Kotzen (Havelland)

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Wappen Deutschlandkarte
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Kotzen (Havelland)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kotzen hervorgehoben

Koordinaten: 52° 38′ N, 12° 31′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Havelland
Amt: Nennhausen
Höhe: 27 m ü. NHN
Fläche: 42,87 km2
Einwohner: 614 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 14 Einwohner je km2
Postleitzahl: 14715
Vorwahl: 033874
Kfz-Kennzeichen: HVL, NAU, RN
Gemeindeschlüssel: 12 0 63 165
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile und ein Wohnplatz
Adresse der Amtsverwaltung: Fouqué-Platz 3
14715 Nennhausen
Website: www.amt-nennhausen.de
Bürgermeisterin: Franziska Blask
Lage der Gemeinde Kotzen im Landkreis Havelland
BrieselangDallgow-DöberitzFalkenseeFriesackGollenberg (Havelland)GroßderschauHavelaueKetzin/HavelKleßen-GörneKotzen (Havelland)Märkisch LuchMilower LandMühlenbergeNauenNennhausenPaulinenauePessinPremnitzRathenowRetzowRhinowSchönwalde-GlienSeeblickStechow-FerchesarWiesenaueWustermarkBrandenburgKarte
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Ortsansicht

Kotzen ist eine Gemeinde im Landkreis Havelland in Brandenburg. Sie wird vom Amt Nennhausen verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kotzen liegt ca. 14 km östlich von Rathenow. Die Gemeinde befindet sich ca. 70 km westlich von Berlin. Sie liegt an der B 188 (Ortsteil Rhinsmühlen) und beidseits des Großen Havelländischen Hauptkanales.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Kotzen gehören die Ortsteile[2]

und der bewohnte Gemeindeteil

  • Rhinsmühlen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rittergut Kotzen, Sammlung Alexander Duncker

Der Ortsname ist slawischen Ursprungs und bedeutet „Ort, wo haarige Pflanzen wachsen“.[3] Westlich Landins befand sich im Mittelalter auf dem Teufelsberg die Burg Landin, die einzige bekannte Höhenburg der Gegend.[4] Kotzen ist 1352 erstmals unter dem Namen Cozym erwähnt worden. 1353 wurde der heutige Ortsteil Landin als Besitz der Familie von Bredow urkundlich erwähnt. Schloss und Gut Kotzen standen seit dem 14. Jahrhundert bis zur Enteignung durch die Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone im Eigentum der Familie von Stechow.

Der Ortsteil Kriele ist vermutlich von Einwanderern aus dem Rheinland (wahrscheinlich Kriel bei Köln) gegründet worden, seine erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Kotzen, Kriele und Landin gehörten seit 1817 zum Kreis Westhavelland in der preußischen Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Rathenow im DDR-Bezirk Potsdam. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Havelland.

Im Zuge der brandenburgischen Gemeindegebietsreform schlossen sich die Dörfer Kotzen, Kriele und Landin am 26. Oktober 2003 zur Gemeinde Kotzen zusammen.[5]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 498
1890 522
1910 444
1925 513
1933 484
1939 479
Jahr Einwohner
1946 717
1950 702
1964 514
1971 548
1981 451
1985 493
Jahr Einwohner
1990 463
1995 402
2000 362
2005 651
2010 590
2015 585
Jahr Einwohner
2016 600
2017 600
2018 589
2019 598
2020 616
2021 614

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)[6][7][8], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Kotzen besteht aus acht Gemeindevertretern und der ehrenamtlichen Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis:[9]

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze
Proaktiv Kotzen 38,3 % 3
Dorf-Natur-Kultur 19,8 % 2
Interessengruppe Landin 19,2 % 2
Einzelbewerber Tobias Hünicke 13,3 % 1
Einzelbewerber Blask 04,4 %
Einzelbewerber Müller 03,9 %
Einzelbewerber Herkt 01,1 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2003–2014: Marlies Ossenbühl[10]
  • 2014–2019: Thomas Behlke (Wählergruppe Dorf-Natur-Kultur)[11]
  • seit 2019: Franziska Blask

Blask wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 16. Juni 2019 mit 57,0 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[12] gewählt.[13]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Kriele

In der Liste der Baudenkmale in Kotzen (Havelland) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmäler. Sonstige Sehenswürdigkeiten sind:

  • Die Dorfkirche Kotzen ist eine im Kern spätmittelalterliche Saalkirche, die 1711 umfangreich erneuert wurde. Im Innenraum steht unter anderem ein Kanzelaltar aus dem Jahr 1712. Zwei Epitaphien erinnern an das Patronatsehepaar von Stechow.
  • Hundertjährige Eichen und Robinien in Kotzen
  • Eichenallee in Kotzen
  • Wildgehege Kotzen
  • Aussichtspunkt Hoher Rott in Kotzen
  • Die Dorfkirche Kriele ist eine Saalkirche aus der Mitte des 14. Jahrhunderts, die im 15. Jahrhundert um einen Kirchturm erweitert wurde. Im Innenraum steht unter anderem ein unvollständiger Kanzelaltar aus dem Jahr 1737.
  • Die Dorfkirche Landin ist eine Fachwerkkirche aus dem 18. Jahrhundert. Im Innenraum steht unter anderem ein hölzerner Kanzelaltar aus dem Jahr 1736.
  • Landschaftsschutzgebiet Landiner See
  • Landschaftsschutzgebiet Am Teufelsberg
  • Burgwall, Landwehr und Pumpenwerk in Landin

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr

Die Bundesstraße 188 zwischen Rathenow und Friesack verläuft über das Gemeindegebiet.

Vom 2. April 1900 bis 1945 war Kotzen Haltepunkt an der Kreisbahn Rathenow-Senzke-Nauen.

Vereine

  • Heimat- und Sportverein Kotzen (gegründet Frühjahr 2009)
  • Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Kotzen 1905 (gegründet März 2019)[14]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung und Flächen der kreisfreien Städte, Landkreise und Gemeinden im Land Brandenburg 2021 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen, bezogen auf den aktuellen Gebietsstand) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Kotzen
  3. Elisabeth Berner, „Wo geht’s denn hier nach Kotzen?“ – Namen als Gegenstand von Unterrichtsprojekten in der Sekundarstufe I in: Region – Sprache – Literatur, Universitätsverlag Potsdam, 2017, S. 105–125
  4. Sebastian Kinder, Haik Thomas Porada (Hrsg.): Das Havelland um Rathenow und Premnitz. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme. Landschaften in Deutschland Werte der deutschen Heimat, Band 74. Böhlau, Köln/ Weimar/ Wien 2017, ISBN 978-3-412-22297-0, S. 240–241.
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Havelland. S. 14–17
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  8. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  9. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  10. Kommunalwahlen 26. Oktober 2003. Bürgermeisterwahlen, S. 25
  11. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 (Memento des Originals vom 30. September 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wahlen.brandenburg.de
  12. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  13. Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 16. Juni 2019 (Memento des Originals vom 28. August 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wahlen.brandenburg.de
  14. Website des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kotzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien