Landau an der Isar

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Landau an der Isar
Landau an der Isar
Deutschlandkarte, Position der Stadt Landau an der Isar hervorgehoben
Koordinaten: 48° 40′ N, 12° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Dingolfing-Landau
Höhe: 377 m ü. NHN
Fläche: 84,41 km2
Einwohner: 13.027 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 154 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94405
Vorwahl: 09951
Kfz-Kennzeichen: DGF, LAN
Gemeindeschlüssel: 09 2 79 122
Adresse der
Stadtverwaltung:
Oberer Stadtplatz 1
94405 Landau
Webpräsenz: www.landau-isar.de
Bürgermeister: Helmut Steininger[2] (CSU)
Lage der Stadt Landau an der Isar im Landkreis Dingolfing-Landau
Karte

Landau an der Isar (amtlich: Landau a.d.Isar) ist die zweitgrößte, und mit ihrer Gründung im Jahre 1224, die älteste Stadt im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau in Bayern. Die Altstadt Landaus liegt auf einer Höhe von 390 Metern über Normalnull ('Obere Stadt'), oberhalb der Hangleite des Isartals. Dadurch kam Landau zum Beinamen Bergstadt. Die neuere 'untere Stadt' liegt mehr als 50 Meter tiefer in der Talsohle des Isartals, und wird von der Isar durchflossen. Die Altstadt konnte sich ihre mittelalterliche Struktur bewahren. Noch heute sind im Stadtplan und im Luftbild der Stadtgraben sowie die alten kreuzförmig angelegten Hauptstraßen erkennbar. Von 1991 bis 1999 wurde eine Altstadtsanierung durchgeführt, wodurch ein moderner Marktplatz geschaffen wurde.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile von Landau sind: Bach, Brunnhof, Fichtheim, Frammeringermoos, Hoferöd, Holleröd, Kammern, Kettn, Kleegarten, Kleinkager, Kothingeichendorf, Mettenhausen, Möding, Niederhöcking, Oberframmering, Oberhöcking, Poldering, Reichersdorf, Rohrbach, Rottersdorf, Steinhaus, Thalham, Thanhöcking, Unterframmering, Usterling, Weihern, Wildthurn, Windschnur, Wolfsdorf, Zeholfing und Zulling.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtplan von 1798
Postkarte von Landau an der Isar, 1917

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „Obere Stadt“ von Landau wurde 1224 vom Wittelsbacher Herzog Ludwig dem Kelheimer gegründet, jedoch war zu dieser Zeit bereits eine dörfliche Siedlung am Ufer der Isar – zu Füßen des heutigen Stadtberges – vorhanden, die "Land-Au" hieß. Sie wird erstmals 1074 erwähnt. 1304 erhielt die Stadt von den Herzögen Otto III. und Stephan I. die Verbriefung der städtischen Sonderrechte.

Am 29. Juni 1504 wurde Landau im Landshuter Erbfolgekrieg niedergebrannt. Den Dreißigjährigen Krieg überstand Landau unbeschadet. Im letzten Kriegsjahr 1648 wurde durch Zahlung von 5.000 Talern an die Schweden die Stadt vor der Zerstörung bewahrt. 1713 starben innerhalb von sechs Wochen 80 Personen an der Pest. Im Österreichischen Erbfolgekrieg wurde Landau am 17. und 18. Mai 1743 zunächst von französischen und daraufhin von österreichischen Truppen fast vollständig zerstört. Nach dem Friedensschluss ließ Maria Theresia der Stadt 1750 zum Wiederaufbau 600 Dukaten zukommen. Die Stadt war lange Pflegamt und gehörte zum Rentamt Landshut des Kurfürstentums Bayern. Landau besaß ein Stadtgericht mit weitgehenden magistratischen Eigenrechten (Landgericht).

1829 zählte Landau 1624 Einwohner und 300 Häuser. 1875 erhielt Landau einen Eisenbahnanschluss an der fünf Jahre später vollendeten Bahnstrecke Landshut–Plattling.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1903 wurde die Bahnstrecke Landau–Arnstorf eröffnet. 1911 besuchte Prinzregent Luitpold Landau.

