Schön Klinik Hamburg Eilbek

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Krankenhaus Eilbek)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Schön Klinik Hamburg Eilbek
Logo
Trägerschaft Schön Klinik
Ort Hamburg-Barmbek-Süd
Bundesland Hamburg
Koordinaten 53° 34′ 38″ N, 10° 3′ 14″ OKoordinaten: 53° 34′ 38″ N, 10° 3′ 14″ O
Geschäftsführer Ulrich Knopp
Betten 754
Mitarbeiter 1.700
davon Ärzte 204
Fachgebiete 12
Gründung 1864
Website schoen-kliniken.de/ptp/kkh/eil/

Die Schön Klinik Hamburg Eilbek (bis 2004 Allgemeines Krankenhaus Eilbek) ist ein Akutkrankenhaus in privater Trägerschaft im Hamburger Stadtteil Barmbek-Süd. Mit 734 Betten und fast 1.600 Mitarbeitern ist es das fünftgrößte Krankenhaus in Hamburg und zugleich akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plan von 1901
Ehemaliger Haupteingang, erbaut von Fritz Schumacher, 2014 abgerissen um Platz für Eigentumswohnungen zu schaffen

Die Irren-, Heil- und Pflegeanstalt Friedrichsberg (später Staatskrankenanstalt Friedrichsberg) wurde am 20. Oktober 1864 unter dem Direktor Ludwig Meyer nach dreijähriger Bauzeit eröffnet und galt damals als moderne Einrichtung für psychische Krankheiten. Erstmals in Deutschland wurden die Patienten nicht mehr weggeschlossen, sondern nach dem Prinzip einer zwangsfreien Behandlung betreut. 1908 gab es hier bereits 1400 Patienten.[1]

Zwischen 1912 und 1914 wurden viele der heute vorhandenen Pavillons nach Plänen von Fritz Schumacher erbaut. 1920 beschrieb hier der Neuropathologe Alfons Maria Jakobin zum ersten Mal die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit. 1930 wurde mit der Stadt Lübeck ein Staatsvertrag geschlossen, aufgrund Lübecker Heilanstalt Strecknitz zur Erweiterung der Bettenkapazität auf Kosten Hamburgs um 400 Betten, die mit Patienten aus Hamburg belegt wurden, die hier wegen Überfüllung der entsprechenden Einrichtungen nicht mehr aufgenommen werden konnten.

Während der NS-Zeit übergab die Hamburger Gesundheitsverwaltung die Klinik der Deutschen Arbeitsfront (DAF). Die Patienten wurden auf andere Heil- und Pflegeanstalten verteilt und zum Teil im Rahmen der sogenannten Euthanasie-Aktion T4 ermordet.

1949 wurden die verbliebenen Patienten in das Krankenhaus Ochsenzoll am Nordrand von Hamburg (heute Asklepios Klinik Nord) verlegt und das Friedrichsberger Krankenhaus zu einem Allgemeinen Krankenhaus umgewandelt. Dabei wurde es nach dem benachbarten Flusslauf in Allgemeines Krankenhaus Eilbek umbenannt, weil der Name AK Barmbek bereits belegt war. Gleichzeitig wurde das Ensemble des benachbarten ehemaligen Ebenezer Krankenhaus, bestehend aus dem Klinikgebäude mit dem Kapellenanbau und dem an die Friedrichsberger Straße vorgezogenen Ärzte-Wohnbau dem neuen AK Eilbek angegliedert.

Ehemaliges Ebenezer-Krankenhaus in Hamburg-Barmbek-Süd

Trotz gegenteiligem Volksentscheid, der verfassungsrechtlich nicht bindend war, wurde das Krankenhaus privatisiert und an die Asklepios Kliniken verkauft. Diese errichtete 2004 für das nun Klinikum Eilbek genannte Krankenhaus einen Neubau. Ein Teil des Krankenhaus- und Parkgeländes wurde für den Wohnungsbau genutzt.

2006 verkaufte Asklepios das Krankenhaus an die Klinikgruppe Schön Klinik, das seither als Schön Klinik Hamburg Eilbek firmiert.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuer Haupteingang mit Notaufnahme, rechts

Die Schön Klinik Hamburg Eilbek umfasst 17 Fachbereiche und Kliniken. Im April 2011 wurde ein Neubau für die Psychiatrie und neurologische Frührehabilitation auf dem Krankenhausgelände eröffnet. 2013 ist ein neues 4 Stockwerke umfassendes Parkhaus in Betrieb gegangen.

Im Jahr 2010 wurden 17.620 Patienten stationär und 24.625 ambulant behandelt.[2]

Fachgebiete

Rosengarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rosengarten zum Gedenken an Elfriede Lohse-Wächtler

Der Rosengarten im Zentrum der Klinik ist dem Gedächtnis der Malerin und ehemaligen Patientin Elfriede Lohse-Wächtler gewidmet. Die Künstlerin wurde hier im Jahr 1929 einige Wochen wegen Schizophrenie behandelt. Im Dezember 1935 unterzog man sie im Rahmen der nationalsozialistischen Eugenik der Zwangssterilisation. 1940 wurde sie in der Tötungsanstalt Schloss Sonnenstein bei Pirna ermordet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marcinowski: Hamburger Staatsbauten von Fritz Schumacher. Irrenanstalt Friedrichsberg. In: Zentralblatt der Bauverwaltung, Jg. XLII, Nr. 103 (23. Dezember 1922), urn:nbn:de:kobv:109-opus-56538, S. 630–634. (Elf Abbildungen)
  • Die Allgemeinen Krankenhäuser und Irrenanstalten der Freien und Hansestadt Hamburg. Verlag von Leopold Voss, Hamburg 1901, S. 144–167.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Klinikum Eilbek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.abendblatt.de/hamburg/article209638781/Medizingeschichte-Hamburgs-modernstes-Irrenhaus.html
  2. Qualitätsbericht 2010, S. 16