Kraftwerk Töging

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Kraftwerk Töging
Wasserkraftwerk Töging.jpg
Lage
Kraftwerk Töging (Bayern)
Kraftwerk Töging
Koordinaten 48° 15′ 1″ N, 12° 35′ 9″ OKoordinaten: 48° 15′ 1″ N, 12° 35′ 9″ O
Land Deutschland
BayernBayern Bayern
Ort Töging am Inn
Gewässer Innkanal
f1
Kraftwerk
Eigentümer Verbund AG
Betreiber Verbund AG
Bauzeit 1919–1924
Betriebsbeginn 22. Dezember 1924
Technik
Engpassleistung 85,3 Megawatt
Durchschnittliche
Fallhöhe
ca. 30 m
Ausbaudurchfluss 340 m³/s
Turbinen 14 × Francis-Turbinen
Generatoren 14
Sonstiges
Website [1]
Stand 2015

Das Kraftwerk Töging ist ein Ausleitungskraftwerk der österreichischen Verbund AG. Das Kraftwerk liegt am Innkanal bei Töging am Inn.

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Stauanlage Jettenbach wird der größte Teil des Wassers des Inns in den Innkanal abgezweigt, um die dortige Höhenlage zu nutzen. Der Kanal leitet das Wasser mit nur 6 Meter Höhenunterschied über 20 km bis zum Wasserschloss des Kraftwerks Töging. Über Rohre fließt dort das Wasser 30 Meter tiefer ins Kraftwerk und treibt dabei die Turbinen an. 2,8 km nach dem Kraftwerk mündet das Unterwasser des Innkanals wieder in den Fluss.

Folgende Teile der Anlage stehen unter Denkmalschutz (Stand 17. Juli 2015):

Kanalkraftwerk (Ausleitungskraftwerk), Wasserkraftwerk der ehem. Innwerk, Bayerische Aluminium AG, architektonische Gestaltung wohl nach Plänen von Hermann Buchert, 1919–1924;

  • Krafthaus, langgestreckter Walmdachbau mit lisenengegliederten Putz- und Fensterflächen, rustizierten Eckeinfassungen und niedrigem rückwärtigem Anbau, mit acht turmartigen Aufbauten mit Zeltdach, mit technischer Ausstattung
  • drei Kabelbrücken in die ehem. Ofenhallen, Betonkonstruktionen mit Satteldach und Lünettenfenstern auf Betonpfeilern
  • Wasserschloss, langgestreckter Satteldachbau mit Putzgliederung und rustizierter Eckeinfassung, flankierende Türme mit Walmdach, mit technischer Ausstattung
  • zwischen Wasserschloss und Kraftwerk 15 genietete Rohrbahnen mit betonierten Widerlagern
  • Energievernichter mit Entlastungsabfluss
  • Kompressorhaus, eingeschossiger Satteldachbau mit Putzgliederung
  • Versuchsstation, eingeschossiger Satteldachbau

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wasserkraftwerk wurde 1919 bis 1924 von der Firma Innwerk, Bayerische Aluminium AG gebaut, um eine direkt neben dem Kraftwerk geplante Aluminiumhütte mit Strom zu versorgen. Insgesamt wurden im Kraftwerk 15 Francis-Turbinen mit je einem Generator verbaut. Zum 1. Januar 1925 übernahmen die Vereinigte Aluminium-Werke die Aluminiumhütte, während das Kraftwerk Teil des Innwerks blieb.

Bis zur Einstellung der Aluminiumproduktion waren 7 der Generatoren Gleichstromgeneratoren, die direkt mit einem Ofenhaus der Hütte verbunden waren. Die anderen 8 Generatoren lieferten Drehstrom, der dann gleichgerichtet wurde. Nach der Einstellung der Aluminiumproduktion 1996 wurden 6 der Gleichstrommaschinen auf Drehstrom umgerüstet. Eine der Maschinen wurde stillgelegt. Seither werden nur noch 14 Turbinen verwendet und der Strom ins Hochspannungsnetz eingespeist.

Der Nachfolger der Innwerke, die E.ON Wasserkraft GmbH, verkaufte das Kraftwerk 2009 kartellrechtlich bedingt an die österreichische Verbund AG.

Geplanter Neubau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Betreiber ist geplant die Anlage umfassend zu erneuern. Dazu soll der Wasserstand des Innkanals erhöht werden und das bisherige Kraftwerk durch einen Neubau ersetzt werden. Dort sollen 3 Kaplan-Turbinen etwa 20–25 % mehr Strom gewinnen als bisher. Das denkmalgeschützte bisherige Kraftwerk würde dabei außer Betrieb genommen, soll jedoch erhalten bleiben.

Geplant ist, die Leistung auf 118 MW zu steigern, womit dann etwa 700 GWh elektrische Energie pro Jahr produziert werden können, was etwa dem Jahresstrombedarf von 200.000 Haushalten entspricht. Neben dieser Modernisierung und Effizienzsteigerung soll durch eine Vielzahl von ökologischen Schutzmaßnahmen auch die Umweltauswirkungen des Kraftwerks minimiert werden. Insgesamt soll der Umbau, dessen Vorarbeiten 2018 begonnen haben, etwa 250 Mio. Euro kosten.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kraftwerk Töging – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wasserkraftwerk Töging am Inn wird grundlegend erneuert. In: Euwid Neue Energie, 23. September 2018. Abgerufen am 23. September 2018.