Kraniotomie

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Kraniotomie

Als Kraniotomie bezeichnet man die neurochirurgische Eröffnung des knöchernen Schädels (lateinisch Cranium) durch Trepanation. Hierdurch wird ein Zugang durch den Schädelknochen in das Schädelinnere geschaffen, um dort den weiteren neurochirurgischen Eingriff am Gehirn (beispielsweise die Resektion eines Tumors) durchzuführen. Bei diesem Verfahren wird ein Teil des Schädelknochens herausgetrennt. Nach erfolgter Operation wird der Knochendeckel wieder eingesetzt, sofern er nicht durch Tumorwachstum oder Trauma zerstört ist.[1]

Ablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als erster Schritt erfolgt die Inzision der Kopfschwarte. Auf dem freigelegten Schädelknochen werden mit einem Trepanbohrer entlang der geplanten Resektionslinie mehrere Bohrungen erzeugt. Der nächste Schritt ist die Verbindung der vorhandenen Löcher. Dabei wird ein chirurgisches Fräsinstrument, das sogenannte Kraniotom verwendet. Der Fräser ist an seinem abtriebsseitigen Ende mit einem abgewinkelten Schuh, dem sog. Duraablöser versehen, mit dem die am Knochen haftente Dura mater abgelöst wird. Dies soll dem Schutz der Hirnhaut vor Verletzungen durch das Fräsinstrument dienen.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in der Jungsteinzeit (8000–5000 v.Chr.) wurden Kraniotomien mit Erfolg durchgeführt, wie archäologische Funde belegen. Damit ist die Kraniotomie das älteste angewandte chirurgische Verfahren. Ebenso wurde die Kraniotomie in antiken und mittelalterlichen Kulturen eingesetzt.[2]

Nötig sind sie zum Beispiel nach Schädelbasisbruch oder Schädel-Hirn-Trauma. In verzweifelten Fällen, in denen der Schädel des Kindes bei der Geburt das knöcherne Becken der Frau nicht passieren konnte, wurde diese bereits von Hippokrates beschriebene Methode bis ins 18. Jahrhundert hinein verwendet. Ziel des Eingriffes war es dabei, den Schädel des Kindes zu verkleinern. Dies war vor Einführung des Kaiserschnittes in den beschriebenen Fällen die einzige Möglichkeit, das Leben der Mutter (wenn auch nicht des Kindes) zu retten.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • L. B. Morgenstern, A. M. Demchuk, D. H. Kim, R. F. Frankowski, J. C. Grotta: Rebleeding leads to poor outcome in ultra-early craniotomy for intracerebral hemorrhage. In: Neurology. Band 56, Nr. 10, Mai 2001, S. 1294–1299, PMID 11376176 (neurology.org [abgerufen am 27. September 2010]).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Axel Follmann: Ein mechatronisches System zur semiaktiven Schädeltrepanation. Dissertation. RWTH Aachen University. Shaker Verlag, Aachen 2012.
  2. Geschichte der Schädelöffnungen: Loch im Kopf. In: epoc. Nr. 1, 2005 (spektrum.de [abgerufen am 9. Oktober 2016]).
  3. V. Lehmann: Der Kayserliche Schnitt: die Geschichte einer Operation. Schattauer Verlag, 2006, ISBN 3-7945-2494-2, S. 89ff. (online)
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