Während der Zeit des Nationalsozialismus war Johann Baptist Huber Stadtpfarrer in Landau. Er starb 1942 im Konzentrationslager Dachau. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Landau gegen die anrückenden US-Truppen verteidigt und die Brücken gesprengt. Am 30. April 1945 zerstörte Artilleriebeschuss das Rathaus und Teile der Altstadt, wobei es insgesamt 22 Tote auf deutscher Seite gab.

Das neue Rathaus konnte 1950 seiner Bestimmung übergeben werden. 1959 kam mit einem Zweigwerk von Triumph der erste Industriebetrieb in das neue Gewerbegebiet an der Straubinger Straße. 1969 erhielt Landau an der Harburger Straße ein neu erbautes Gymnasium.

Bis zur Gebietsreform in Bayern war Landau die Kreisstadt eines eigenen Landkreises, des Landkreises Landau an der Isar. Mit der Reform wurde Landau am 1. Juli 1972 Teil des neu geschaffenen Landkreises Untere Isar, der am 1. Mai 1973 den Namen Dingolfing-Landau erhielt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständige Gemeinde Frammering und Teile der Gemeinde Ganacker eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen Mettenhausen, Reichersdorf und Zeholfing sowie Teile der aufgelösten Gemeinde Kammern hinzu.[3] Am 1. Januar 1978 erfolgte die Eingemeindung der Gemeinde Höcking[4], die am 1. Januar 1971 durch den Zusammenschluss der bisherigen Gemeinden Niederhöcking und Oberhöcking entstand.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rathaus
Die Stadthalle

Aus der Kommunalwahl am 16. März 2014 ging Helmut Steininger als 1. Bürgermeister hervor, der Stadtrat setzt sich wie folgt zusammen:[5]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 27,6 % 7
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 10,8 % 3
Ökologisch-Demokratische Partei (ödp) 8,1 % 2
Unabhängige Wählergemeinschaft Land (UWG Land) 14,4 % 3
Unabhängige Wählergemeinschaft/Freie Wählergemeinschaft (UWG/FWG) 14,2 % 3
Landau gefällt mir (LGM) 13,5 % 3
Wählergemeinschaft Höcking (WGH) 11,3 % 3

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktplatz
Die Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt
Steinfelskirche Mariä Heimsuchung, Chor und Hochaltar
Ansicht vom Isar-Radweg

Landau bietet in kultureller Hinsicht viele Möglichkeiten für seine Bürger, Auftritte in der Stadthalle, das Niederbayerische Archäologiemuseum im Kastenhof sowie das jährliche Volks- und Weinfest sind Beispiele dafür.

