KRH Klinikum Oststadt-Heidehaus

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KRH Klinikum Oststadt-Heidehaus
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Trägerschaft Region Hannover
Ort Hannover
Bundesland Niedersachsen
Koordinaten 52° 24′ 27″ N, 9° 48′ 25″ O52.40759.8069444444444Koordinaten: 52° 24′ 27″ N, 9° 48′ 25″ O
Ärztlicher Direktor Thomas Moesta
Betten 295
Mitarbeiter 455
davon Ärzte 67
Fachgebiete 6
Zugehörigkeit Klinikum Region Hannover
Gründung 1959
Website Klinikum Oststadt-Heidehaus

Das KRH Klinikum Oststadt-Heidehaus, umgangssprachlich kurz Oststadtkrankenhaus genannt, ist ein Krankenhaus im hannoverschen Stadtteil Groß-Buchholz. Die Schwerpunkte des Krankenhauses sind Thorax-, Gefäß- und Nierenerkrankungen. Das ursprünglich städtische Krankenhaus war die Keimzelle der Medizinischen Hochschule Hannover und arbeitet bis heute eng mit ihr zusammen. Es gehört heute zum kommunalen Krankenhausverbund Klinikum Region Hannover der Region Hannover.

Geschichte[Bearbeiten]

Klinikum Oststadt-Heidehaus
Krankenhauseingang

Krankenhaus Oststadt[Bearbeiten]

Das Krankenhaus Oststadt entstand 1959 aus einem Behelfskrankenhaus in Schwarmstedt. Anfangs war es Ort der ersten Lehrveranstaltungen der neu gegründeten Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Chefärzte des Oststadtkrankenhauses, die für die medizinischen Spezialgebiete verantwortlich waren, wurden auf Lehrstühle der neuen Hochschule berufen. Sie wurden Bedienstete des Landes, arbeiteten aber weiter im Krankenhaus Oststadt. Da die MHH bei Aufnahme des Lehrbetriebs im Jahr 1965 kaum über eigene Räumlichkeiten verfügte, fand der Unterricht im Oststadtkrankenhaus statt. Dieses war bereits mit einem Forschungstrakt und einem Lehrgebäude ausgestattet.[1] Parallel dazu entstand auf einem rund 400.000 Quadratmeter großen Areal im Roderbruchviertel das neue Klinikum der MHH.

Heidehaus[Bearbeiten]

1907 wurde die Heilanstalt Heidehaus zur Behandlung von Tuberkulosekranken gegründet. Der im Pavillonstil errichtete Komplex mit anfangs 13 Gebäuden und 102 Betten befand sich in Stöcken an der B 6 nördlich der Autobahnausfahrt Herrenhausen der A 2. In den 1930er Jahren wurde auf 19 Gebäude und fast 300 Betten erweitert. In den 1960er Jahren erfolgten weitere Erweiterungen. Nach dem Auszug der Frauenklinik der MHH aus dem Oststadtkrankenhaus wurde 2004 das Krankenhaus Heidehaus in das Krankenhaus Oststadt eingegliedert.

Weitere Entwicklung[Bearbeiten]

1998 wurden alle Krankenhäuser der Stadt Hannover im neuen Eigenbetrieb Klinikum Hannover zusammengefasst. Das Krankenhaus nannte sich nun Klinikum Oststadt. 2005 wurde es zusammen mit den anderen in der Trägerschaft der Region Hannover befindlichen Krankenhäusern in den kommunalen Krankenhausverbund Klinikum Region Hannover eingegliedert. Der Name des Krankenhauses lautet seit der Fusion der beiden Kliniken KRH Klinikum Oststadt-Heidehaus.

Die Abteilung für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der MHH war bis 2006, die Intensivstation für Brandverletzte bis 2007 im Oststadtkrankenhaus untergebracht. Danach wurden sie in die MHH-Hauptklinik verlagert.[1][2]

Abteilungen[Bearbeiten]

Bettenhaus der Klinik

Das Krankenhaus hat sechs Abteilungen:

Weitere Einrichtungen sind das Zentrallaboratorium, die Physiotherapie und eine Bäderabteilung. Die Zentralapotheke des Klinikums Region Hannover ist beim Klinikum Siloah untergebracht, Mikrobiologie und Pathologie befinden sich beim Klinikum Nordstadt.

Das Klinikum verfügt über 295 Betten. 2008 wurden rund 10.957 stationäre und 7.245 ambulante Fälle betreut. In Kooperation mit dem Kuratorium für Hämodialyse am Standort Oststadt-Heidehaus verfügt das Krankenhaus über eine Nephrologie-Abteilung mit einem großen Einzugsgebiet. Zudem verfügt das Haus über ein zertifiziertes interdisziplinäres Gefäßzentrum sowie über eines der größten Zentren in Norddeutschland zur Behandlung von Krebserkrankungen der Atemwege. Darüber hinaus hat das Krankenhaus eine interdisziplinäre Notaufnahme, eine Chest Pain Unit, ein Weaning-Center, und ein Center zur Betreuung internationaler Patienten (IPM).

Zukunft[Bearbeiten]

Das Klinikum Oststadt-Heidehaus soll den jetzigen Standort aufgeben und mit dem Klinikum Siloah zusammengelegt werden. Am 15. September 2010 wurde der Grundstein für den Neubau am Standort des heutigen Klinikums Siloah in Linden-Süd gelegt.[3] Die neue Klinik soll am 1. Juli 2014 eröffnet werden. Die Ende der 1950er Jahre entstandenen Gebäude des Oststadtkrankenhauses, die hohe Instandhaltungskosten verursachen, werden nach dem Umzug abgerissen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der erste Ärztliche Direktor des Oststadtkrankenhauses war der Gynäkologe Egon Fauvet[1], der als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe 1966 deren 36. Kongress in Hannover leitete. Rudolf Pichlmayr baute ab 1968 ein Transplantationszentrum in der Klinik auf. Der Herzchirurg Gustav Steinhoff leitete von 1999 bis 2000 die Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäß- und Allgemeinchirurgie am Haus, bevor er an die Universität Rostock wechselte.[4] Fritz Hartmann, der Begründer der wissenschaftlichen Rheumatologie als eigenständige medizinische Disziplin in Deutschland, war der erste Leiter der internistischen Klinik.[5] Als Direktor der Abteilung für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie und der Intensivstation für Brandverletzte fungiert seit 2006 Peter M. Vogt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rainer Kasties: Oststadtkrankenhaus in: Stadtlexikon Hannover, S. 491
  • Rainer Kasties: Heidehaus in: Stadtlexikon Hannover, S. 279

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: KRH Klinikum Oststadt-Heidehaus (Hannover) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Die Geschichte des Oststadtkrankenhauses
  2. 50 Jahre Klinikum Oststadt-Heidehaus, Festschrift (PDF-Dokument; 2000 kB)
  3. Neubau KRH Klinikum Mitte Mitteilung des Klinikums Region Hannover
  4. Eintrag Gustav Steinhoff im Catalogus Professorum Rostochiensium der Universität Rostock
  5. Mitteilungen der Viktor von Weizsäcker Gesellschaft (PDF-Datei; 187 kB): Fritz Hartmann (1920–2007). Fortschr Neurol Psychiat 2008; 76: 747–753