Kraftfahrzeugsteuer

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Die Kraftfahrzeugsteuer, kurz Kfz-Steuer, ist Teil der Kraftfahrzeugbesteuerung.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kfz-Steuer kommt in zwei verschiedenen Formen vor:

Welche der beiden Besteuerungsformen gewählt wird, richtet sich nach dem jeweiligen nationalen Recht. In den meisten Staaten unterliegen beide Tatbestände der Steuer.

Zur Besteuerung können verschiedene Bemessungsgrundlagen herangezogen werden:[1][2]

  • Typ des Kraftstoffs (Benzin, Diesel, Erdgas)
  • Höhe der CO2-Emissionen (g/km) - Kraftstoffverbrauch
  • Abgasnorm (Schadstoffklasse)
  • Fahrzeuggewicht
  • Kaufpreis (auf Netto oder incl. MwSt.)
  • Motorleistung (kW)
  • Hubraum (cm³)
  • Lärm (Geräuschklasse)
  • Region
  • Alter des Kfz (z. B. bei Oldtimer-Kennzeichen)
  • Sicherheitsausstattung

Auch Steuerbefreiungen bzw. -reduzierungen sind möglich, z. B. bei Elektroantrieb.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kraftfahrzeugsteuer in Deutschland wird nur auf das Halten eines Kraftfahrzeuges erhoben und ist eine Verkehrsteuer.[3] Bei der Zulassung wird keine Steuer, aber eine kommunale Verwaltungsgebühr erhoben.

Europäische Union[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Europäischen Union existieren nur wenige Gemeinschaftsvorschriften in Bezug auf die Besteuerung von Kraftfahrzeugen.[4] Ab September 2018 werden aber CO2-Werte (die in die Kfz-Steuer der EU-Länder einfließen können) verbindlich nach dem WLTP gemessen.[5]

Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankreich nutzt zur Berechnung der Kfz-Steuer die Höhe der CO2-Emissionen.[6] Für Privatautos muss ein jährlicher Pauschalbetrag von 160 Euro gezahlt werden, wenn sie mehr als 190 g CO2/km ausstoßen. Seit dem 1. Januar 2020 gilt eine deutliche Erhöhung der Steuer auf Zulassung eines Autos, die auch nach dem Ausstoß von CO2/km berechnet wird und bis zu 20.000 Euro betragen kann.[7]

Großbritannien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großbritannien wurde 2018 die Verbrauchsteuer auf neue Dieselfahrzeuge erhöht. Zudem gab es eine Steuererhöhung auf das Halten von Dieselfahrzeugen. Sie ist abhängig vom CO2-Ausstoß, der in acht Klassen gegliedert ist. Betroffen sind alle Dieselfahrzeuge ohne Verbrauchsnachweis nach WLTP.[8]

Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Italien setzt sich die Höhe der Kfz-Steuer aus der Motorleistung und der EU-Abgasnorm zusammen.[6] Zudem wird seit 2012 eine Luxussteuer auf Autos mit mehr 185 kW Nennleistung erhoben.[9]

Japan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Automobilsteuerdokument 2011

In Japan existieren drei Kfz-Steuern:[10][11]

  • Eine Steuer auf das Halten (jap. 自動車税, jidōsha zei wörtlich „Automobilsteuer“), die jährlich am 1. April bezahlt werden muss und eine Hubraumsteuer ist. Für Kei-Cars muss eine andere, niedrigere Steuer (軽自動車税, keijidōsha zei „Leichtautomobilsteuer“) gezahlt werden. Während die Steuer für normale Kfz an die Präfekturen gezahlt werden muss, geht die Kei-Car-Steuer an die Gemeinden.
  • Eine Gewichtsteuer (自動車重量税, jidōsha jūryō zei „Automobilgewichtsteuer“), die beim Kauf und danach immer bei der wiederkehrenden Shaken-Hauptuntersuchung bezahlt werden muss.
  • Eine Erwerbsteuer (自動車取得税, jidōsha shutoku zei „Automobilerwerbsteuer“), die 3 % beträgt und bei Kei-Cars bzw. bei gewerblich angemeldeten Kraftfahrzeugen auf 2 % reduziert ist und zusätzlich zur Mehrwertsteuer erhoben wird.

Es gibt Steuerermäßigungen bei einer alternativen Antriebstechnik und nach Alter und Effizienz (NOx-Emissionen).[12]

Niederlande[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Niederlande zieht als Kriterien für die Höhe der Kfz-Steuer bei Privatfahrzeugen das Eigengewicht, die Provinz, den Kraftstoff und die Abgasemissionen heran.[6]

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Transport taxes and charges in Europe (englisch), Europäische Kommission, Generaldirektorat für Mobilität und Transport, März 2019, ISBN 978-92-79-99561-3, S. 38.
  2. Uwe Kunert et al.: Die Abgaben auf Kraftfahrzeuge in Europa im Jahr 2005. In: Politikberatung kompakt. DIW Berlin, 30. September 2005, abgerufen am 26. September 2020.
  3. Kraftfahrzeugsteuer. Bundesfinanzministerium, abgerufen am 23. September 2020.
  4. Besteuerung von Personenkraftwagen. Europäische Kommission, 14. Dezember 2012, abgerufen am 23. September 2020.
  5. Kfz-Steuer: Schäuble rechnet mit höheren Einnahmen - Neue CO2-Berechnung erhöht Kfz-Steuer. In: motor-talk.de. 25. Januar 2017, abgerufen am 23. September 2020.
  6. a b c Elena Burbach: Autosteuern im EU-Vergleich: Autofahrer werden stärker zur Kasse gebeten. In: Handelsblatt. 17. April 2018, abgerufen am 23. September 2020.
  7. Christina Kunkel: Frankreich: Bis zu 20000 Euro Steuer für dreckige Autos. In: Süddeutsche Zeitung. 19. Dezember 2019, abgerufen am 23. September 2020.
  8. Florian Pillau: Großbritannien erhöht Steuer auf Diesel-Pkw. In: heise Autos. 23. November 2017, abgerufen am 26. September 2020.
  9. Simone Treibenreif: 3.000 Südtiroler „superbolli“. In: Südtiroler Wirtschaftszeitung. 15. Dezember 2011, abgerufen am 23. September 2020.
  10. Rieko Miki: Japan to overhaul auto taxes as industry transforms. In: Nihon Keizai Shimbun. 28. November 2018, abgerufen am 23. September 2020 (englisch).
  11. 大きく変わった、クルマの税. car-tax.go.jp des METI, abgerufen am 30. September 2020 (japanisch).
  12. 平成28年度から軽自動車税の税率が変わります. MIC, abgerufen am 30. September 2020 (japanisch).