Kowale Oleckie

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Kowale Oleckie
Wappen der Gemeinde Kowale Oleckie
Kowale Oleckie (Polen)
Kowale Oleckie
Kowale Oleckie
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Landkreis: Olecko
Geographische Lage: 54° 10′ N, 22° 25′ O54.16522.415555555556Koordinaten: 54° 9′ 54″ N, 22° 24′ 56″ O
Einwohner: 2400
Postleitzahl: 19-420
Telefonvorwahl: (+48) 87
Kfz-Kennzeichen: NOE
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK65: EłkGołdap
DW 652: Suwałki ↔ Kowale Oleckie
GryzySokółki → Kowale Oleckie
Schienenweg: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Szczytno-Szymany
Danzig
Gemeinde
Gemeindeart: Landgemeinde
Gemeindegliederung: 26 Schulzenämter
Fläche: 251,61 km²
Einwohner: 5257
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 21 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2813032
Verwaltung (Stand: 2014)
Gemeindevorsteher: Helena Żukowska
Adresse: ul. Kościuszki 44
19-420 Kowale Oleckie
Webpräsenz: www.kowale.fr.pl



Kowale Oleckie (deutsch Kowahlen, 1938 bis 1945 Reimannswalde[2]) ist ein Dorf und Sitz der Landgemeinde Gmina Kowale Oleckie im Powiat Olecki (Kreis Oletzko/Treuburg).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Kowale Oleckie liegt im äußersten Osten der Woiwodschaft Ermland-Masuren zwischen den Kreisstädten Olecko und Gołdap (Goldap). Der Ort berührt den südöstlichen Ausläufer der Seesker Höhe (polnisch: Wzgórza Szeskie).

Das Dorf Kowale Oleckie (Kowahlen/Reimannswalde)[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Ortsgebiet des früheren Kowahlen gehörte seit dem Ende des 13. Jahrhunderts zum Deutschen Ordensstaat und war lange Zeit eine unbewohnte Wildnis. Die widrigen Bedingungen waren unattraktiv für deutsche Kolonisten, so dass das Gebiet erst spät von Süden her aus dem polnischen Masowien besiedelt wurde.

Im Jahre 1563 übergab Albrecht I. von Brandenburg-Ansbach dem Absolan Rymanów 1.008 Hektar Nadelwald als Lehen und erteilte ihm die Gerichtsbarkeit für dieses Gebiet. In diesem Landstrich entstand 1564 das Gut Chelchen (polnisch: Chełchy) und der Grundbesitz Kowahlen, der nach dem polnischen Siedler Jan Kowalewscy benannt wurde.

Im Jahre 1910 zählte Kowahlen 653 Einwohner[3]. In den 1930er Jahren erlebte die Gemeinde und ihr Umland einen Aufschwung, als viele neue Betriebe eröffneten und neue Straßen gebaut wurden, die Einwohnerzahl stieg auf 1.126 (1933) bzw. 1.233 (1939)[4]. Im Zuge der Eindeutschung polnischer und litauischer Ortsnamen in Ostpreußen durch das NS-Regime wurde Kowahlen 1938 in Reimannswalde (nach Rymanów = Reimann) umbenannt.

Am 22./23. Januar 1945, gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Ort von der Roten Armee eingenommen und als Kowale Oleckie ein Teil Polens. Heute ist er Sitz eines Schulzenamtes (polnisch: Sołectwo) und eine Ortschaft im Verbund der Landgemeinde Kowale Oleckie im Powiat Olecki, bis 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Amtsbezirk Kowahlen/Reimannswalde[Bearbeiten]

Zwischen 1874 und 1945 war Kowahlen Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk[5], der – 1939 in „Amtsbezirk Reimannswalde“ umbenannt – zum Kreis Oletzko, 1933 bis 1945 „Landkreis Treuburg“, im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Ihm waren anfangs sieben, später noch vier Dörfer zugeordnet:

Name Änderungsname
1938 bis 1945
Polnischer Name Bemerkungen
Chelchen Vorbergen Chełchy
Daniellen (Dorf) Kleinreimannswalde Daniele später mit dem Gut zusammengelegt
Daniellen (Gut) Kleinreimannswalde Daniele 1928 nach Monethen eingemeindet
Guhsen Guzy
Borrishof Borishof Borysowo 1928 nach Kowahlen eingemeindet
Kowahlen Reimannswalde Kowale Oleckie
Seesken Seesken,
Ksp. Schareyken
Szeszki

Kirche[Bearbeiten]

Evangelisch[Bearbeiten]

Evangelischerseits ist weder Kowahlen resp. Reimannswalde noch Kowale Oleckie ein Kirchdorf gewesen. Bis 1945 war der Ort in das Kirchspiel der Kirche zu Schareyken (1938 bis 1945: Schareiken, polnisch: Szarejki) eingegliedert und gehörte so zum Kirchenkreis Oletzko/Treuburg in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Seit 1945 sind die evangelischen Einwohner zur Kirchengemeinde in Gołdap hin orientiert, einer Filialgemeinde von Suwałki in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Katholisch[Bearbeiten]

Luftbild – mit Blick auf die Kirche in Kowale Oleckie

Vor 1945 waren die katholischen Kirchenglieder der Pfarrgemeinde in Marggrabowa (1928 bis 1945: Treuburg, polnisch: Olecko) im Bistum Ermland zugeordnet. Seit 1962 besteht in Kowale Olecko eine eigene Pfarrei, die den Namen Parafia św. Jana Chrzciciela (Johannes der Täufer) trägt. In den Jahren 1984 bis 1989 wurde hier eine eigene Kirche errichtet, die am 14. Juni 1989 durch Bischof Edmund Piszcz geweiht wurde. Die Pfarrgemeinde ist dem Dekanat Olecko-Niepokalanego Poczęcia Najświętszej Maryi Panny zugeordnet, das zum Bistum Ełk der Katholischen Kirche in Polen gehört.

