Kowalów (Rzepin)

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Kowalów
Coats of arms of None.svg
Kowalów (Polen)
Kowalów
Kowalów
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Powiat: Słubice
Gmina: Rzepin
Geographische Lage: 52° 25′ N, 14° 47′ OKoordinaten: 52° 25′ 0″ N, 14° 47′ 0″ O
Einwohner: 911 (31.12.2015)
Postleitzahl: 69-110
Telefonvorwahl: (+48) 95
Kfz-Kennzeichen: FSL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Frankfurt (Oder)Ośno Lubuskie
Schienenweg: Breslau–Stettin
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica



Kowalów (deutsch Kohlow) ist ein Dorf in der polnischen Wojewodschaft Lebus, Powiat Słubicki.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kowalów (Kohlow) liegt in der historischen Landschaft Neumark, 9,5 Kilometer südwestlich der Stadt Ośno Lubuskie (Drossen) und 9,5 Kilometer nordwestlich der Stadt Rzepin (Reppen).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche (bis 1945 evangelisch), im 13. Jahrhundert erbaut, 1821 nach Brand erneuert, 1854 verschönert, in den 1990er Jahren renoviert
Dorfplatz in Kohlow
Altes Wohnhaus am Dorfplatz

Im Jahr 1360 war der Bürger Kuno Duchtemygut zu Drossen mit mehreren Bauerhufen im Dorf Kowl, Caul oder Kaul belehnt; 1423 wird der Dorfname Cawl gebraucht, 1461 Kauwel.[1] In dem Dorf, das bis ins 19. Jahrhundert zu einem Rittergut gehört hatte, gab es eine Wassermühle. In Urkunden taucht diese Wassermühle unter den Bezeichnungen Lubensche Mühle, Mühle am Plysich und Buschmühle auf; unter letzterem Namen war sie bis in die Neuzeit bekannt.[1]

Im Besitz des Ritterguts mit Wassermühle wechselten sich im Laufe der Jahrhunderte mehrere Familien ab,[2] bis es schließlich im Jahr 1836 der preußische Major a. D. Kaspar Eduard Theodor Wilhelm von Kaphengst dem Leutnant Döring für 53.400 Taler abkaufte.[2][1] Zu dem Rittergut gehörte ein schlossartiges Herrenhaus. Das Gut befand sich noch im 20. Jahrhundert im Besitz der Familie Kaphengst; bis zu seinem Tod 1913 besaß es der Reichstagsabgeordnete Axel von Kaphengst. Im Zweiten Weltkrieg besaß es Karl Erich von Kaphengst, der am 6. Februar 1945 bei Reppen beim Einmarsch der Sowjetarmee als Frontsoldat fiel.

Bis 1945 gehörte Kohlow zum Landkreis Weststernberg im Regierungsbezirk Frankfurt der Provinz Brandenburg.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region mit Kohlow im Februar 1945 von der Roten Armee eingenommen. Bei den Kampfhandlungen brannte Schloss Kohlow ab. Im Pfarrhaus von Kohlow wurde eine sowjetische Kommandantur eingerichtet. Als nach Kriegsende die Region unter polnische Verwaltung gestellt worden war, bezog die Administration das Pfarrhaus. Schon im Juni 1945, also einen Monat vor Beginn der Potsdamer Konferenz, wurde mit der Vertreibung der Bewohner, die nach Einstellung der Kampfhandlungen nach Kohlow zurückgekehrt waren, begonnen.[3] Sie wurde mit Hilfe von Einheiten der II. Polnischen Armee vorgenommen.[3] Kohlow erhielt den polnischen Namen Kowalów. In der Folgezeit wurde das Dorf neu besiedelt.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dorfkirche wurde im 13. Jahrhundert erbaut. An ihr befindest sich drei Schachbrettsteine.[6] 1803 brannte die Kirche aus.[7] Sie wurde 1821 für die evangelische Gemeinde von Kohlow wieder erbaut und 1854 verschönert. Das Patronat über die Kirche übte im 19. Jahrhundert die evangelische Gutsbesitzerfamilie Kaphengst aus.[1]

In den 1990er Jahren wurde die Kirche renoviert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort geboren:

Mit dem Ort verbunden:

  • Axel von Kaphengst (1870–1913), Abgeordneter des Deutschen Reichstags und Gutsbesitzer auf Kohlow

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kowalów (Rzepin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 500
  2. a b Linke (2013), S. 128–129.
  3. a b Linke (2013), S. 179–180.
  4. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/weststernberg.html
  5. Statystyka Gminy Rzepin (Stand vom 31.12.2015), Urząd Miasta i Gminy Rzepin, Dezember 2015, Rzepin.
  6. Schachbrettsteine an Feldsteinkirchen
  7. Linke (2013), S. 141–142.