Kralenriede

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Kralenriede
Wappen von Kralenriede
Koordinaten: 52° 18′ 18″ N, 10° 32′ 32″ O
Höhe: 75 m
Einwohner: 6245 (31. Dez. 2015)[1]
Eingemeindung: 1934
Postleitzahl: 38108
Vorwahl: 0531
Karte
Lage Kralenriedes im Braunschweiger Stadtgebiet
Baudenkmal Steinriedendamm 15 im Gewerbegebiet Steinriedendamm
Baudenkmal Steinriedendamm 15 im Gewerbegebiet Steinriedendamm

Kralenriede ist ein Stadtteil im Norden von Braunschweig mit etwa 6000 Einwohnern,[1] der zum Stadtbezirk 332 (Schunteraue) gehört. Der Stadtteil ist nach dem gleichnamigen Bach benannt, der vom heutigen Sandwüstenweg nach Nordwesten zur Schunter abfloss.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil liegt auf einer für das nördlich von Braunschweig gelegene Flachland typischen Geest, die früher durchgehend bewaldet war und im Süden, Westen und Nordwesten von der Schunter umflossen wird. In der etwa 75 m ü. NHN gelegenen Mitte der mit Rühmerberge bezeichneten Höhe entsprang die namensgebende Kralenriede und floss geradlinig nach Nordwesten ab.[2] Der Verlauf ist in der Schunteraue unterhalb des Sportplatzes noch vorhanden. Im Südosten wird das Gebiet von der aus dem Querumer Forst heranfließenden Kehrbeeke begrenzt, die auf Höhe des Studentenwohnheims in die Schunter mündet.

Im Süden grenzt Kralenriede an die Schuntersiedlung, im Westen – getrennt durch die Schunteraue – an Rühme und die Vorwerksiedlung, im Norden an Bienrode sowie im Osten an Querum und den Querumer Forst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die früheste Bebauung des Gebietes erfolgte im Jahr 1915, als die Munitionsfabrik Bienrode hier ein Munitionsdepot und eine Anlage zur Fabrikation von Pulver anlegte. Bis 1923 wurden 54 Häuser für Arbeiter gebaut.[3] Im Jahr 1923 legte das Reichswehrministerium im Bereich des heutigen Schreberweges einen Exerzierplatz an, der heute von Kleingärten und Einfamilienhäusern überbaut ist. Nördlich davon wurde nach der Schleifung des Braunschweiger Schlosses ein Berg aus den Trümmern des Schlosses aufgeschüttet, woran ein Gedenkstein erinnert. Der Berg war zunächst als Rodelberg beliebt, ist inzwischen allerdings aufgrund von mangelnder Pflege mit Bäumen zugewachsen und wurde im Jahr 2005 im Zuge der Rekonstruktion der Schlossfassade auf der Suche nach Originalfragmenten teilweise wieder abgetragen. Dieser Bereich des ehemaligen Exerzierplatzes bis zur Autobahn ist auch als „Sandwüste“ bekannt.[4]

Ortsstruktur und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil umfasst das Gewerbegebiet Bastholz im Nordosten und das Gewerbegebiet Steinriedendamm im Südwesten. Letzteres hat eine Anbindung an die östlich den Stadtteil passierende Bahnstrecke Braunschweig–Wieren. Dazwischen befinden sich Wohnblocks, Einfamilienhäuser und Reihenhäuser. Die Autobahn A2 grenzt im Norden den Ort vom Flughafen Braunschweig-Wolfsburg ab. Kralenriede ist durch die Metrobuslinie M 16 / 416 (Kralenriede–Innenstadt–Völkenrode), die Buslinie 426 (Flughafen-Bienroder Weg-Rebenring-Hamburger Straße) und die Buslinie 436 (Flughafen–Bastholz–Östlicher Ring–Hauptbahnhof, nur montags bis freitags) angebunden.

Im Südosten befinden sich das Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik sowie das Wilhelm-Klauditz-Institut für Holzforschung. Außerdem existieren eine Grundschule, ein Kindergarten, das Studentenwohnheim „An der Schunter“, der Schützenverein Sandwüste von 1959 und der Sportverein Kralenriede von 1922.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Braunschweig-Schunteraue.png

Kralenriede besitzt kein eigenes Ortswappen, sondern ist im Wappen des Stadtbezirks Schunteraue vertreten. In ihm vereinigen sich die fünf Siedlungen Schuntersiedlung, Kralenriede, Bastholzsiedlung, Sandwüste und Michelfelder-Siedlung.

Das Wappen zeigt daher auf der einen Hälfte fünf blaue Wellenbalken auf goldenem Grund, was die Siedlungen im Bereich der Schunter symbolisiert. Die zweite Hälfte zeigt ein goldenes Eichenblatt auf blauem Grund. Dieses steht für die Auenlandschaft. Das Wappen wurde von Peter Ohst entworfen und erstmals in der Chronik zum 50-jährigen Bestehen der Schuntersiedlung veröffentlicht.[5]

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die namensgebende Kralenriede enthält die Endung -riede, die so viel wie „Rinnsal, kleiner Bach“ bedeutet und sowohl im Querumer Forst wie auch bis Gifhorn sehr häufig vorkommt. Die historischen Belege des Namens von 1730 lauten Crahl Rye bzw. Krahl Rie.[6] Blume schließt nicht aus, dass, Krahl von einem Familiennamen, möglicherweise dem des Grundeigentümers, herrühren könnte, favorisiert jedoch das Kompositum krâlen, das im Grimmschen Wörterbuch für „grell tönen, lärmen“ verzeichnet ist. Demnach bedeutet Kralenriede „rauschender Bach“. Die Übertragung des Bachnamens auf das umliegende Waldgebiet ist im Querumer Forst auch bei den Namen Steinriede und Tannenriede sowie andernorts bei der Eilenriede zu beobachten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kralenriede – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Einwohnerstatistik auf braunschweig.de
  2. Preußische Landesaufnahme 1901: Topographische Karte 1:25.000, Blatt 1959 Meine, Ausgabestand 1937, Fundstelle Deutscher Historischer Städteatlas.
  3. Stadtporträt Kralenriede. In: Homepage der Stadt Braunschweig. Abgerufen am 22. September 2012.
  4. Stadtporträt Kralenriede: Die Sandwüste. In: Homepage der Stadt Braunschweig. Abgerufen am 22. September 2012.
  5. Arnold Rabbow: Neues Braunschweigisches Wappenbuch. Braunschweiger Zeitungsverlag, Meyer Verlag, Braunschweig 2003, ISBN 3-926701-59-5, S. 27.
  6. Herbert Blume: Oker, Schunter, Wabe, in: Braunschweigisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Bd. 86, Braunschweig 2005, S. 32 ff.