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Krakovo (Ljubljana)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Krakovska ulica

Krakovo (deutsch: Krakauer Vorstadt[1]) ist die Bezeichnung für den Stadtteil Krakovo am nordöstlichen Ende des Stadtbezirks Trnovo in Ljubljana, der Hauptstadt Sloweniens.[2][3]

Gärten in Krakovo

Krakovo liegt am Westufer der Ljubljanica, grenzt direkt an die Altstadt von Ljubljana sowie den Stadtteil Mirje. Der Stadtteil wird im Norden begrenzt durch die Zoisova cesta (Zoisstraße), im Westen durch die Emonastraße (Emonska cesta), im Süden durch die Gradaščica und im Osten durch den Krakovski nasip (Krakauer Damm) an der Ljubljanica.[4] Die Emonastraße führt zur Trnovo-Brücke und -Kirche. Der Vorgänger dieser Brücke war einst die einzige Landverbindung zwischen Trnovo und dem Stadtzentrum.

Der Stadtteil zeichnet sich durch niedrige Häuser aus, die rechtwinklig zu den alten Straßen Recna, Kladezna und Krakovska ausgerichtet sind. Sie sind ein Relikt der mittelalterlichen Siedlung außerhalb der Mauern von Ljubljana und haben bis heute ihren dörflichen Charakter bewahrt.[5]

Das Gebiet von Krakovo war bereits seit mehreren Jahrhunderten besiedelt, bevor es im Jahr 1450 erstmals explizit urkundlich erwähnt wurde.[6] Die planmäßige Anlage der Siedlung wird dem Deutschen Orden zugeschrieben, der die Erschließung von seiner Kommende (heute Križanke) aus leitete und Besitzer des Ortes war.

Epidemien und Brände

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Aufgrund der feuchten Bodenverhältnisse am Rande des Laibacher Moores und der häufigen Überschwemmungen der Ljubljanica galt Krakovo im Mittelalter als Krisenherd für Infektionskrankheiten. Besonders verheerend war die Pestepidemie von 1599, die so heftig ausfiel, dass der Krainer Landtag die Stadt verließ und nach Kamnik floh. Im Einvernehmen mit dem Deutschen Orden wurden daraufhin alle infizierten und verlassenen Häuser des Viertels niedergebrannt, um die Seuche einzudämmen. Das heutige Erscheinungsbild des Stadtteils wurde zudem maßgeblich durch drei große Brände in den Jahren 1770, 1774 und 1798 geprägt.[7]

Wirtschaftlicher Wandel

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Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts blieb die Fischerei der dominierende Wirtschaftszweig.[8] Mit der großflächigen Entwässerung des Laibacher Moores (Ljubljansko barje) und der systematischen Flussregulierung in den 1820er Jahren verlor der Fischfang an Bedeutung. In der Folge spezialisierten sich die Bewohner, die sogenannten Krakovčani, auf den Gemüseanbau. Bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts galt Krakovo als die „Vorratskammer“ von Ljubljana, deren Gärtnerinnen (die Trnovčanke) den städtischen Markt ganzjährig mit frischen Erzeugnissen versorgten.[9]

Aufgrund seiner einzigartigen historischen Struktur, die den dörflichen Charakter einer mittelalterlichen Vorstadt bis heute bewahrt hat, wurde Krakovo zusammen mit der angrenzenden Eipprova ulica im Jahr 1986 zum Kultur- und Geschichtsdenkmal von lokaler Bedeutung erklärt.[10]

Folgende Straßen findet man in dem Stadtviertel:

Gebäude und Sehenswürdigkeiten

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Commons: Krakovo – Sammlung von Bildern und Videos

Einzelnachweise

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  1. Anonymus AC09927778: Häuser-Verzeichnis der Landeshauptstadt Laibach. Zapisnik his dezelnega glavnega mesta ljubljanskega. Kleinmayr & Bamberg, 1877 (google.com [abgerufen am 5. September 2022]).
  2. Zemljevid ulic v Ljubljani. Abgerufen am 13. Oktober 2022 (slowenisch).
  3. Geodetska uprava skupscine mesta Ljubljane (Hrsg.): Ljubljanske ulice. Ljubljana 1980 (ljubljana.si [PDF]).
  4. Krakovo · 1000 Ljubljana, Slowenien. Abgerufen am 28. Oktober 2022.
  5. Vesna Lenart, Urška Dolinšek: Krakovo suburb. Hrsg.: Gimnazija Bežigrad, Ljubljana. Ljubljana 2004 (dijaski.net).
  6. Breda Mihelič:Urbanistični razvoj Ljubljane. Partizanska knjiga, Ljubljana 1983. Link
  7. J. Vrhovec: Die Wohllöbliche Landesfürstliche Hauptstadt Laibach. Laibach 1886 (Link)
  8. Introduction, auf krakovo.dijaski.net
  9. Brigita Jamnik, Aleš Smrekar, Borut Vršèaj: Vrtièkarstvo v Ljubljani, S. 63ff. Založba ZRC, 2009, ISBN 978-961-254-150-7 (google.de [abgerufen am 11. Mai 2026]).
  10. MK - QR. Abgerufen am 11. Mai 2026.
  11. Plečnikovo perišče ob Gradaščici. Abgerufen am 30. Oktober 2022 (slowenisch).

Koordinaten: 46° 2′ 41,9″ N, 14° 30′ 15,5″ O