Krai (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Filmdaten
Deutscher TitelKraj – Am Ende der Welt[1]
OriginaltitelKrai
ProduktionslandRussland
OriginalspracheRussisch, Deutsch
Erscheinungsjahr2010
Länge110–124 Minuten
Stab
RegieAlexei Utschitel
DrehbuchAlexander Gonorovsky
ProduktionKonstantin Ernst
MusikDavid Holmes
KameraJuri Klimenko
SchnittJelena Andrejewa,
Gleb Nikulski
Besetzung

Krai, auch Kray oder Kraj (russisch Край), ist ein russischer Spielfilm des Regisseurs Alexei Utschitel aus dem Jahr 2010. Gedreht wurde in den Jahren 2008 bis 2009 in der Nähe von Sankt Petersburg. Kinostart in Russland war am 23. September 2010. 2011 war er auch unter dem Titel Kraj – Am Ende der Welt in deutschen Kinos zu sehen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film spielt unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im sibirischen Hinterland. Russen und Deutsche haben unter dem Krieg gelitten und unterschiedliche persönliche Erlebnisse zu verarbeiten. Die Hauptfigur ist der Lokomotivführer Ignat, der in ein Dorf russischer Waldarbeiter kommt. Er verkörpert nach außen hin das Sinnbild des siegreichen sowjetischen Soldaten, der jedoch in Wirklichkeit durch seine Erlebnisse zutiefst geschockt und krank ist.[2] Als er von einer Lokomotive erfährt, die sich auf einer Insel befindet, schwimmt er durch den Fluss, um sie zu holen. Dort trifft er auf Elsa, ein deutsches Mädchen, die vier Jahre allein im Wald gelebt hat, nachdem sie vor russischen Polizisten geflüchtet war. Ihr Vater hatte einst die Brücke gebaut und wurde verhaftet, nachdem sie durch Eisgang zerstört worden war. Elsa wird vor die Wahl gestellt, gemeinsam mit Ignat die Brücke wieder aufzubauen oder zu sterben. Sie bringen die Lok ins Dorf.[3]

Mit dieser Lokomotive wird nun ein gefährliches Rennen durch die sibirischen Wälder bestritten, bei dem die Protagonisten nicht nur ihr eigenes Leben riskieren, sondern ohne Rücksicht auf Verluste auch das der anderen. Eine wichtige Rolle kommt dabei einigen deutschen Eisenbahningenieuren zu, die noch vor Kriegsbeginn dorthin kamen und nun als Geiseln gehalten werden. Die beiden unterschiedlichen und jeweils durch den Totalitarismus ihrer Gesellschaft geprägten Kulturen bestreiten dabei einen ähnlichen Wettbewerb wie die beiden Zugführer, die zusätzlich mit den Elementen der sibirischen Taiga zu kämpfen haben. So bereitet ihnen die Strömung des Flusses Schwierigkeiten.[2] Es ist ein Film über Liebe, Mut, Ehre und die Frage, was man erreichen muss, um auf sich stolz sein zu können.

Hintergrund und Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Story des Spielfilms lässt mehrere Genres miteinander verschmelzen. Sie enthält Elemente aus den Bereichen Melodram, Abenteuer, Thriller, Heldenepos und der Mystik vor einem scheinbar historischen und geografischen Hintergrund mit komplexen Charakterdarstellungen.

„Überwältigendes Epos mit opulentem Soundtrack von David Holmes […].“

Hauptdarstellerin Anjorka Strechel[2]

Veröffentlichungen und Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2010: Eröffnungsfilm und Premiere auf der „Russischen Filmwoche“ in Berlin,[4] Gala Premiere auf dem „International Film Festival“ in Cottbus[5] und Grand Prix and Audience Prize auf dem „Gran Prix Honfleur Russian Film Festival“[6]
  • 2011: Der Film erhielt den wichtigsten russischen Filmpreis Nika als Bester Spielfilm, für die Beste Kamera (Juri Klimenko) und die Beste männliche Hauptrolle (Vladimir Mashkov);[6] in sechs weiteren Kategorien war er nominiert.
  • 2011: Nominierung für den Golden Globe Award als Bester fremdsprachiger Film.
  • 2011: Russischer Filmpreis Solotoi Orjol („Goldener Adler“ – „Golden Eagle“) der National Academy of Motion Picture Arts and Sciences of Russia für die beste Regie (Alexei Utschitel), die Hauptdarstellerin Anjorka Strechel, den Hauptdarsteller Vladimir Mashkov und die Nebendarstellerin Julija Peressild.[7]

Zudem lief der Film 2011 auf zahlreichen internationalen Filmfestivals, so beispielsweise in Toronto, Busan, Warschau, Marrakesch, Palm Springs oder in Hongkong.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kraj – Am Ende der Welt auf berlinien.de, abgerufen am 22. August 2013.
  2. a b c Screening KRAI (The Edge) beim Filmfestival Cottbus auf facebook.com, abgerufen am 22. August 2013.
  3. Kray auf moviepilot.de, abgerufen am 22. August 2013.
  4. Empfang im Café „Moskau“ anlässlich der Berliner Premiere des Films „Kraj – Am Rande der Welt“ von Alexei Utschitel am 24. November 2010 auf russische-filmwoche.de, abgerufen am 22. August 2013.
  5. KRAI gewinnt russischen Filmpreis auf filmfestivalcottbus.de, abgerufen am 22. August 2013.
  6. a b The Edge auf rockfilms.ru, abgerufen am 22. August 2013. (englisch)
  7. 2011 Golden Globe Awards auf goldenglobes.org, abgerufen am 22. August 2013.
  8. Homepage des Films auf edge-movie.com, abgerufen am 22. August 2013. (englisch)