  • Die Stadtpfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt (Patrozinium: 15. August) wurde 1713 unter Stadtpfarrer Phillip Rappoldsberger von dem Graubündner Baumeister Dominikus Magazin erbaut. Sie gilt als der schönste und größte barocke Kirchenbau im unteren Isartal. Der Kirchenraum enthält neben dem prächtigen Hochaltar auch acht barocke Seitenaltäre. Neben der Kirche steht seit 1871 die Friedenseiche, ein Naturdenkmal.
  • Die spätgotische Filialkirche St. Johannes in Usterling ist mit einem bedeutenden Flügelaltar aus dem Umfeld des Landshuter Bildschnitzers Hans Leinberger ausgestattet.
  • Der Wachsende Felsen von Usterling (auch: Johannisfelsen): Ein Quellbach hat im Laufe von Jahrtausenden mit seinem stark kalkhaltigen Wasser einen wandartigen rund 50 m langen und bis zu 3 m hohen bizarr geformten Felsen aufgebaut.
  • Die Filialkirche Mariä Empfängnis ist ein spätgotischer Bau mit charakteristischem Satteldachturm. Hinter der Kirche kann man im Gras den sogenannten Teufelstritt von Zulling sehen. Es handelt sich dabei um zwei unbewachsene Fußabdrücke, um die sich eine mittelalterliche Sage rankt. Danach bewohnten besonders wohlhabende Ritter eine Burg an der Isar. Eine wertvoll ausgestattete Kirche gehörte zu ihrem Besitz. Diese wurde der Sage nach ausgeraubt. Beim Sprung aus dem Nordfenster der Kirche wurde der Räuber mit dem Diebesgut vom Blitz erschlagen. Seitdem wächst in den zurückgebliebenen Fußtritten kein Gras mehr.
  • Steinfelskirche; die Kirche "Zur Drei Mal großen Mutter im Steinfelsen" entstand nach dem Dreißigjährigen Krieg und wurde unter Stadtpfarrer Phillip Rappoldsberger erbaut. Sie beherbergt viele Votivtafeln aus dem 17. und 18. Jh. und zählt zu einer der bedeutendsten Wallfahrtskirchen im unteren Isartal.
  • Die Friedhofskirche Heilig Kreuz ist die älteste Kirche der Stadt. Über ihre Entstehungsgeschichte ist wenig bekannt. Es wird angenommen, dass sie in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut wurde. Unter Stadtpfarrer Rappoldsberger wurde im Jahr 1711 eine barocke Flachdecke mit Gemälde eingezogen und der Turm erhöht, auch wurden teilweise gotische Elemente entfernt. Von 1998 bis 2006 wurde die Kirche gründlich innen und außen renoviert und erstrahlt nun in neuem alten Glanz.
  • Seit 1995 ist im sogenannten Kastenhof, der ehemaligen herzoglichen Residenz Ludwigs des Kelheimers, das Niederbayerische Archäologiemuseum untergebracht. Es ist Teil der Archäologischen Staatssammlung des Freistaates Bayern.
  • Das Heimatmuseum Landau besteht seit 1958 und wurde 1999 mit neuem Konzept wiedereröffnet. Es informiert über die bäuerliche Wohnkultur des 19. Jahrhunderts und führt in einer eigenen Abteilung durch die Geschichte Landaus.
  • Das Auwärter-Neoplan-Museum spiegelt die Geschichte der Firma Neoplan, zuletzt in mit beeindruckenden Exponaten wider. Im Bestand befinden sich unter anderem 28 Busse aus den Jahren 1928 bis 1990. Von 1973 bis 2008 war ein Werk des Omnibusherstellers in der Nachbargemeinde Pilsting angesiedelt.
  • Das Schloss Wildthurn in dem gleichnamigen Ortsteil ist durch seinen mit Zinnen besetzten, spätromanischen Bergfried aus dem 12. oder 13. Jahrhundert weithin sichtbar. Die zugehörige Schlossanlage entstand erst im 16. Jahrhundert und wurde im späten 18. und im 19. Jahrhundert weitgehend neu errichtet.[6]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist durch die Bundesstraße 20 und die Bundesautobahn 92 erschlossen und liegt mit dem Bahnhof Landau (Isar) an der Bahnlinie 931 Landshut–Wörth a.d.Isar–Dingolfing–Landau a.d.Isar–WallersdorfPlattling.

Des Weiteren fährt eine Stadtbuslinie "Der Landauer" von Montag bis Samstag im Stundentakt durch die Stadt. Drei weitere ÖPNV-Linien verbinden die ländlichen Gemeinden mit der Stadt.

Staatliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einstige Sendeanlage des Bayerischen Rundfunks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1950 bis 1969 befand sich bei Landau nahe Ganacker (ehem. Heeresflugfeld) ein Mittelwellenrundfunksender, der auf der Frequenz 1602 kHz das Programm des Bayerischen Rundfunks verbreitete.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Bewohner von Landau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Kaspar Schmid (1874–1953), Komponist
  • Alois Schlögl (1893–1957), CSU-Politiker, Landtagsmitglied und Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (1948–1954)
  • Arthur Piechler (1896–1974), Domorganist in Augsburg und Komponist
  • Hans Kick (1917–2000), erster Bürgermeister (Amtszeit von 1966 bis 1984)
  • Anton Sandner (1928–2012), erster Kreisbrandrat im neuen Landkreis Dingolfing-Landau
  • Alfred Mittermeier (* 1931), Sparkassendirektor i.R.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.wahl.info/kandidaten/ort/stadt-landau-adisar_147.html
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 505
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 634.
  5. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014
  6. Beschreibung des Schlosses. Online auf schloss-wildthurn.com. Abgerufen am 9. Januar 2017.
  7. vermessungsamt-landau.de: Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Landau a.d.Isar - mit Außenstelle Deggendorf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikivoyage: Landau an der Isar – Reiseführer
 Commons: Landau an der Isar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien