (api: bajau für Feuer) benannt wurde, gilt nach dem Stand der Forschung als überholt, da der Name Api-Api bereits lange vor dem Brand in den Verträgen der Chartered Company mit dem Sultan von Brunei auftaucht. (Quelle: Danny Wong Tze Ken, Seite 7)
  2. Sultan von Brunei war zu diesem Zeitpunkt Sultan Abdul Mumin Ebn Marhoum Maulana Abdul Wahab.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kota Kinabalu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Kota Kinabalu – Reiseführer