Zur Pfarrei Kowale Oleckie gehören außer Drozdowo (Drosdowen, 1938 bis 1945 Drosten) mit eigener Kirche noch die Orte: Chełchy (Chelchen, 1938 bis 1945 Vorbergen), Daniele (Daniellen, 1938 bis 1945 Kleinreimannswalde), Drozdówko (Salzwedel), Guzy (Guhsen), Kowale Oleckie, Kucze (Kutzen), Lakiele (Lakellen, 1938 bis 1945 Schönhofen) und Szeszki (Seesken).

Gmina Kowale Oleckie[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Landgemeinde Kowale Oleckie liegt im Norden des Powiat Olecki und ist umgeben von der Stadt- und Landgemeinde Gołdap (Goldap) im Powiat Gołdapski, der Landgemeinde Świętajno und der Stadt- und Landgemeinde Olecko (Marggrabowa, 1928 bis 1945 Treuburg) – beide im Powiat Olecki – und der Landgemeinde Filipów, die bereits ein Teil der Woiwodschaft Podlachien ist.

Die Gmina Kowale Oleckie umfasst eine Fläche von 251,61 km² und hat mehr als 5.000 Einwohner, von denen nahezu die Hälfte im Ort Kowale Oleckie lebt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören 26 Ortschaften mit Sitz eines Schulzenamtes (Sołectwo), darüber hinaus 19 ihnen zugeordnete kleinere Ortschaften, Siedlungen bzw. Wohnplätze:

polnischer Name deutscher Name (bis 1945) polnischer Name deutscher Name (bis 1945)
Bialskie Pole Adlig Neufelde Kiliany Kiliannen
1938–45 Kilianen
Borkowiny Borkowinnen
1938–45 Jarken
Kowale Oleckie Kowahlen
1938–45 Reimannswalde
Chełchy Chelchen
1938–45 Vorbergen
Lakiele Lakellen
1938-45 Schönhofen
Cicha Wólka Grappendorf
1938–45 Kleinbolken
Monety Monethen
1938–45 Moneten
Czerwony Dwór Rothebude Rogówko Rogowken
1938–45 Roggenfelde
Czukty Czukten
1938–45 Schuchten
Sokółki Sokolken
1938–45 Halldorf
Dorsze Dorschen Stacze Statzen
Drozdowo Drosdowen
1934–45 Drosten
Stożne Stoosznen
1938–45 Stosnau
Golubie Wężewskie Gollubien, Ksp. Czychen
1934–45 Friedberg
Szarejki Schareyken
1938–45 Schareiken
Golubki Gollubien, Ksp. Marggrabowa
1938–45 Kalkhof
Szeszki Seesken
Gorczyce Gortzitzen
1909–45 Gartenberg
Szwałk Klein Schwalg
1938–45 Schwalg
Guzy Guhsen Wężewo Wensöwen
1938–45 Eibenau
Jabłonowo Neuendorf Zawady Oleckie Sawadden
1938–45 Schwalgenort

Andere Ortschaften sind: Borki, Borysowo (Borrishof, 1938 bis 1945 Borishof), Budki (Buttken), Daniele (Daniellen, 1938-45: Kleinreimannswalde), Drozdówko (Salzwedel), Dunajek (Duneyken/Duneiken, Forst), Główka, Gościrady (Julienhof), Kilianki (Friedensdorf), Koniszki (Theerofen), Kucze (Kutzen), Leśny Zakątek (Waldkater), Mazury, Piastowo (Friedrichshof), Wierzbianki (Wiersbianken, 1938-45: Lichtenhain), Zawady Małe (Klein Sawadden, 1938–45 Kleinschwalgenort), Żydy (Sydden. 1938–1945: Sidden)

Verkehr[Bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten]

Kowale Oleckie liegt verkehrsgünstig an der bedeutenden Nord-Süd-Achse, der Landesstraße 65 (einstige deutsche Reichsstraße 132), die die polnisch-russische Staatsgrenze bei Gołdap mit der polnisch-weißrussischen Grenze nahe Białystok verbindet. In Kowale Oleckie endet die Woiwodschaftsstraße 652 (Reichsstraße 137), die aus der Woiwodschaft Podlachien von Suwałki nach hier führt. Im Übrigen sind die einzelnen Ortschaften der Gmina untereinander durch Nebenstraßen, auch durch Landwege, vernetzt.

Schienen[Bearbeiten]

Bis 1993 war Kowale Oleckie und auch der zugehörige Ort Stożne (Kowale Oleckie)|Stożne (Stoosznen, 1938 bis 1945 Stosnau) jeweils Bahnstation an der Bahnstrecke Ełk–Tschernjachowsk (Lyck–Insterburg), die jedoch seit 1993 nicht mehr betrieben wird. Bahnanbindung besteht heute lediglich noch über den Bahnhof in Ełk.

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 22. November 2014.
  2. Quelle
  3. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Oletzko
  4. Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Orstbuch, Landkreis Treuburg
  5. Rolf Jehke, Amtsbezirk Kowahlen/Reimannswalde